Sam Bankman-Fried hat mehr als zwei Jahre nach seiner Verurteilung wegen des 10 Milliarden Dollar schweren Zusammenbruchs der Kryptobörse FTX offiziell um eine präsidiale Begnadigung gebeten.
Zentrale Punkte:
- Bankman-Fried stellte beim Gnadenausschuss des Justizministeriums einen formellen Antrag auf Strafmilderung.
- Präsident Trump erklärte im Januar, er habe keine Pläne, den ehemaligen FTX-Chef freizulassen.
- Wettmärkte beziffern die Chancen auf eine Begnadigung im Jahr 2026 auf rund 7 %.
Bankman-Fried reicht Gnadengesuch ein
Bloomberg hat erstmals über die Petition berichtet, die der 34-Jährige still beim Office of the Pardon Attorney des Justizministeriums eingereicht hat. Laut dem öffentlichen Fallverzeichnis der Behörde ging der Antrag auf eine Begnadigung nach Verbüßung seiner Strafe ein. In der Mitteilung wird der Anwalt, der das Gesuch ausgearbeitet hat, nicht namentlich genannt.
Eine Jury verurteilte ihn im November 2023 in sieben Anklagepunkten wegen Betrugs, Verschwörung und Geldwäsche; das Gericht verhängte 2024 eine 25-jährige Haftstrafe sowie eine Einziehungsanordnung über 11 Milliarden Dollar. Die Staatsanwaltschaft erklärte, der Zusammenbruch der Börse habe Kunden, Kreditgebern und Investoren 10 Milliarden Dollar gekostet.
Bankman-Fried beteuert seine Unschuld bereits seit Langem aus dem Gefängnis heraus. Er argumentiert, FTX habe lediglich unter einem kurzfristigen Liquiditätsengpass gelitten und sei nicht tatsächlich insolvent gewesen, und wirft der Staatsanwaltschaft politische Motive vor. Ein Sprecher des Weißen Hauses und ein Vertreter des ehemaligen Managers reagierten nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme.
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Trumps Widerstand und republikanische Gegenwehr
Donald Trump sagte der New York Times im Januar, dass er keine Pläne habe, Bankman-Fried freizulassen – obwohl seine Begnadigungen in der zweiten Amtszeit bereits Dutzende von Wirtschaftsstraftätern erfasst haben.
Der Präsident hat bereits Kryptoprominente wie Changpeng Zhao und Ross Ulbricht begnadigt.
Pro-Krypto-Republikaner im Kongress haben die Kampagne in scharfen Worten abgelehnt. Der Fall Bankman-Fried ist weiterhin politisch stark belastet, nicht zuletzt, weil sein Betrug Milliarden an Kundengeldern vernichtet und den breiteren Kryptomarkt erschüttert hat. Seine Petition fällt zudem in eine Phase eines überfüllten Begnadigungsmarktes, in dem einige Anwälte bis zu 1 Million Dollar für die Ausarbeitung eines Falls verlangen.
Die Wettmärkte bleiben skeptisch: Händler auf Polymarket bewerten die Wahrscheinlichkeit einer Begnadigung im Jahr 2026 mit rund 7 %.
Seit Monaten nutzt Bankman-Fried konservative Medienauftritte, um das Weiße Haus für sich zu gewinnen. Aus dem Gefängnis heraus sagte er dieses Jahr, er würde eine Begnadigung „auf jeden Fall“ begrüßen, während seine Eltern, beide ehemalige Jura-Professoren in Stanford, seit Anfang 2025 Anwälte mit engen Verbindungen zu Trump um Unterstützung bitten. Unterdessen hat die FTX-Insolvenzmasse viele Kunden vollständig entschädigt und allein im März in einer einzelnen Ausschüttung 2,2 Milliarden Dollar zurückgezahlt – eine deutliche Wende gegenüber dem Trümmerhaufen, der ihn ursprünglich ins Gefängnis brachte.
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