Bitcoin (BTC) ist laut einem neuen Bericht von Glassnode in einen onchain-definierten Handelskorridor zurückgefallen, nachdem eine anhaltende Rotation in Spot-ETF-Abflüsse die bisher verlässlichste Quelle struktureller Nachfrage aus dem Markt entfernt hat.
Die Analysefirma erklärte, dass der Wegfall dieser institutionellen Kaufseite den Vermögenswert in ein defensives Regime gedrängt hat, das durch den True Market Mean nahe 79.000 $ und den Realized Price um 54.900 $ begrenzt wird – eine Spanne, die historisch eher mit Bärenmarkt-Absorptionsphasen als mit aktiver Expansion verbunden ist.
ETF-Abflüsse entfernen zentrale Quelle struktureller Nachfrage
US-Spot-Bitcoin-ETFs, die zuvor während des Anstiegs in Richtung Zyklushochs als stetige Käufer fungierten, verzeichnen nun anhaltende Nettoabflüsse.
Diese Verschiebung bedeutet, dass kein neues Kapital mehr systematisch in den Markt fließt, um Verkaufsdruck auszugleichen.
Glassnode sagte, die veränderte Flussdynamik habe dazu geführt, dass der Preis zunehmend von organischer Spot-Nachfrage abhängt, die an den großen Börsen jedoch schwach bleibt.
Das kumulierte Volumen-Delta ist deutlich ins Negative gedreht, was anzeigt, dass Marktorders nun von Verkäufern statt von Käufern dominiert werden.
Ohne erneute Zuflüsse werde es jeder Erholungsbewegung schwerfallen, nachhaltige Traktion zu gewinnen, heißt es in dem Bericht.
Markt kehrt in kostenbasierte Handelsspanne zurück
Mit nachlassender institutioneller Akkumulation handelt Bitcoin nun zwischen zwei Onchain-Bewertungsankern, die die Kostenbasis der Investoren statt spekulative Dynamik widerspiegeln.
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Verkaufsdruck wird in der Zone von 60.000–69.000 $ absorbiert, in der eine große Kohorte von Haltern in der ersten Hälfte des Jahres 2024 akkumuliert hat.
Da sich diese Positionen nahe ihrem Break-even befinden, haben sie bisher weiteren Abwärtsdruck begrenzt und den Markt in eine Seitwärtskonsolidierung überführt.
Der Accumulation Trend Score, der Saldenveränderungen über Wallet-Größen hinweg erfasst, hat sich jedoch nur auf neutrale Werte erholt. Das deutet darauf hin, dass große Akteure keine nachhaltigen Käufe wieder aufgenommen haben.
Liquiditätsbedingungen signalisieren eingeschränkte Kapitalrotation
Breitere Liquiditätsmetriken bleiben ebenfalls schwach.
Das realisierte Gewinn-Verlust-Verhältnis auf 90-Tage-Basis hat sich in die Spanne von 1–2 komprimiert – ein Niveau, das historisch mit spätzyklischen, bärischen Phasen verbunden ist, in denen sich die Kapitalrotation verlangsamt und realisierte Gewinne begrenzt sind.
Glassnode erklärte, dass eine belastbare Erholung erfordern würde, dass dieses Verhältnis wieder über 2 steigt – begleitet von erneuter Akkumulation durch Großhalter.
Derivate signalisieren Ende der Panik, aber keine Rückkehr bullischer Positionierung
Optionsmärkte deuten darauf hin, dass die Phase des erzwungenen Hedgings vorüber ist: Die implizite Volatilität und der Abwärtsspread sind von ihren jüngsten Hochs deutlich zurückgegangen.
Diese Normalisierung legt nahe, dass Händler keinen unmittelbar bevorstehenden Crash mehr einpreisen.
Die Positionierung bleibt jedoch defensiv.
Funding-Raten sind neutral bis negativ, und Händler bauen keine gehebelten Long-Positionen wieder auf – was die Erwartung einer verlängerten Konsolidierungsphase statt einer Trendwende untermauert.
Institutionelle Flüsse als primärer Auslöser für Trendwende gesehen
Laut dem Bericht wären eine Rückkehr zu nachhaltigen ETF-Zuflüssen, stärkere Spot-Absorption und hochüberzeugte Akkumulation durch große Akteure erforderlich, um wieder in ein expansionsorientiertes Regime überzugehen.
Bis diese Bedingungen eintreten, dürfte Bitcoin in einer durch die Kostenbasis der Investoren definierten, liquiditätsbeschränkten Handelsspanne bleiben – statt in einer von Momentum getriebenen Preisfindung.
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