Gold ist am Montag auf ein Drei-Monats-Hoch nahe 4.644 US-Dollar gestiegen, nachdem der sechsmonatige Abwärtstrend überwunden wurde – damit rückt der Widerstandsbereich um 4.700 US-Dollar wieder in den Mittelpunkt.
Wichtige Punkte:
- Gold hat erstmals seit April über seinem 20-Wochen-Durchschnitt geschlossen.
- Seit dem Tief im Juli hat sich der Preis um rund 17 % erholt; der zentrale Widerstandsbereich liegt nun zwischen 4.700 und 4.800 US-Dollar.
- Der tägliche RSI ist über 70 gestiegen, während der wöchentliche Wert um 60 signalisiert, dass die Aufwärtsbewegung im größeren Bild weniger überdehnt ist.
Ausbruch bei Gold
Gold hat laut Chartanalyse im Zuge der Korrektur bei 3.942,92 US-Dollar seinen Boden gefunden – nahe dem 0,5-Fibonacci-Retracement des Anstiegs, der 2024 begonnen hatte. Das Tief fiel damit in die Unterstützungszone zwischen 3.900 und 4.000 US-Dollar, während der wöchentliche RSI um 40 verharrte und nicht in überverkauftes Terrain unter 30 abrutschte.
In der Woche bis zum 21. August kam es zu einem technischen Wendepunkt: Gold schloss über seinem 20-Wochen-Durchschnitt und über dem Fibonacci-Level bei 4.333,52 US-Dollar. Damit wurde der Bereich zwischen 4.300 und 4.400 US-Dollar überwunden, der von November 2025 bis Mai Aufwärtsbewegungen wiederholt ausgebremst hatte.
Der Aufwärtsimpuls gewann zusätzlich an Dynamik, nachdem die US-Staatsverschuldung die Marke von 40 Billionen US-Dollar überschritten hatte, Finanzminister Scott Bessent die Rückkaufprogramme für Staatsanleihen ausweitete und der Dollar-Index unter 100 rutschte. Gleichzeitig kauften Notenbanken im zweiten Quartal 289 Tonnen Gold – ein Plus von 62 % gegenüber dem Vorjahr.
Ebenfalls lesenswert: Tom Lees Bitmine kauft Ether im Wert von 81 Mio. US-Dollar in der Woche des Rallye-Starts
Kursziel von Goldman Sachs
Der tägliche RSI kletterte auf 71,7 und markierte damit den ersten Wert oberhalb von 70 seit Januar – ein Hinweis auf das Risiko einer kurzfristigen Verschnaufpause, auch wenn der wöchentliche Impuls noch nicht überzogen wirkt. Der unmittelbare Widerstand beginnt um 4.700 US-Dollar, gefolgt von 4.750 bis 4.800 US-Dollar. Eine aus der Bodenbildung bei 3.900 US-Dollar abgeleitete „measured move“-Projektion deutet sogar in Richtung 4.900 US-Dollar.
Goldman Sachs hält an einem Jahresendziel von 4.900 US-Dollar fest, nachdem die Bank ihre Prognose im Juni von zuvor 5.400 US-Dollar zurückgenommen hatte. Das neue Ziel liegt damit weitgehend im Einklang mit der technischen Projektion.
Als negatives Szenario identifiziert die Bank einen Rückgang auf 4.400 US-Dollar, falls die US-Notenbank die Zinsen anhebt – ein Umfeld, das den aktuellen Ausbruch unter Druck setzen würde.
Die nächste markante Unterstützung beginnt nun um 4.500 US-Dollar, während ein Wochenschluss unter 4.300 US-Dollar den Ausbruch infrage stellen und den eben zurückeroberten Bereich wieder belasten würde. Der Schlusskurs am 28. August fällt zudem mit der ersten Jackson-Hole- Rede von Fed-Chef Kevin Warsh zusammen und liefert Goldhändlern damit ein weiteres bedeutendes Ereignis auf der geldpolitischen Agenda.
Gold notiert damit weiterhin rund 17 % unter seinem Rekordhoch vom 28. Januar bei 5.598 US-Dollar. Von dort begann eine rund 26-wöchige Korrektur, in deren Verlauf der Preis bis zum Julitief um etwa 29 % fiel und die abwärtsgerichtete Trendlinie Anfang August nach oben durchbrochen wurde.
Als Nächstes lesen: Strategie platziert 2 Mrd. US-Dollar über MSTR, Bitcoin-Käufe bleiben vorerst ausgesetzt





