IBM wird OpenAI’s GPT-5.6 tief in seine Beratungsplattform einbinden und eine eigene, stark besetzte KI-Praxis aufbauen – nur einen Monat nach einem Kurseinbruch der Aktie um 25 % an einem einzigen Handelstag.
Wichtigste Punkte:
- IBM integriert OpenAI-Frontier-Modelle sowie Codex und ChatGPT Work in die Plattform IBM Consulting Advantage.
- Eine dedizierte OpenAI Practice wird mit Tausenden Beratern und Ingenieuren mit Expertenzertifizierungen aufgebaut.
- Der Deal folgt einen Monat auf den heftigsten Einbruch der IBM-Aktie in einem einzelnen Handelstag in der Unternehmensgeschichte.
IBM Consulting Advantage integriert GPT-5.6
IBM gab am Donnerstag bekannt, dass zunächst Finanzdienstleister, die öffentliche Hand, Telekommunikationsunternehmen und der Einzelhandel im Fokus der Kooperation stehen.
Die Vereinbarung sieht vor, dass OpenAI-Frontier-Modelle sowie die Produkte Codex und ChatGPT Work in IBM Consulting Advantage aufgehen. Über diese Plattform liefert IBM seine Beratungsleistungen an Kunden in den Bereichen Finanzen, Beschaffung und Personalwesen aus.
Spezialisierte Einheiten aus Ingenieuren und Beratern, geschult über das OpenAI Partner Network, sollen die Technologien direkt bei Kunden in stark regulierten Branchen implementieren. Zudem steigt IBM in die Elite-Partnerstufe von OpenAI auf und baut eine eigene OpenAI Practice auf, in der Tausende Berater und Ingenieure mit hochrangigen Zertifizierungen arbeiten sollen.
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Andy Baldwin rückt das Sicherheitsrisiko in den Mittelpunkt
Andy Baldwin, globaler Senior Vice President von IBM Consulting, erklärte gegenüber Medienberichten zufolge, Unternehmen investierten rasant in KI, suchten aber vor allem nach umsetzbaren Einsatzszenarien für ihre Kernprozesse. Er sagte, die Hürde sei weniger der Zugang zur Technologie selbst, sondern die sichere, skalierbare Einbettung in gewachsene IT-Landschaften.
Denise Dresser, Chief Revenue Officer bei OpenAI, bezeichnete die Partnerschaft als Verbindung von Transformations-Know-how mit konkreten, geschäftsnahen Rollouts. Beide Unternehmen benennen drei Schwerpunkte: die Automatisierung alter Workflows, Anwendungsmodernisierung und Cyberabwehr.
Der Sicherheitsstrang knüpft an IBMs frühere Beteiligung am OpenAI Daybreak Cyber Partner Program an. Geplant ist, OpenAI-Modelle mit IBM Autonomous Security zu kombinieren – einem Multi-Agenten-Dienst, der auf koordinierte Reaktion und Threat Intelligence ausgelegt ist. Nach Unternehmensangaben soll die Zusammenarbeit Modellrisiken, Schwachstellen auf Anwendungsebene und Governance-Lücken adressieren, die beim produktiven Einsatz von KI sichtbar werden.
Arvind Krishna sucht den Neustart nach schwachem Q2
Die Ankündigung folgt auf eine schwierige Phase für den Beratungs- und Infrastrukturriesen. IBM-Chef Arvind Krishna räumte im Juli gegenüber Investoren ein, das Unternehmen habe sich nicht schnell genug angepasst, größere Abschlüsse seien nicht wie geplant zustande gekommen. Der vorläufige Umsatz im zweiten Quartal lag bei 17,2 Mrd. US‑Dollar, ein Plus von 1 %, der bereinigte Gewinn je Aktie bei 2,93 US‑Dollar und damit unter den Prognosen von rund 3,01 US‑Dollar.
Die Aktie brach am 14. Juli um 25 % ein – der stärkste Tagesverlust in der Geschichte des IBM-Handels und damit noch heftiger als das Minus von 23,7 % beim Crash im Oktober 1987. Das Management kappte in der Folge die Jahresprognose für das Umsatzwachstum auf 4 % bis 5 %.
Am Dienstag unterzeichnete IBM zudem einen mehrjährigen Vertrag über 240 Mio. US‑Dollar mit Together AI, um Nvidia-Systeme des Typs HGX B300 in der IBM Cloud zu betreiben. Die Kapazitäten sollen im ersten Quartal 2027 bereitstehen.
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