JPMorgan Chase hat bei US‑Aufsichtsbehörden die Genehmigung für einen tokenisierten Geldmarktfonds auf Ethereum beantragt, der Reserven für Stablecoin-Emittenten halten soll.
Details zur SEC-Einreichung
Die Bank reichte die Registrierung am 12. Mai bei der Securities and Exchange Commission ein, wie aus eingesehenen Dokumenten und einer zusammenfassenden Veröffentlichung hervorgeht.
Das Produkt heißt JPMorgan OnChain Liquidity-Token Money Market Fund. Es wird unter dem Ticker JLTXX gehandelt werden.
JLTXX soll ausschließlich in kurzfristige US‑Staatsanleihen, Bargeld und über Nacht laufende Rückkaufvereinbarungen investieren, die durch Staatspapiere besichert sind.
Der Fonds wird auf Ethereum laufen, wobei die Token‑Bestände von Kinexys Digital Assets, der internen Blockchain‑Einheit von JPMorgan, die früher Onyx hieß, verwaltet werden. Die SEC‑Einreichung wurde am 13. Mai wirksam, allerdings hat die Bank noch kein Startdatum bekannt gegeben. Für Anleger gilt eine Mindesteinlage von 1 Million US‑Dollar und eine jährliche Gebühr von 0,16 % nach Gebührenerlässen.
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Stablecoin-Reserve-Strategie
Die Formulierungen in der Einreichung sind ungewöhnlich direkt in Bezug auf die Zielgruppe. JPMorgan schrieb, dass der Fonds „auf eine Weise investiert, die dazu bestimmt ist, die“ Reserveanforderungen nach dem GENIUS Act zu erfüllen, dem im Juli 2025 unterzeichneten bundesweiten Stablecoin‑Gesetz.
Dieses Gesetz verlangt von US‑konformen Stablecoin-Emittenten, ihre Token mit Bargeld, Staatsanleihen oder versicherten Bankeinlagen zu unterlegen. JLTXX bietet ihnen eine Möglichkeit, diese Reserven zu parken und Rendite zu erzielen.
Der Bloomberg‑ETF‑Analyst Eric Balchunas bezeichnete die Einreichung als „große Sache“ und merkte an, dass die Gebühr von 16 Basispunkten für ein Produkt mit stabilem Nettoinventarwert niedrig sei und sich in einer traditionellen ETF‑Struktur nur schwer nachbilden ließe.
Tokenisierungsrennen an der Wall Street
JLTXX ist JPMorgans zweiter tokenisierter Geldmarktfonds. Der erste, MONY, wurde im Dezember 2025 aufgelegt und läuft ebenfalls auf Ethereum.
Die Einreichung erfolgt wenige Tage, nachdem BlackRock Unterlagen für zwei tokenisierte Geldmarktvehikel eingereicht hat, die sich an Stablecoin-Inhaber richten, darunter eine digitale Anteilsklasse, die an den 6,1 Milliarden US‑Dollar schweren Select Treasury Based Liquidity Fund gekoppelt ist.
Morgan Stanley brachte im vergangenen Monat einen nicht blockchainbasierten Fonds für Stablecoin‑Reserven auf den Markt, und Franklin Templeton betreibt bereits das tokenisierte Produkt BENJI.
Der breitere Markt für tokenisierte Real‑World‑Assets ist laut Daten von RWA.xyz auf rund 32,2 Milliarden US‑Dollar angewachsen, wobei tokenisierte Staatsanleihen mit etwa 15,9 Milliarden US‑Dollar den größten Anteil ausmachen. CEO Jamie Dimon schrieb in seinem April‑Aktionärsbrief, dass die Bank sich schneller auf Blockchain‑Infrastruktur zubewegen müsse – ein Wandel gegenüber seiner früheren Skepsis gegenüber digitalen Assets, die Bitcoin und Krypto‑Handel jahrelang als spekulativ und für das traditionelle Bankwesen von begrenztem Nutzen darstellte.
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