Ein Bundesrichter hat den Klägern in der Solana (SOL)‑Sammelklage zu „Pump.fun“ erlaubt, eine deutlich erweiterte Klageschrift einzureichen, nachdem ein vertraulicher Informant wieder aufgetaucht ist und fast 5.000 interne Chat‑Protokolle vorgelegt hat, die maßgeblich aufklären könnten, wie das mutmaßliche Token‑Launch‑Schema funktionierte.
Die Entscheidung, die am 9. Dezember im Southern District of New York eingereicht wurde, gewährt den Klägern Diego Aguilar, Kendall Carnahan und Michael Okafor die Erlaubnis, eine zweite geänderte Klageschrift einzureichen, die neue Beweise zu Mitarbeitern von Pump.fun, Solana Labs, Jito Labs (JTO) und anderen verbundenen Parteien einbezieht.
Yellow.com hat Pump.fun um eine Stellungnahme gebeten.
Whistleblower taucht mit neuen Beweisen wieder auf
Laut der Einreichung nahm der Informant, der zuvor monatelang nicht erreichbar gewesen war, Anfang September 2025 wieder Kontakt zu den Anwälten auf.
Die neu bereitgestellten Protokolle sollen zeitgleiche Diskussionen über Transaktionsreihenfolge, Verhalten von Validatoren, bevorzugte Ausführung, Token‑Launch‑Mechaniken und Koordination zwischen den im Verfahren genannten Unternehmen enthalten.
Das Gericht stellte fest, dass diese Materialien „direkt die Funktionsweise und Verwaltung des angeblichen Pump‑Unternehmens betreffen“ und damit Sachverhalte liefern, die bei Einreichung der früheren Klagen noch nicht verfügbar waren.
Kläger werfen bevorzugten Zugang und künstliche Preisbildung vor
Die aktualisierten Vorwürfe halten daran fest, dass das Validator‑Framework von Solana Labs und die Prioritäts‑Ausführungstools von Jito Labs Insidern angeblich ermöglichten, neue Token auf Pump.fun – einer Plattform mit einer Gebühr von 1 % auf alle Trades – vor der Allgemeinheit zu kaufen.
Nach Darstellung der Kläger erlaubten diese Werkzeuge, dass Transaktionen der Insider zuerst verarbeitet wurden, sodass sie Token zu den niedrigstmöglichen Preisen erwerben konnten, bevor automatisierte Bonding‑Kurven die Preise mit zunehmender Nachfrage aus dem Retail‑Bereich nach oben trieben.
Normale Nutzer, so die Klageschrift, seien wiederholt „in Käufe zu künstlich aufgeblähten Preisen gedrängt“ worden, nur um anschließend zuzusehen, wie die Token einbrachen, nachdem Insider ausgestiegen waren.
Die Einreichung behauptet, diese Struktur habe ein „manipuliertes Launch‑Umfeld“ geschaffen, das sich durch ein geringes Risiko und nahezu garantiertes Aufwärtspotenzial für Insider auszeichnete, während Kleinanleger den Großteil des Abwärtsrisikos trugen.
Gericht sieht Änderungen als gerechtfertigt und nicht benachteiligend
Richterin Colleen McMahon befand, dass die Kläger nach Erhalt der neuen Beweise zügig gehandelt hätten und dass die vorgeschlagenen Änderungen weder grundlegend umgestaltend noch benachteiligend seien.
Stattdessen „gleichen sie die Anklagepunkte“ mit bestehenden RICO‑Tatbeständen ab und fügen zwei weitere gezielte Ansprüche nach dem Lanham Act und dem New Yorker Recht am eigenen Bild hinzu.
Das Gericht betonte, dass das Beweisverfahren noch nicht begonnen habe und die Beklagten keinen unzumutbaren Nachteil durch die erweiterte Klageschrift nachweisen konnten.
Ein Verfahren mit zunehmendem Fokus auf Infrastrukturhaftung
Über Token‑Launches hinaus richtet die Klageschrift nun einen stärkeren Fokus auf die zugrunde liegende Solana‑Infrastruktur, einschließlich Validatoren und Mechanismen zur Transaktionsreihenfolge, als mögliche Mitverursacher der behaupteten Marktmanipulation.
Sollte sich dies bewahrheiten, könnte der Fall zum Test dafür werden, wie US‑Gerichte die Verantwortung von Blockchain‑Infrastrukturbetreibern bewerten, wenn deren Systeme angeblich bevorzugten Zugang oder asymmetrische Informationsvorteile bei öffentlichen Token‑Verkäufen ermöglichen.
Als Nächstes lesen: Exclusive: Kevin O’Leary Says Institutions Will Only Buy Bitcoin And Ethereum Once U.S. Clarity Act Passes

