Justin Sun erklärte am Samstag, das TRON-Netzwerk (TRX), auf dem Stablecoins im Volumen von rund 95 Mrd. US‑Dollar zirkulieren, könne jederzeit quantenresistente Kryptografie ins Mainnet überführen – nannte dafür jedoch keinen Termin.
Zentrale Punkte:
- Sun betont, TRONs Post-Quantum-Kryptografie laufe bereits im Testnet und sei für das Mainnet vorbereitet – ein Startdatum bleibt offen.
- Das Nile-Testnet unterstützt seit einem Software-Upgrade vom 30. Juni zwei quantenresistente Signaturverfahren.
- Ein früherer Fahrplan sah den Mainnet-Rollout im dritten Quartal vor, das am 30. September endete.
TRON-Mainnet: Stand der Vorbereitung
Sun, Gründer des Netzwerks, schrieb am 10. Oktober auf X, TRONs Post-Quantum-Kryptografie sei nun im Testnet aktiv; das Team verfolge die Fortschritte in Quantencomputing und Künstlicher Intelligenz genau. „Wir sind bereit, jederzeit Quantenresistenz im Mainnet zu implementieren“, so Sun. Einen Zeitpunkt für die Aktivierung nannte er nicht.
Zugleich führte er aus, TRON werde damit zu einer der wenigen großen Blockchains gehören, die noch vor dem vielzitierten Q‑Day – jenem Zeitpunkt, an dem Quantencomputer heutige Verschlüsselungsstandards brechen könnten – abgesichert seien. Die Testnet-Arbeiten reichen zurück bis zum 30. Juni, als TRONs Nile-Testnet ein Software-Release einspielte, das zwei Post-Quantum-Signaturverfahren unterstützt: das Falcon-basierte FN-DSA-512 und das auf Dilithium aufsetzende ML-DSA-44.
Das Update deckt Transaktionen, Blocksignaturen, Peer-to-Peer-Handshakes und die Verifizierung von Smart Contracts ab. Auf Nile wird jedes der Verfahren per separatem Komitee-Votum aktiviert; FN-DSA-512 wurde im Juli als erstes für Entwickler freigeschaltet. Für die Mainnet-Aktivierung wäre ein eigenständiger Governance-Beschluss nötig – ein Datum dafür existiert bislang nicht.
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Das Quantenrisiko für Bitcoin
Entwickler warnen, dass ausreichend leistungsfähige Quantencomputer die elliptische Kurvenkryptografie knacken könnten, die Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH) und zahlreiche weitere Netzwerke schützt. Öffentlich bekannte Maschinen mit dieser Fähigkeit gibt es derzeit nicht.
Ethereum-Forscher Justin Drake veranschlagt eine kleine, aber relevante Wahrscheinlichkeit, dass es bis Anfang der 2030er-Jahre zu einem solchen Durchbruch kommt – mahnt jedoch, dass Zeithorizonte für Angriffe probabilistischer Natur und keineswegs sicher sind. Binance-Gründer Changpeng Zhao argumentierte Anfang des Jahres, die Branche könne das Risiko über neue Algorithmen adressieren: „Krypto muss im Grunde nur ein Upgrade durchführen“, sagte er – Anlass für Panik sehe er nicht.
Der Umstieg hat seinen Preis: FN-DSA-512-Signaturen erreichen bis zu 667 Byte, ML-DSA-44-Signaturen sind fix 2.420 Byte groß – verglichen mit rund 64 bis 72 Byte für die Signaturen, die TRON derzeit nutzt. Größere Signaturen erhöhen Bandbreiten- und Speicherbedarf einer Kette, auf der das Stablecoin-Volumen nahe 95 Mrd. US‑Dollar liegt – fast ausschließlich Tether (USDT).
Justin Suns Zeitplan
Sun startete das Projekt am 14. April mit dem Versprechen, TRON werde als erste große Public Chain quantenresistente Signaturen im Mainnet bereitstellen – und positionierte Bitcoin und Ethereum als Nachzügler. Noch im selben Monat skizzierte er einen Fahrplan mit Testnet-Start im zweiten Quartal und Mainnet-Rollout im dritten Quartal.
Im August versprach er dann ein vollständiges Netzwerk-Upgrade bis Ende 2026. Das dritte Quartal endete am 30. September – und die neue Kryptografie blieb vorerst auf das Testnet beschränkt.
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