Die neue Krypto-Börse MNX hat am Dienstag den Handel mit Terminkontrakten auf die Bewertungen von OpenAI, Anthropic und weiteren privaten KI-Laboren aufgenommen. Die Futures laufen bis Ende 2027.
Wichtigste Punkte:
- MNX listet datierte Futures auf vier private KI-Labs mit bis zu dreifachem Hebel.
- Die Kontrakte haben keine laufenden Funding-Gebühren, anders als konkurrierende Perpetual-Produkte.
- Die Abrechnung kann von tatsächlichen Aktienpreisen abweichen, falls ein Unternehmen privat bleibt.
Futures auf OpenAI und Anthropic
MNX, gegründet von ehemaligen Führungskräften der Plattform Manifold, hat Kontrakte gestartet, die an OpenAI, Anthropic, DeepSeek und Moonshot gekoppelt sind. Die Börse läuft auf MegaETH, einem Layer‑2-Netzwerk auf Ethereum (ETH), und bedient bislang keine US-Kunden, strebt aber entsprechende Lizenzen an. Außerdem wurde laut Berichten ein zusätzlicher Kontrakt aufgelegt, der die Umsätze von OpenAI und Anthropic abbildet.
Größere Wettbewerber wie OKX und Bitget ermöglichen bereits Wetten auf private KI-Unternehmen ohne Aktienbesitz – über unbefristete Derivate, die nie auslaufen. MNX setzt dagegen auf Kontrakte mit Fälligkeit Ende 2027, verzichtet auf wiederkehrende Funding-Gebühren und erlaubt einen Hebel von bis zu dem Dreifachen.
Die Preise ergeben sich aus dem Handel auf MNX selbst, nicht über externe Datenfeeds. Bleibt ein Unternehmen zum Laufzeitende privat, will die Börse auf öffentlich verfügbare Bewertungen aus Finanzierungsrunden, Fondsbeteiligungen oder Sekundärmarkt-Transaktionen zurückgreifen. Als letzte Eskalationsstufe kann MNX im Rahmen eines veröffentlichten Prüfverfahrens den Abrechnungskurs selbst festlegen.
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Stephen Grugett zur Preisbildung
Manifold-Mitgründer Stephen Grugett betont, datierte Kontrakte seien für OpenAI und Anthropic geeigneter, da deren Anteile selten gehandelt würden und schwer zu bewerten seien. „Ein Perpetual, der auf einem illiquiden, veralteten Preis basiert, ist schlimmer als bedeutungslos“, sagte er. Solche Produkte seien anfällig für Manipulation und könnten zu unvorhersehbaren Funding-Raten führen.
Die Auffangmechanismen lassen das Risiko für Trader jedoch nicht verschwinden.
Wird ein Kontrakt auf Basis einer privaten Bewertung abgerechnet, kann der Schlusskurs deutlich von dem Preis abweichen, den Investoren für reale Aktien zahlen würden. Hebelwirkung verstärkt Verluste wie Gewinne. Max Killberg von Village Global verweist darauf, dass KI derzeit einen der größten Investitionszyklen der Wirtschaftsgeschichte antreibe, während die zugrunde liegende Marktinfrastruktur noch im Aufbau sei.
Finanzierungsgeschichte von MNX
Der Start erfolgt rund vier Monate, nachdem MNX eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde über 6,4 Millionen US‑Dollar unter Führung von Village Global abgeschlossen hat, die das Unternehmen laut Grugett mit 40 Millionen US‑Dollar bewertete.
Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Börse in einer geschlossenen Beta-Phase mit institutionellen Partnern auf einem MegaETH-Testnetz. Perspektivisch sollen Märkte für Rechenkapazität, Aktien und Prognosemärkte hinzukommen. Schon damals sagte Grugett, dass Liquidität die größte Hürde für jede neue Börsenplattform bleibe.
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