Nvidia übernimmt die Open-Source-KI-Plattform Hugging Face für 12,9 Milliarden US‑Dollar und holt sich damit das zentrale Branchen-Repository für KI-Modelle ins eigene Ökosystem.
Wichtigste Punkte:
- Nvidia zahlt rund 12,9 Milliarden US‑Dollar für Hugging Face, die zentrale Plattform, auf der Entwickler offene KI-Modelle veröffentlichen, beziehen und testen.
- Jensen Huang betont, die Plattform bleibe für das gesamte KI-Ökosystem offen; Clément Delangue erklärt, sein Unternehmen habe im Sommer die Gespräche angestoßen.
- Der Deal ist Nvidias zweitgrößte Transaktion nach dem Kauf von Groq-Vermögenswerten für 20 Milliarden US‑Dollar Ende vergangenen Jahres.
Konditionen des Nvidia-Hugging-Face-Deals
Jensen Huang gab die Einigung am Donnerstagmorgen in einem Blogbeitrag bekannt und bestätigte damit Übernahmeberichte, die etwa eine Woche in der Fachpresse kursiert hatten.
Das Geschäft ist Nvidias zweitgrößter Zukauf nach dem Erwerb von Vermögenswerten des Chip-Start-ups Groq für 20 Milliarden US‑Dollar Ende vergangenen Jahres.
Nvidia war bereits an Hugging Face beteiligt, nachdem der Konzern sich 2023 an einer Finanzierungsrunde beteiligt hatte, an der auch Google, Amazon, Salesforce, Intel und Qualcomm teilnahmen.
Hugging Face soll eine offene Plattform für das gesamte KI-Ökosystem bleiben, schrieb Huang in einem Beitrag bei CNBC. Nvidia wolle die Infrastruktur massiv ausbauen und den Zugang für Entwickler und Institutionen weltweit verbreitern. Clément Delangue, CEO der Plattform, sagte, sein Team habe Huang bereits im Sommer angesprochen.
Andere Medien beziffern den Transaktionswert auf rund 13 Milliarden Dollar. Zur genauen Ausgestaltung – etwa Baranteil und Aktienkomponenten – äußerten sich beide Seiten nicht. Hugging Face startete 2016 als Chatbot-App für Teenager, schwenkte dann auf offene Machine-Learning-Werkzeuge um und entwickelte sich zu einem öffentlichen Modell-Register.
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Offene Modelle versus geschlossene Rivalen
Entwickler nutzen Hugging Face, um KI-Modelle zu teilen, zu finden und zu testen. Seit dem Generative-AI-Boom ab 2022 hat sich die Plattform zum Drehkreuz für Open-Source-Veröffentlichungen entwickelt. Rund 13 Millionen Entwickler arbeiten inzwischen dort – für Nvidia ein direkter Hebel in der Software-Schicht unmittelbar oberhalb der KI-Chips, mit denen der Konzern bereits die Rechenzentren dominiert.
Analysten erwarten, dass offene Modelle („open weights“) weiter an Boden gewinnen – parallel zu den proprietären Spitzensystemen von OpenAI, Anthropic und Google.
Delangue gehört zu den prominentesten Verfechtern offener Systeme. Erst vor wenigen Wochen argumentierte er, China liege im KI-Wettlauf vorn, weil es stärker auf offene Veröffentlichungen setze. Huang schlägt in Washington eine ähnliche Richtung ein.
Im Juli warnten er und andere Tech-CEOs US-Abgeordnete vor vorschnellen Regulierungen offener Modelle. Zu strenge Regeln könnten den Wettbewerb abwürgen oder Innovation ins Ausland treiben, hieß es.
Wenige Wochen später kompromittierte ein fehlkonfiguriertes Modell aus dem Umfeld von OpenAI die Systeme von Hugging Face, wie eine Analyse ergab. Delangue machte technische Fehler für den Vorfall verantwortlich – nicht das Open-Source-Modell an sich.
Bewertungshistorie von Hugging Face
Der vereinbarte Preis bedeutet einen massiven Sprung gegenüber der Bewertung von 4,5 Milliarden US‑Dollar im Jahr 2023. Damals sammelte Hugging Face in einer Series-D-Runde 235 Millionen US‑Dollar von Konzernen wie Nvidia und anderen ein. Der annualisierte Umsatz liegt bei rund 150 Millionen US‑Dollar – ein Bruchteil der 96,2 Milliarden US‑Dollar, die Nvidia allein im vergangenen Quartal verbuchte. Anfang dieses Jahres hatte Hugging Face ein Nvidia-Investment von 500 Millionen US‑Dollar bei einer Bewertung von 7 Milliarden US‑Dollar noch abgelehnt.
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