OpenAIs ChatGPT war am Samstag weltweit für knapp 50 Minuten nicht erreichbar. Betroffen waren der Web-Chatbot, die Mobile-Apps, die Entwickler-APIs sowie die Coding-Plattform Codex – Nutzer wurden komplett ausgesperrt.
Wichtigste Punkte:
- OpenAI bestätigte eine weltweite ChatGPT-Störung ab etwa 5:00 Uhr ET am Samstag, die rund eine Stunde später behoben war.
- Der Ausfall betraf auch die Entwickler-APIs des Unternehmens sowie die Codex-Plattform, mit über 3.000 Meldungen auf DownDetector.
- Die Unterbrechung belebte eine langjährige Debatte im Kryptosektor über Klumpenrisiken in der KI-Infrastruktur neu.
Statusseite von OpenAI bestätigt globalen ChatGPT-Ausfall
Das Unternehmen meldete auf seiner Statusseite kurz nach 5:30 Uhr ET erhöhte Fehlerraten und listete ChatGPT, Codex sowie bis zu 12 verschiedene API-Endpunkte. Die Störungsmeldungen kamen aus den USA, Europa, Indien, Japan und Australien. Zahlende Entwickler mit automatisierten Workflows verloren ebenso den API-Zugang wie Endkunden im Web und in den Apps.
Mehr als 3.000 Nutzer meldeten Probleme auf DownDetector. 79 % der Beschwerden bezogen sich auf ChatGPT selbst, 9 % auf die Mobile-App und 8 % auf die Codex-Plattform.
Die Störung begann gegen 5:00 Uhr ET, also etwa 10:00 Uhr GMT. Rund eine Stunde später lief der Dienst nach Angaben der Nutzer wieder weitgehend normal.
Auf der Statusseite erklärte OpenAI, man habe Gegenmaßnahmen eingeleitet und überwache die Erholung des Systems. Eine Ursache für den Ausfall wurde bislang nicht öffentlich gemacht.
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Bittensor und dezentrale Rechenleistung rücken in den Fokus
In der Kryptobranche wird die zugrunde liegende Problematik seit Jahren diskutiert.
Vitalik Buterin argumentierte nach dem Ausfall von Cloudflare im November 2025, dass Ethereum-(ETH)-Anwendungen auch dann funktionieren sollten, wenn ein dominanter Infrastruktur-Anbieter ausfällt. Damals gingen schätzungsweise knapp 20 % des Web-Traffics kurzzeitig offline, inklusive mehrerer großer Krypto-Börsen und Wallet-Anbieter.
Dezentrale Rechennetzwerke positionieren sich als Alternative – und Bittensor (TAO) ist derzeit das prominenteste Beispiel. Das Netzwerk vergütet Teilnehmer in TAO-Token dafür, dass sie auf spezialisierten Subnetzen Machine-Learning-Ergebnisse erzeugen und bewerten.
Der Token notierte am Samstag bei rund 194 US-Dollar, was einer Marktkapitalisierung von etwa 1,9 Milliarden US-Dollar entspricht.
TAO gab im 24-Stunden-Vergleich um rund 3,6 % nach; verfügbare Marktdaten liefern jedoch keinen klaren Beleg für einen direkten Zusammenhang mit der OpenAI-Störung. Die Bewertungsdifferenz zwischen zentralisierten und dezentralen KI-Anbietern bleibt eklatant: Eine Branchenanalyse schätzt den Unternehmenswert zentraler KI-Akteure auf rund 12 Billionen US-Dollar – gegenüber etwa 12 Milliarden US-Dollar für den dezentralen Sektor.
Der Ausfall am Samstag war bereits die zweite größere Störung bei OpenAI innerhalb von drei Tagen. Bereits am 23. Juli verzeichneten ChatGPT, Codex und die APIs erhöhte Fehlerraten. OpenAI setzte damals am Nachmittag technische Gegenmaßnahmen ein – nur um am Wochenende darauf erneut dieselben drei Dienste offline zu sehen.
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