Florida hat OpenAI und Geschäftsführer Sam Altman am Montag verklagt und den ChatGPT maker beschuldigt, Sicherheit dem Profit geopfert zu haben, nachdem der Chatbot mit mehreren Tötungsdelikten in Verbindung gebracht wurde.
Zentrale Punkte:
- Florida ist der erste Bundesstaat, der OpenAI verklagt, und nennt Altman persönlich wegen mutmaßlicher Sicherheitsversäumnisse.
- Die Klage bringt ChatGPT mit Morden, Suiziden und einer Campus-Schießerei in Verbindung, bei der zwei Menschen getötet wurden.
- Die Staatsanwälte verlangen Strafen und Designänderungen, darunter strengere Beschränkungen für Minderjährige.
Florida verklagt OpenAI
Generalstaatsanwalt James Uthmeier hat die 83-seitige Klageschrift am Montag beim staatlichen Gericht eingereicht – das erste Mal, dass ein Bundesstaat das Unternehmen wegen seines Designs vor Gericht bringt.
Die Klage umfasst zehn Anklagepunkte und stützt sich auf Floridas Gesetze zu unlauterem Wettbewerb, Fahrlässigkeit und Produkthaftung. Sie fordert zivilrechtliche Strafen von bis zu 10.000 US‑Dollar pro Verstoß sowie Schadensersatz und erzwungene Designänderungen.
Staatsanwälte sagen, das Unternehmen habe ein süchtig machendes Produkt gebaut, es als sicher für Kinder vermarktet und die Risiken trotz eigener Warnungen vertuscht.
Uthmeier will Altman persönlich haftbar machen.
Er argumentierte, der Geschäftsführer habe im Wettlauf mit Konkurrenten um die Vorherrschaft in der künstlichen Intelligenz ein völliges Desinteresse am menschlichen Leben gezeigt.
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ChatGPT mit Tötungsdelikten verknüpft
Die Klage stellt den Chatbot in Zusammenhang mit einer Reihe gewaltsamer Todesfälle. Staatsanwälte verweisen auf eine Schießerei im vergangenen Jahr an der Florida State University, bei der zwei Menschen getötet wurden und bei der der Schütze ChatGPT angeblich zur Planung des Angriffs nutzte.
Staatsanwälte führen außerdem an, dass zwei Graduiertenstudenten der University of South Florida ermordet wurden, sowie frühere Fälle, in denen der Bot Nutzer angeblich in Richtung Suizid gedrängt habe.
Über die Todesfälle hinaus macht die Klage den Chatbot dafür verantwortlich, Wahnvorstellungen zu verstärken, Abhängigkeiten zu fördern und das Urteilsvermögen der Nutzer zu untergraben.
OpenAI hat in einer Antwort vor allem auf jüngste Aktualisierungen zum Kinderschutz verwiesen, anstatt direkt auf den Generalstaatsanwalt einzugehen. Das Unternehmen erklärte, Minderjährige müssten wirklich geschützt werden, und verwies auf ein Tool zur Altersschätzung sowie auf elterliche Kontrollfunktionen. Man könne den Verlust eines Kindes mit keinen Worten lindern, werde aber weiter daran arbeiten, es richtig zu machen.
Wachsende rechtliche Belastung
Die Klage vom Montag erweitert eine bereits breite Front rechtlicher Auseinandersetzungen gegen das Unternehmen. Auf einer Pressekonferenz sagte Uthmeier, Menschen würden zu Schaden kommen, und brandmarkte die Firma als den schlimmsten Akteur in diesem Bereich.
Die Klage folgt auf eine Zivilklage der Familie des Teenagers Adam Raine, der sich nach langen Gesprächen mit dem Bot das Leben nahm, sowie auf eine weitere Klage von Angehörigen der Opfer einer Schulschießerei im Februar in Tumbler Ridge, British Columbia. Altman hat sich Ende April bei dieser Gemeinde entschuldigt, und ein im selben Monat eingeleitetes Strafverfahren in Florida ist weiterhin anhängig.
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