Paxos hat sich am Donnerstag bei der US-Börsenaufsicht SEC als Clearingstelle registrieren lassen und ist damit das erste blockchain-native Unternehmen, das als zentrale Wertpapierverwahrstelle zur Abwicklung von Wertpapieren zugelassen ist.
Wichtige Punkte:
- Paxos wurde das einzige blockchain-native Unternehmen, das von der SEC genehmigt wurde, als zentrale Wertpapierverwahrstelle in den USA zu agieren.
- Die Zulassung krönt einen siebenjährigen Prozess, der 2019 mit einem „No-Action Letter“ und 2020 mit einem Pilotprojekt zur Abwicklung begann.
- Die Aufsichtsbehörden haben die Registrierung als vorläufig eingestuft und weiterhin laufende Auflagen daran geknüpft.
Paxos überwindet Hürde nach Section 17A
Die Paxos Securities Settlement Company, eine Einheit des New Yorker Unternehmens, hat eine Registrierung nach Section 17A des Securities Exchange Act von 1934 erhalten. Die Zulassung ermöglicht es ihr, als zentrale Wertpapierverwahrstelle zu fungieren – die Backoffice-Ebene, die Eigentumsrechte verzeichnet und Geschäfte finalisiert. Diese Rolle, so Paxos, nimmt in den USA kein anderes blockchain-natives Unternehmen ein.
Eine Clearingstelle steht im Zentrum jedes Aktienhandels: Sie prüft das Geschäft, führt Käufer und Verkäufer zusammen und bestätigt anschließend, dass sowohl Geld als auch die Wertpapiere selbst ordnungsgemäß den Besitzer wechseln.
Die SEC hat die neue Registrierung als vorläufig eingestuft. Dieser Status erlaubt es Paxos, den Dienst zu betreiben, während das Unternehmen weiterhin die laufenden Anforderungen der Behörde erfüllt. Das System des Unternehmens wickelt Geschäfte über ein privates, erlaubnisbasiertes Register ab, nicht über ein vollständig öffentliches Blockchain-Netzwerk, wie Paxos erklärt hat.
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Cascarilla betont siebenjährigen Einsatz
Charles Cascarilla, der Vorstandschef und Mitgründer des Unternehmens, bezeichnete den Meilenstein in einem Statement als „Ergebnis von sieben Jahren Arbeit“ mit der Behörde. Dieser Einsatz begann mit einem No-Action Letter, den die SEC 2019 erteilte, gefolgt von einem Pilotprojekt zur Abwicklung mit einigen der größten und anspruchsvollsten Finanzinstitute der Welt.
Die Registrierung verankert ein krypto-natives Unternehmen in der Post-Trade-Infrastruktur der US-Aktienmärkte – einem Bereich, der lange von etablierten Institutionen geprägt war. Paxos betreibt seit Februar 2020 ein Live-Clearing unter No-Action-Relief und wickelt dabei täglich US-Aktiengeschäfte mit Beteiligung großer globaler Institute ab. Das Unternehmen sagt, der Ansatz könne taggleiche Abwicklung, geringere Betriebskosten und eine sauberere Dokumentation zwischen Brokern, Verwahrstellen und anderen Marktteilnehmern liefern.
Paxos ist vor allem als Herausgeber von Stablecoins bekannt und steht unter anderem hinter PayPal USD (PYUSD) und dem goldgedeckten Pax Gold (PAXG). Banken und Broker, die eine schnellere und günstigere Abwicklung anstreben, könnten nun auf den regulierten Schienen von Paxos aufbauen, anstatt eigene Systeme zu entwickeln.
Konkurrenz mit DTCC rückt in den Fokus
Die etablierten Akteure stehen nicht still: Die Depository Trust & Clearing Corporation, die wichtigste Clearingstelle der Wall Street, hat kürzlich Pläne für einen eigenen Tokenisierungsdienst vorgestellt, der von einigen der größten Namen im Finanzsektor unterstützt wird.
Das Verhältnis von Paxos zu den Aufsichtsbehörden in Washington war nicht immer reibungslos. Das Unternehmen erhielt 2023 eine „Wells Notice“ der SEC im Zusammenhang mit Binance USD (BUSD), dem an die Kryptobörse gekoppelten Stablecoin, bevor die Aufseher die Untersuchung im folgenden Jahr einstellten. Ein Vergleich über 48,5 Millionen US‑Dollar mit der New Yorker Finanzaufsicht beendete die langwierige Auseinandersetzung im August 2025 und schloss damit ein spannungsgeladenes Kapitel mit den Behörden des Bundesstaats ab.
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