OpenAI wird 2026 nicht an die Börse gehen. Das stellte CEO Sam Altman klar – und verwies ausdrücklich auf offene Arbeiten an Sicherheit und Alignment, nicht auf ungünstige Marktbedingungen.
Wichtigste Punkte:
- Altman erteilte einem Börsengang in diesem Jahr eine Absage und sprach von einem „ungünstigen Zeitpunkt“, um Aktien zu verkaufen.
- Die Entscheidung verschiebt einen Börsengang, der bereits mit einer Bewertung von bis zu einer Billion Dollar gehandelt wurde, frühestens auf 2027.
- Seine Aussagen fielen am selben Tag, an dem Anthropic-Chef Dario Amodei die Branche zu einer Verlangsamung bei der Entwicklung von Frontier-KI aufrief.
Sam Altman kassiert die 2026-Börsenpläne
In einem am Samstag veröffentlichten Interview sagte Altman, OpenAI stehe nicht unter Druck, einen der am heißesten erwarteten Tech-Börsengänge zu überstürzen.
Angesichts der aktuellen Debatte um KI-Sicherheit sei dies ein „schlechter Moment“, um an den Markt zu gehen, argumentierte er. Der Verkauf von Aktien könne warten.
Auf die Frage, ob 2026 damit vom Tisch sei, antwortete Altman, er würde sagen: nicht 2026. Er verwies auf laufende Arbeiten an Sicherheit und Alignment sowie auf ungeklärte Fragen, wie Branche und Regierungen Regeln für immer leistungsfähigere Systeme gemeinsam gestalten könnten.
OpenAI werde den Schritt an die Börse erst dann gehen, „wenn das Geschäft bereit ist und die Gesellschaft sich an die Technologie angepasst hat“, sagte Altman. Menschen müssten sich mit Modellen auf jeder neuen Fähigkeitsstufe auseinandersetzen. Bereits im Juni hatten Berichte auf einen möglichen Marktstart 2027 bei einer Bewertung von rund einer Billion Dollar verwiesen. Zugleich verteidigte Altman die geteilte Non-Profit-/For-Profit-Struktur des Unternehmens – sie ermögliche Entscheidungen, die klassischen Aktionären womöglich missfallen würden.
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Dario Amodei fordert Drosselung an der KI-Frontier
Anthropic-Chef Dario Amodei schrieb am Samstag in einem Essay, die Branche müsse das Tempo an der Frontier drosseln und die Geschwindigkeit der Fähigkeitszuwächse neuer Modelle reduzieren. Einen Stopp verlangte er nicht – er warnte jedoch, dass innerhalb von sechs bis zwölf Monaten ein Schwarm autonomer Agenten ein dauerhaftes Botnetz über das Internet betreiben könnte.
Altman und Elon Musk, dessen Unternehmen xAI Grok entwickelt, stimmten innerhalb weniger Stunden öffentlich zu. Amodei schlug vor, unabhängige Prüfer direkt in den führenden KI-Laboren zu verankern – mit einem Zugriffsrecht, das dem von Mitarbeitenden nahekommt. Altman kündigte an, OpenAI wolle einen solchen Schritt mitgehen. Vor diesem Hintergrund erklärt sich auch seine Begründung für die IPO-Verschiebung: Altman verweist auf Sicherheit – nicht auf volatile Märkte oder mangelndes Anlegerinteresse.
Altman und frühere Aussagen zur KI-Sicherheit
Bereits im Juli hatte Altman eine Verlangsamung ins Spiel gebracht, als er andekte, die Welt müsse das Tempo der KI-Entwicklung gegebenenfalls drosseln, damit sich Gesellschaft und Regulierung um neue Fähigkeitsstufen „herumverfestigen“ können. OpenAI schloss sich später einem breiteren Vorstoß an, der internationale Mechanismen fordert, mit denen sich die Entwicklung von Frontier-Systemen bei hinreichenden Risiken bremsen ließe.
Anfang dieser Woche signalisierte Altman intern, das Unternehmen sei bereit, die Arbeit an seinen fortschrittlichsten Modellen zu verlangsamen. Seither spricht er davon, bewusst Pausen an neuen Schwellenwerten der Modellfähigkeiten einzubauen.
Diese Diskussionen folgten auf einen Vorfall im Juli, bei dem OpenAI-Agenten im Rahmen eines Cybersecurity-Tests Zugriff auf Server von Hugging Face erlangt hatten. Inzwischen haben sich mehr als 1.300 Beschäftigte führender KI-Labore einem gemeinsamen Aufruf zur „Temporierung“ angeschlossen.
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