Ethereum (ETH) ist über 2.600 US‑Dollar gestiegen, nachdem die Zuflüsse in US-Spot-ETFs ein Zweiwochenhoch erreichten – obwohl Goldman Sachs zugleich vor einem möglichen weiteren Zinsschritt der US-Notenbank warnte.
Wichtigste Punkte
- US-amerikanische Spot-Ethereum-ETFs verzeichneten am 11. September Nettozuflüsse von 216,41 Mio. US‑Dollar, den höchsten Tageswert seit dem 27. August.
- ETH kletterte in der Spitze auf 2.665 US‑Dollar; Analysten sehen zwischen 2.700 und 2.800 US‑Dollar die nächste große Angebotszone.
- Ein möglicher Zinsschritt der Fed um 25 Basispunkte bleibt ein Makrorisiko, dennoch sehen Marktbeobachter Spielraum für einen Anlauf auf 3.000 US‑Dollar.
Ethereum-ETF-Zuflüsse ziehen an
Ethereum berührte kurzzeitig am 11. September 2.665 US‑Dollar, nachdem die US-Inflationsdaten die Erwartungen beim Gesamtindex erfüllten und die Nachfrage nach Spot-ETFs auf ETH deutlich zunahm. Anschließend pendelte der Kurs um 2.515 US‑Dollar und lag damit rund 2 % im Plus.
Daten von SoSoValue zeigen Nettozuflüsse von 216,41 Mio. US‑Dollar – der stärkste Tageszufluss seit dem 27. August. Der von BlackRock aufgelegte ETHA-ETF führte mit rund 148 Mio. US‑Dollar, der zweitgrößte Fonds verzeichnete etwa 29 Mio. US‑Dollar.
Laut Bericht waren Ethereum-Fonds die einzige größere Krypto-ETF-Kategorie mit Zuflüssen. Produkte auf Bitcoin (BTC) und Solana (SOL) verbuchten Abflüsse, XRP-Fonds (XRP) lagen in etwa unverändert. Das Handelsvolumen der Ethereum-ETFs belief sich auf rund 2,56 Mrd. US‑Dollar und lag damit nahezu auf Augenhöhe mit den knapp 2,6 Mrd. US‑Dollar der Bitcoin-Fonds.
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Zinsrisiko durch Goldman-Sachs-Szenario
Die kräftigen Zuflüsse fallen in eine Phase, in der Goldman Sachs vor einem möglichen Zinsschritt der Federal Reserve um 25 Basispunkte auf der Sitzung am 16. September warnt, nachdem der Kernverbraucherpreisindex gegenüber dem Vormonat um 0,3 % anzog. Erwartet worden war ein Plus von 0,2 %. Prognosemärkte von CoinGape beziffern die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung auf 79 %.
Jonathan Shugar, Analyst bei Goldman Sachs, betont allerdings, dass Risikoanlagen selbst bei einem weiteren Zinsschritt Aufwärtspotenzial behalten könnten. Parallel dazu rechnet der Markt mit einer Zinserhöhung der Bank of Japan am 16. September, nachdem die Europäische Zentralbank zuvor bereits um 25 Basispunkte angehoben hatte.
Zusätzlichen Druck auf die Rally übt die On-Chain-Situation aus. Analyst Ali Martinez weist darauf hin, dass mehr als 10 Mio. ETH in der Preisspanne zwischen 2.700 und 2.800 US‑Dollar den Besitzer gewechselt haben. Diese Zone bildet eine deutliche Angebotswand, die Bullen überwinden müssen, bevor ein Angriff auf die Marke von 3.000 US‑Dollar realistisch wird.
Martinez zufolge stieg zudem die Zahl der Transaktionen mit einem Volumen von über 1 Mio. US‑Dollar am 11. September um 14 %. Er führt diesen Anstieg auf verstärkte Aktivitäten großer Marktteilnehmer („Wale“) während der Kursbewegung zurück. Ted Pillows sieht unabhängig davon in einem Wochenschlusskurs oberhalb von 2.550 US‑Dollar einen möglichen Katalysator für eine Ausweitung der Rally in Richtung 3.000 US‑Dollar.
Aus technischer Sicht hat ETH den Widerstand der jüngsten Seitwärtskonsolidierung bei etwa 2.516 US‑Dollar überwunden. Die Unterkante des Aufwärtstrends verläuft laut Analyse um 2.390 US‑Dollar – ein Rückfall darunter würde das bullishe Szenario deutlich schwächen. Ein vergleichbarer Ausbruch im August 2026 leitete damals einen Kursanstieg von 31 % ein. Die aktuelle Handelsspanne gilt daher als erneuter Stresstest dafür, ob das jüngste Momentum tragfähig ist oder erneut ausläuft.
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