SpaceX hat sich zur meist leerverkauften großen börsennotierten Aktie in den USA entwickelt: Bären setzen inzwischen mehr als 26 Milliarden Dollar gegen den Raketen- und Satellitenbetreiber von Elon Musk.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Short-Quote bei SpaceX liegt bei rund einem Drittel des handelbaren Free Float – Spitzenwert unter den großen US-Titeln.
- Leerverkäufer sitzen seit dem Hoch im Juni auf Milliardengewinnen auf dem Papier, auch wenn die Schätzungen je nach Datenanbieter stark variieren.
- Der Quartalsbericht am 4. August und das erste Auslaufen von Lock-up-Fristen zwei Tage später gelten als nächste Bewährungsproben.
SpaceX dominiert den US-Leerverkaufsmarkt
Die Aktie hat in den vergangenen vier Wochen rund die Hälfte ihres Werts verloren – der Kursrutsch hat den gefeierten Nasdaq‑Börsengang in einen der meist überfüllten Bären-Trades des Jahres verwandelt, wie berichtet. Nach Berechnungen von S3 Partners liegt die Short-Quote bei knapp 35 % des frei handelbaren Volumens – Rekordniveau für einen US-Großkonzern. Die Bären haben seit Handelsstart im Juni rund 7,3 Milliarden Dollar an nicht realisierten Mark-to-Market‑Gewinnen eingefahren.
Nur Tesla hat Leerverkäufern in diesem Jahr noch höhere Profite beschert. Das ist bemerkenswert, weil Short-Seller im übrigen Markt 2026 in Summe mehr als 200 Milliarden Dollar verloren haben.
Der Datenanbieter Ortex Technologies meldete Ende Juli knapp 196 Millionen leerverkaufte Aktien, entsprechend rund 31 % des Free Float. Die geschätzten, noch nicht realisierten Gewinne der Bären summieren sich laut Ortex auf 15,5 Milliarden Dollar – deutlich mehr als die S3‑Zahl. Zudem seien rund 49 % des Free Float verliehen; Ortex geht davon aus, dass der überwiegende Teil dieser geliehenen Stücke aktiv für Short-Positionen genutzt wird.
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Musk warnt SpaceX-Leerverkäufer
Musk kontert die Bären wie gewohnt in den sozialen Medien. Die „Überlebenswahrscheinlichkeit“ für Investoren mit großen Short-Positionen in dem Wert sei „sehr gering“, schrieb er – und bleibt damit seiner langjährigen Fehde mit Leerverkäufern treu.
Ihor Dusaniwsky, Managing Director bei S3, sieht in dem massiven Aufbau von Short-Positionen ein Zeichen anhaltender Zweifel, ob SpaceX seine ambitionierte Bewertung rechtfertigen kann. Der Konzern bringt trotz Kurssturz noch immer rund 1,5 Billionen Dollar Börsenwert auf die Waage. Peter Hillerberg, Mitgründer von Ortex, verweist darauf, dass die Bären ihre Wetten während des gesamten Kursrutsches ausgebaut und kaum Gewinne mitgenommen haben – ein Muster, das er als ungewöhnlich einstuft.
In der kommenden Woche stehen für beide Seiten des Trades zwei wichtige Termine an. SpaceX legt am 4. August seine ersten Quartalszahlen als börsennotiertes Unternehmen vor. Zwei Tage später laufen die ersten Lock-up‑Fristen aus – zusätzliche Aktien dürften in den ohnehin knappen Free Float drängen.
Kursverlauf seit dem SpaceX‑IPO im Juni
Beim Börsengang am 11. Juni platzierte SpaceX seine Aktien zu 135 Dollar je Anteilsschein. Innerhalb von fünf Handelstagen stieg der Kurs auf ein Tageshoch von 225,64 Dollar. Am 22. Juli schloss die Aktie bei 115,26 Dollar – rund 49 % unter dem Hoch und etwa 15 % unter dem Emissionspreis.
Nur etwa 5 % der rund 13 Milliarden ausstehenden Aktien sind frei handelbar. Dieses äußerst geringe Free-Float-Volumen verstärkt den Preisdruck durch massive Short-Positionen – und macht die Aktie deutlich volatiler, als es die Marktkapitalisierung vermuten lässt.
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