Strategy hat am Donnerstag für das zweite Quartal einen Nettoverlust von 8,22 Milliarden US-Dollar ausgewiesen. Auslöser war der Kursrückgang von Bitcoin (BTC), der den Wert des 843.775 Coins umfassenden Bitcoin-Schatzes deutlich drückte.
Wichtigste Punkte:
- Strategy verbuchte im zweiten Quartal einen Nettoverlust von 8,22 Milliarden US-Dollar, der nahezu vollständig auf eine nicht realisierte Wertberichtigung von 8,32 Milliarden US-Dollar auf die Bitcoin-Bestände zurückgeht.
- Die Softwareerlöse stiegen um 6,9 % auf 122,4 Millionen US-Dollar. Der Bestand von 843.775 Bitcoin hatte zum Quartalsende einen Marktwert von 54,77 Milliarden US-Dollar bei Anschaffungskosten von 63,69 Milliarden US-Dollar.
- Das Management erhöhte die Dividendenrendite der STRC-Vorzugsaktie auf 12 % und verweist auf einen Dollar-Reservesockel von 3,75 Milliarden US-Dollar, der mehr als zwei Jahre Zahlungsverpflichtungen abdeckt.
Bitcoin-Abschreibung drückt Strategy tief ins Quartalsminus
Das Unternehmen meldete für die drei Monate bis zum 30. Juni einen operativen Verlust von 8,33 Milliarden US-Dollar, nachdem im Vorjahresquartal noch ein operativer Gewinn von 14,03 Milliarden US-Dollar erzielt worden war. Fast vollständig verantwortlich dafür ist eine nicht realisierte Wertberichtigung auf digitale Vermögenswerte in Höhe von 8,32 Milliarden US-Dollar nach Fair-Value-Rechnungslegung – ein reiner Buchposten ohne unmittelbare Cash-Wirkung.
Der Gesamtumsatz lag bei 122,4 Millionen US-Dollar, ein Plus von 6,9 % gegenüber 114,5 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum und damit knapp unter den Erwartungen der Analysten.
Zum 26. Juli hielt Strategy 843.775 Bitcoin, die im Schnitt zu 75.476 US-Dollar je Coin erworben wurden – damit gilt das Unternehmen als größter institutioneller Bitcoin-Inhaber. Der Bestand wurde zum Stichtag mit einem Marktwert von 54,77 Milliarden US-Dollar angesetzt, bei Anschaffungskosten von 63,69 Milliarden US-Dollar. Per Saldo lag die Position damit bei einem Bitcoin-Kurs von rund 64.915 US-Dollar etwa 8,9 Milliarden US-Dollar „unter Wasser“.
Der verwässerte Verlust je Aktie belief sich auf 24,45 US-Dollar und verfehlte damit deutlich den von Analysten erwarteten Verlust von 2,19 US-Dollar je Anteilsschein.
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Saylor verteidigt Vorstoß in digitale Kreditprodukte
Firmengründer und Executive Chairman Michael Saylor betonte, Strategy baue Digital Credit trotz verhaltener Stimmung und deutlicher Marktskepsis weiter als neue Anlageklasse aus. Vorstandschef Phong Le erklärte, Ziel sei es, die STRC-Vorzugsaktie möglichst nahe an ihrem Nennwert von 100 US-Dollar zu handeln. Finanzchef Andrew Kang verwies auf 18 aufeinanderfolgende Monate mit Dividendenzahlungen.
Analysten sind sich uneins, ob das Modell einen lang anhaltenden Bärenmarkt übersteht. Nikolaos Panigirtzoglou, Managing Director bei JPMorgan, hat gewarnt, die vom Aufsichtsrat erteilte Ermächtigung, Bitcoin zu verkaufen, schaffe ein Zwei-Wege-Risiko für den Gesamtmarkt. Strategy habe in diesem Jahr rund 70 % der Nettozuflüsse in digitale Vermögenswerte auf sich gezogen.
Die Aktie schloss am Donnerstag bei 97,74 US-Dollar, ein Tagesplus von 4,41 %, liegt auf Jahressicht aber weiterhin um mehr als ein Drittel im Minus.
Bitcoin-Korrektur stellt Bilanz von Strategy neu auf
Im laufenden Jahr hat Strategy über sogenannte At-the-Market-Aktienprogramme 17,06 Milliarden US-Dollar eingeworben, Wandelanleihen im Nennwert von 1,5 Milliarden US-Dollar für rund 1,38 Milliarden US-Dollar zurückgekauft und den ausstehenden Wandelanleihe-Nennbetrag auf 6,71 Milliarden US-Dollar reduziert.
Zudem hat das Unternehmen seine Dollar-Reserve auf 3,75 Milliarden US-Dollar aufgestockt, rund 218,4 Millionen US-Dollar an Bitcoin veräußert, um Vorzugsdividenden zu bedienen, und die Dividendenrate der STRC-Papiere auf 12 % angehoben.
Das Quartal verlängert eine belastende Phase. Bereits in den ersten drei Monaten 2026 hatte Strategy 12,8 Milliarden US-Dollar verloren – damals wirkten dieselben Rechnungslegungsvorschriften in die andere Richtung. Im Juni beendete der Verwaltungsrat eine vierjährige Selbstverpflichtung, keine Bitcoin zu verkaufen. Die Kryptowährung hat sich seit ihrem Hoch im Oktober 2025 bei knapp 126.000 US-Dollar nahezu halbiert und notiert inzwischen deutlich unter dem durchschnittlichen Einstandskurs des Unternehmens.
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