Apple-Chef John Ternus hat frühe faltbare Smartphones als „irgendwie billig und ziemlich mies“ bezeichnet – und damit begründet, warum Apple erst sieben Jahre nach Samsung mit dem $1,999 iPhone Duo in den Markt startet.
Wichtigste Punkte:
- Ternus kritisierte Foldables der Konkurrenz aus den 2010er-Jahren als schlecht verarbeitet – ein Schlüssel zur Erklärung für Apples späten Einstieg.
- Bereits 2011 reichte er gemeinsam mit Ingenieuren einen Apple-Patentantrag für Foldables ein.
- Das Duo ging am Freitag in den Vorverkauf und startet am 23. Oktober – der Preis dürfte jedoch viele Käufer abschrecken.
Ternus’ Abrechnung mit frühen Foldables
Ternus äußerte sich in einem Interview, das am Donnerstag im Rahmen einer Auswahl der besten Erfindungen des Jahres erschien – mit dem iPhone Duo auf dem Titel. Viele Foldables der 2010er-Jahre galten als fragil und litten unter einem deutlich sichtbaren Knick in der Displaymitte. „Die anderen Beispiele da draußen fühlten sich irgendwie billig und ziemlich mies an“, sagte er.
Ternus und fünf weitere Apple-Ingenieure meldeten bereits 2011 ein Patent für faltbare Geräte an – zu einer Zeit, als Klapphandys noch weit verbreitet waren. Schon damals wirkten flexible OLED-Displays für ihn unausweichlich.
Richard Dinh, Vizepräsident Produktdesign bei Apple, erzählt, er habe Ternus einmal gefragt, ob man sich bei der Oberfläche mit einem Material wie bei der Konkurrenz zufriedengeben solle. Ternus habe geantwortet, er werde wissen, wann es „richtig“ sei. Am Ende kombinierte Apple eine eigens entwickelte Polymeroberfläche mit einem Scharnier aus über 100 präzisionsgefertigten Einzelteilen. Erste Nutzer berichten, die Falz sei kaum wahrnehmbar.
Die Vorbestellungen starteten am Freitag um 5 Uhr morgens Pacific Time, vor dem Marktstart am 23. Oktober. Im zugeklappten Zustand bietet das Gerät ein 5,4‑Zoll-Außendisplay, aufgeklappt verwandelt es sich in einen 7,6‑Zoll-Bildschirm.
Außerdem lesenswert: Wie Apples iPhone Duo in 30 Minuten vom Vorverkauf in den Rückstand rutschte
Was für Apple beim iPhone Duo auf dem Spiel steht
Analyst Neil Cybart, der Apple seit über einem Jahrzehnt beobachtet, hält Ternus für eine folgerichtige Wahl an der Konzernspitze. Ternus stehe seit Langem für Apples Designfokus. Seit er Tim Cook am 1. September abgelöst hat, verbringt Ternus mehrere Tage pro Woche im Studio mit den Teams für Industriedesign und Benutzeroberflächen.
Samsung brachte sein erstes Foldable 2019 auf den Markt, und die starke Nachfrage nach dem Galaxy Z Fold8 signalisiert eine wachsende Kategorie – vor allem in Asien. Dennoch könnten viele Verbraucher beim Preis des Duo zurückschrecken, zumal sich das Headset Vision Pro im vergangenen Jahr schwach verkauft hat.
Ternus hat Konkurrenz-Foldables zuvor bereits scharf kritisiert. In einem Interview im September nach der Vorstellung des Duo beschrieb er Android-Modelle als „billig wirkende Plastikoberflächen, die sich haptisch nicht gut anfühlen“. Apple setze dagegen auf eine Nanotextur, die das Display flach halte.
In einer französischen Talkshow später im selben Monat erklärte Ternus, Apple habe sich bewusst dagegen entschieden, einfach zwei phone-förmige Hälften zusammenzuklappen – dieses Konzept führe zu einem unhandlichen, quadratischen Gerät.
Als Nächstes lesen: Kann USDC die Schwellenländer erobern? Circle steht vor dem Praxistest

