Tether sieht sich wegen USDT-Einfrierung vor Haftbefehl mit Klage über 42,4 Mio. Dollar konfrontiert

A $42.4 million USDT freeze puts Tether in a federal court fight over action taken before a seizure warrant. (Image: Shutterstock)
A $42.4 million USDT freeze puts Tether in a federal court fight over action taken before a seizure warrant. (Image: Shutterstock)

Der Stablecoin-Emittent Tether sieht sich einer bundesweiten Klage in den USA ausgesetzt, nachdem zwei thailändische Geschäftsleute erklärten, das Unternehmen habe 42,4 Millionen Tether (USDT) fast vier Monate eingefroren, bevor die Behörden überhaupt einen richterlichen Beschlagnahmebeschluss erwirkt hätten.

Wichtigste Fakten:

  • Zwei thailändische Unternehmer behaupten, Tether habe zehn Ethereum-(ETH)-Adressen mit insgesamt 42,4 Millionen USDT auf eine Blacklist gesetzt, bevor ein Haftbefehl vorlag.
  • Ein später erlassener Beschluss aus North Carolina ordnete an, die Token zu verbrennen und sie an eine Regierungswallet neu auszugeben.
  • Die Klage fordert die Wiederherstellung des Zugriffs, Schadensersatz, Herausgabe der Reserveerträge sowie Strafschadenersatz; Tether hat bislang nicht reagiert.

Zeitachse der Tether-Einfrierung

Nutthawat Rukthammachalern und Natthawat Kasamvilas reichten ihre Klage am 31. August beim Bundesgericht für den Southern District of New York ein. Sie geben an, Tether habe am 30. Oktober 2025 zehn Ethereum-Adressen mit insgesamt 42.417.785,62 USDT auf die Blacklist gesetzt.

Zwei Tage später nahmen die Männer nach eigener Darstellung Kontakt zu Tether auf. Das Unternehmen habe sie direkt an einen Ermittler der Homeland Security Investigations verwiesen, ohne eine rechtliche Grundlage für das Einfrieren zu nennen, heißt es in der Klageschrift.

Eine US-Richterin in North Carolina stellte am 19. Februar 2026 einen Beschlagnahmebeschluss aus, der Tether anwies, die Token zu verbrennen und sie an eine Regierungswallet neu zu emittieren.

Fünf Tage danach gaben die Strafverfolgungsbehörden eine Beschlagnahme von 61 Millionen USDT bekannt, die mutmaßlich mit sogenannten Romance-Investment-Betrügereien in Verbindung stehen. Die Anwältin Ariel Givner, die auf die Eingabe aufmerksam machte, betont, dass die Kläger den Vorwurf der Regierung, es handle sich um Betrugserlöse, nicht bestreiten. Die Klage stützt sich stattdessen auf Ansprüche wegen unrechtmäßiger Umwidmung, Besitzstörung („trespass to chattels“) und ungerechtfertigter Bereicherung.

Auch interessant: Bitcoin fällt unter 76.500 Dollar, nachdem iranische Angriffe einen globalen Ölschock auslösen

Juristische Fallstricke rund um USDT

Die Kläger verlangen, dass die Übertragbarkeit der Token wiederhergestellt und jegliches Verbrennen untersagt wird, außerdem die Herausgabe der aus den Reserven erzielten Erträge sowie Schaden- und Strafschadenersatz. In der Beschwerde heißt es, „eine informelle Bitte eines Strafverfolgungsbeamten stellt nach US-Bundesrecht kein rechtliches Verfahren irgendeiner Art dar“. Die Kläger führen an, sie hätten die USDT im Sekundärmarkt erworben und Tethers Nutzungsbedingungen nie akzeptiert.

Laut Klageschrift hält Tether rund 130 Milliarden Dollar in US-Staatsanleihen über Cantor Fitzgerald und kassiert weiterhin Kuponerträge, während Inhaber eingefrorener Token weder frei verfügen noch einlösen können.

Tether hat bislang keine Stellungnahme im Verfahren abgegeben, und es liegt noch keine inhaltliche Entscheidung eines Gerichts vor. Die Antwort des New Yorker Gerichts sowie ein Beschluss in North Carolina zu dem von den Klägern am 31. Juli gestellten Rückgabeantrag dürften die nächste Phase des Verfahrens maßgeblich prägen.

Die Einfrierpraxis von Tether steht schon länger unter Beobachtung – unter anderem in Fällen, in denen Gelder bewegt wurden, bevor Blacklists vollständig umgesetzt waren, sowie in Situationen, in denen Tether innerhalb weniger Stunden auf Anfragen des US-Sanktionsamts OFAC reagierte. Circle wählte in einem anderen Fall einen anderen Kurs und weigerte sich, eingefrorene USD Coin (USDC) ohne klare gesetzliche Grundlage neu auszugeben.

Gegenüber Yellow.com nahm Tether in einer Stellungnahme zu der Klage Stellung: „Die neue Klage gegen Tether ist ein unbegründeter Versuch, Tethers wichtige Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden weltweit – einschließlich des US-Justizministeriums – bei der Verhinderung des rechtswidrigen Einsatzes von USDT zu untergraben.“

Lesen Sie weiter: Ethereum-Leverage steigt, während ein großer Whale 253 Mio. Dollar an Börsen transferiert

Murtuza Merchant profile photo

Murtuza Merchant

Murtuza ist ein erfahrener Finanzjournalist mit umfassender Erfahrung in der Berichterstattung über Kryptowährungen und Blockchain-Technologie. Er hat unter anderem für Benzinga und Cointelegraph beigetragen und über neue Trends, das regulatorische Umfeld und mehr berichtet. Du findest ihn unter @murtuza_merc auf Twitter und mmerchant001 auf Telegram. Offenlegung: Murtuza hält ATOM, AKT, TIA, INJ und OSMO.

Haftungsausschluss und Risikowarnung: Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen nur Bildungs- und Informationszwecken und basieren auf der Meinung des Autors. Sie stellen keine Finanz-, Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Kryptowährungsassets sind hochvolatil und unterliegen hohen Risiken, einschließlich des Risikos, Ihre gesamte oder einen erheblichen Teil Ihrer Investition zu verlieren. Der Handel oder das Halten von Krypto-Assets ist möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten sind ausschließlich die des Autors/der Autoren und repräsentieren nicht die offizielle Politik oder Position von Yellow, seinen Gründern oder seinen Führungskräften. Führen Sie immer Ihre eigenen gründlichen Recherchen (D.Y.O.R.) durch und konsultieren Sie einen lizenzierten Finanzprofi, bevor Sie eine Anlageentscheidung treffen.
Tether sieht sich wegen USDT-Einfrierung vor Haftbefehl mit Klage über 42,4 Mio. Dollar konfrontiert | Yellow