Tether‑CEO Paolo Ardoino hat Spekulationen über ein Rennen um eine eigene, rund 1 Milliarde US‑Dollar schwere „Stablechain“ zurückgewiesen. Der Stablecoin USDT (USDT) soll demnach weiterhin ausschließlich auf externen Blockchain‑Netzwerken laufen.
Zentrale Aussagen:
- Ardoino betonte, Tether entwickle keine eigene Blockchain und habe auch keine Pläne dafür.
- CoinMarketCap hatte Tether gemeinsam mit Stripe und Circle als Teil eines Stablechain‑Vorstoßes im Volumen von mehr als 1 Mrd. US‑Dollar eingeordnet.
- Tether setzt weiter auf eine breite USDT‑Verteilung über Dritt‑Netzwerke, statt selbst die zugrunde liegende Infrastruktur zu kontrollieren.
Tethers Dementi einer eigenen Blockchain
Ardoino veröffentlichte seine Klarstellung am 15. August, nachdem CoinMarketCap eine Analyse publiziert hatte, die Tether mit Stripe und Circle in einem größeren Vorstoß zum Aufbau stablecoin‑fokussierter Zahlungsnetzwerke zusammenfasste. Laut der Untersuchung haben Unternehmen in dieser Kategorie zusammen mehr als 1 Mrd. US‑Dollar eingeworben, um digitale Dollar effizienter zu transferieren.
Die These gewann an Fahrt, weil Tether die Projekte Plasma und Stable unterstützt – zwei eigenständige Blockchains, die auf Stablecoin‑Transfers ausgerichtet sind. Stable zielt auf institutionelle Kunden und nutzt USDT für Netzwerkgebühren, während Plasma stärker auf das Retail‑Geschäft ausgerichtet ist und in einem Token‑Verkauf rund 373 Mio. US‑Dollar einsammelte. Tether betreibt jedoch keines dieser Netzwerke selbst.
Ardoino wies die Interpretation zurück, diese Engagements seien ein Signal für eine Strategie hin zu einer eigenen Blockchain. „Tether baut KEINE Blockchain und hat keine Pläne, eine zu bauen. Wir bleiben agnostisch und unterstützen viele Transportebenen für unsere Stablecoins“, schrieb er.
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Netzwerkausrichtung von USDT
Mit diesem Ansatz bleibt USDT über zahlreiche Netzwerke verteilt, die nicht unter Tethers direkter Kontrolle stehen. Den Großteil des Angebots tragen Tron (TRX) und Ethereum (ETH). CoinMarketCap schätzt, dass USDT‑Nutzer jährlich rund 2,9 Mrd. US‑Dollar an Gebühren an externe Blockchains zahlen – Erlöse, die Tether mit einer eigenen Infrastruktur theoretisch selbst vereinnahmen könnte.
Stattdessen scheint Tether klar die breite Verteilung gegenüber der direkten Kontrolle der „Rails“ zu priorisieren, um die Liquidität seines Stablecoins mit einer Marktkapitalisierung von knapp 183 Mrd. US‑Dollar zu sichern.
Das Modell verschafft dem Unternehmen zudem Flexibilität über verschiedene Netzwerke hinweg – etwa als Tether USDT‑Bestände auf Tron in Abstimmung mit dem US‑Finanzministerium (Office of Foreign Assets Control, OFAC) einfrierte. Diese Reichweite bleibt ein zentraler Pfeiler von Tethers Marktstellung.
Die Positionierung erfolgt in einer Phase, in der Circle USDC (USDC) in mehreren Märkten ausbaut und an „Arc“ arbeitet, während Stripe mit „Tempo“ eine eigene Infrastruktur für Stablecoin‑Zahlungen entwickelt. Tether steht gleichzeitig in Europa unter Druck durch MiCA‑Regeln, einschließlich der USDT‑Delistung bei Revolut, und erhielt in diesem Monat erstmals ein uneingeschränktes Testat von KPMG. Die jüngsten Schritte unterstreichen eine Strategie, die auf die Unterstützung externer Netzwerke setzt, statt sie zu ersetzen.
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