Trezor meldet, dass durch eine Datenpanne bei seinem Versanddienstleister weitere 67.000 US-Kunden betroffen sind – damit steigt die Zahl der bekannten Betroffenen auf über 80.000.
Wichtigste Fakten:
- Für 67.000 zusätzliche US-Kunden wurden vollständige Bestelldaten offengelegt, womit die bekannte Gesamtzahl über 80.000 steigt.
- Die neu identifizierten Datensätze stammen aus dem Zeitraum November 2019 bis August 2021.
- Trezor betont, dass seine Systeme, Hardware-Wallets, privaten Schlüssel und Wallet-Backups nicht kompromittiert wurden.
Datenleck bei Trezor weitet sich aus
In einem Update vom 4. September teilte Trezor mit, dass weitere 67.000 US-Kunden betroffen seien. Es handelt sich um Bestellungen, die zwischen November 2019 und August 2021 aufgegeben wurden.
Offengelegt wurden Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Lieferadressen und Bestellnummern. Alle neu identifizierten Betroffenen wurden per E-Mail informiert.
ShipMonk, der Logistikpartner von Trezor, hatte diese Datensätze gespeichert, obwohl Trezor nach eigenen Angaben wiederholt deren Löschung verlangt und schriftliche Bestätigungen erhalten hatte, dass die Daten gemäß Vertrag und Datenschutzrichtlinien entfernt worden seien. „Wir sind sehr enttäuscht, dass die Daten trotz dieser Bestätigung nicht aus ihren Systemen gelöscht wurden“, erklärte Trezor.
Damit klettert die bekannte Gesamtzahl der Betroffenen auf über 80.000. In einer Mitteilung im August hatte Trezor berichtet, dass bei 11.742 Kunden Namen, E-Mails, Telefonnummern und Lieferadressen offengelegt wurden, während bei 1.947 Kunden in geringerem Umfang Daten kompromittiert waren.
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Risiko für Krypto-Sicherheit
Trezor betont, dass die eigenen Systeme nicht gehackt wurden und weder private Schlüssel, noch Wallet-Backups oder Gerätegeheimnisse nach außen gelangten. Die Hardware-Wallets selbst seien weiterhin sicher.
Das Hauptproblem ist das Abfließen von Kundendaten, mit denen Angreifer gezielt Besitzer von Hardware-Wallets identifizieren und hochgradig glaubwürdige Betrugsversuche aufsetzen können.
Das Unternehmen warnt Betroffene vor gefälschten E-Mails, betrügerischen Anrufen und Briefen und verweist ausdrücklich auch auf mögliche physische Sicherheitsrisiken. Damit geht der Vorfall deutlich über ein übliches Konto-Sicherheitsproblem hinaus.
Die Sicherheitsfirma TRM Labs weist seit Längerem darauf hin, dass Selbstverwahrung von Krypto-Vermögen Risiken nicht beseitigt, sondern sie an andere Stellen der Sicherheitskette verlagert. Im vorliegenden Fall bleiben die Wallets zwar technisch geschützt, doch die Versanddaten legen Identität, Kontaktdaten und Wohnadresse der Besitzer offen.
Der Vorfall war erstmals am 13. August öffentlich gemacht worden, als Trezor erklärte, dass das Leck bei ShipMonk rund 13.689 Kunden betreffe und den Großteil der Exponierung zunächst mit jüngeren Bestellungen im Rahmen einer 90-Tage-Speicherfrist in Verbindung brachte.
Die spätere Entdeckung von Datensätzen aus dem Jahr 2019 zeigt jedoch, dass ältere Kundendaten entgegen den Löschvorgaben von Trezor in den Systemen von ShipMonk verblieben.
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