Ethereum (ETH)-Mitgründer Vitalik Buterin unterstützt ein von Bitcoin (BTC) inspiriertes Skalierungsdesign, das den dauerhaften Zahlungszustand deutlich verkleinern und große Transaktionsbatches in Nachweise von nur 128 kB komprimieren könnte.
Zentrale Punkte:
- Buterin unterstützt einen Bitcoin-inspirierten UTXO-Ansatz für einfache Ethereum-Zahlungen.
- Das Design könnte den dauerhaften Speicherbedarf von rund 150 Gigabyte pro Milliarde Accounts auf etwa 300 Megabyte pro Milliarde ausgegebener Outputs senken.
- Für keine der Ideen gibt es einen Starttermin, und Ethereum-Client-Teams haben sich nicht auf eine Umsetzung festgelegt.
UTXO-Design für Ethereum
Buterin unterstrich diese Richtung am 16. August auf X, lobte Bitcoin-Entwickler für Utreexo und ordnete den Ansatz als Teil von Ethereums geplanter Skalierungsstrategie ein. Das Kernproblem ist das Wachstum des Zustands („state“).
Ethereum-Knoten halten derzeit alle Kontostände vor. Jeder Eintrag belegt etwa 100 bis 150 Byte und bleibt gespeichert, selbst wenn ein Account inaktiv wird. Eine Milliarde Accounts kann so bis zu 150 Gigabyte beanspruchen – auch ruhende Adressen belasten die Infrastruktur dauerhaft.
Ethereum Foundation-Forscher Toni Wahrstätter schlug im Juli vor, für einfache Zahlungen auf ein UTXO-ähnliches Modell umzusteigen. Dabei würden keine beständigen Salden mehr geführt, sondern ausgebbare Outputs, die nach dem Ausgeben gelöscht werden. Mit grob einem Drittel Byte pro verbrauchtem Output käme eine Milliarde dieser Outputs auf rund 300 Megabyte; Zahlungen könnten zudem ihre eigenen Gebühren decken.
Auch lesenswert: OpenAI bringt Computer-Historie auf den Mac und speichert ChatGPT-Erinnerungen unverschlüsselt
Vitalik Buterins Perspektive
Entwickler conall.gwei kombinierte diesen Ansatz mit einem Vorschlag Buterins aus dem Januar, Transaktionsprüfungen in kompakte Nachweise zu bündeln. Demnach könnten Block-Builder einen einzigen 128-kB-Sammelbeleg für einen großen Zahlungsbatch veröffentlichen. Buterin kommentierte: „Bitcoiners deserve a lot of credit for pioneering many of these ideas (see Utreexo).“
Buterin zielt darauf ab, dass Ethereum sowohl UTXO-artige Zahlungsstrukturen als auch das dynamische Kontenmodell unterstützt – ohne alle Nodes mit identischer, stetig wachsender Zustandslast zu überziehen. Utreexo ermöglicht die Verifizierung von Coins, ohne die vollständige Menge der UTXOs dauerhaft vorzuhalten; STARK-basierte Nachweise sind bereits Teil seiner „Lean Ethereum“-Roadmap. Für keine der beiden Richtungen existiert jedoch ein konkreter Rollout-Plan.
Kritik kam von Cardano (ADA)-Mitgründer Charles Hoskinson, der Ethereum nach dem Juli-Vorschlag vorwarf, Cardanos coin-basiertes Tracking-Modell zu kopieren. Der Streit bleibt jedoch eher eine Randnotiz. Entscheidend ist, dass geringere Zustandsanforderungen helfen könnten, die Dezentralisierung zu bewahren, während das Zahlungsvolumen wächst.
An den Märkten zeigte sich zunächst kaum Wirkung: ETH notierte um 1.903 US-Dollar, ein Tagesplus von 1,28 %, aber weiter unter der Marke von 2.000 US-Dollar nach mehreren Wochen Seitwärtsbewegung. Die Umsetzung bleibt der entscheidende Belastungstest. Sollten Client-Teams beide Ideen übernehmen, könnte Ethereum das permanente Wachstum seines Account-Zustands bremsen, ohne das flexible Kontenmodell aufzugeben.
Über das Jahr 2026 hinweg betonte Buterin wiederholt, dass Ethereums größter Engpass im Zustand und in der Datenspeicherung liege – nicht allein in der Kapazität der Layer-2-Lösungen. Die Foundation setzte im Februar neue Protokollprioritäten und änderte in diesem Monat zentrale Kryptografie-Bausteine, um die Resilienz gegenüber Quantenangriffen zu erhöhen.
Nächster Artikel: Missbrauch von Ethereum-Adressen steigt auf 65.340 Fälle, Verluste über 574,8 Mio. US-Dollar





