Große Bitcoin-(BTC)-Wallets haben seit dem 29. Juli mehr als 1,2 Milliarden Dollar an Coins eingesammelt, während der Kurs unter 65.000 Dollar festgenagelt blieb.
Wichtigste Punkte
- Wallets mit 10 bis 10.000 BTC kauften in knapp einer Woche über 20.000 Coins hinzu.
- US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten Zuflüsse von 754,69 Mio. Dollar – die stärkste Serie seit April.
- Der Senat vertagte die Abstimmung über den Clarity Act auf September und nahm dem Markt damit einen kurzfristigen Kurstreiber.
Wale-Käufe laut Santiment
On-Chain-Daten des Analysehauses Santiment zeigen, dass Wallets mit Beständen zwischen 10 und 10.000 BTC seit dem 29. Juli über 20.000 Coins akkumuliert haben – in nicht einmal einer Woche. Santiment ordnet diese Gruppe als „Wale und Haie“ ein und wertet ihre Netto-Käufe als Richtungsindikator, da große Adressen historisch oft den übergeordneten Trend vorwegnehmen. Eingesammelt wurde alles unterhalb der Marke von 65.000 Dollar.
Kleinanleger mit Wallets unter 0,01 BTC bewegten sich derweil in die Gegenrichtung: Ihre aggregierten Bestände sanken im gleichen Zeitraum um 0,55 %. Santiment führt diese Trennung im Markt auf den Coldcard-Vorfall zurück.
Angreifer nutzten eine Firmware-Schwachstelle in Geräten von Coinkite aus und haben damit über 100 Millionen Dollar an Bitcoin abgezogen.
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ETF-Zuflüsse nähern sich 755 Millionen Dollar
US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten in dieser Woche Zuflüsse von insgesamt 754,69 Millionen Dollar, wie Daten von SoSoValue zeigen – die kräftigste Nachfragewelle seit April. Der Löwenanteil entfiel mit rund 479 Millionen Dollar auf den iShares Bitcoin Trust von BlackRock. Die Erholung übertraf das gesamte Netto-Plus des Juli von 172,43 Millionen Dollar bereits in den ersten beiden Handelstagen im August und beendete damit eine Phase nahezu völliger Zurückhaltung institutioneller Investoren.
Besonders der Mittwoch stach heraus: Allein an diesem Tag flossen netto 244,4 Millionen Dollar in die Produkte, davon entfielen 196,83 Millionen Dollar auf den iShares-Fonds.
Clarity-Act-Verzögerung begrenzt Aufwärtspotenzial von Bitcoin
Liya Kalchev, Analystin bei Nexo, sieht in den ETF-Zuflüssen die derzeit klarste Trendwende im Markt und verweist auf stetig steigende Volumina im Wochenverlauf. Von einem belastbaren Vertrauensbeweis möchte sie dennoch nicht sprechen.
Der „marginale Käufer“ sei eher taktisch unterwegs als langfristig überzeugt, argumentiert sie. Für eine tragfähige Erholungsgeschichte brauche es aus ihrer Sicht zunächst einen klaren Tagesschlusskurs über 65.000 Dollar.
Auf der Gegenseite bremst die Politik: Senatsmehrheitsführer John Thune erklärte am späten Donnerstag, dass die Kammer nicht mehr vor der August-Pause über den Clarity Act abstimmen werde. Die Demokraten verweigerten die notwendige einstimmige Zustimmung für eine zügige Terminierung im Plenum. Damit liegt das Gesetzespaket zur Marktstruktur auf Eis, bis der Senat im September nach Washington zurückkehrt.
Händler betrachten die Vorlage seit Langem als möglichen Auslöser für eine breitere Welle institutioneller Käufe. Die Wettquoten auf der Plattform Polymarket für eine Unterzeichnung im Jahr 2026 sind von über 70 % Anfang Mai auf zuletzt rund 15 % abgesackt.
Der Bitcoin-Kurs tritt derweil auf der Stelle. Die Kryptowährung pendelt seit weiten Teilen des Sommers überwiegend zwischen 62.000 und 65.000 Dollar. Nach dem ersten Coldcard-Schock verlor BTC zunächst rund 2.000 Dollar, machte diese Verluste danach jedoch vollständig wieder wett.
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