Samsung will Galaxy AI noch in diesem Jahr auf 800 Millionen Geräten bringen, während Apple auf Zurückhaltung setzt – und Analysten sich weiterhin nicht einig sind, welche Wette bislang aufgeht.
Die wichtigsten Punkte:
- Samsung nutzte den Launch in London am 22. Juli, um agentische KI in drei neue Foldables, zwei Uhren und seine ersten Smart Glasses zu bringen.
- Apple hat Siri auf Basis eigener Foundation-Modelle und Private Cloud Compute neu gebaut – und das Buzzword „agentic“ auf der Bühne kaum verwendet.
- Counterpoint erwartet, dass generative KI-Smartphones 2026 auf 45 Prozent Marktanteil kommen, sieht aber weiter kaum echte Wechselanreize für Käufer.
Galaxy AI: Samsung zieht agentische KI durchs gesamte Ökosystem
Samsung hat in London das Galaxy Z Fold8, das Z Fold8 Ultra und das Z Flip8 vorgestellt – flankiert von zwei neuen Smartwatches und der ersten eigenen Datenbrille. Die Einstiegspreise der drei Smartphones beginnen bei 1.199 US‑Dollar und reichen bis 2.099 US‑Dollar.
TM Roh, Chef der Gerätesparte „Device Experience“, kündigte an, dass Galaxy AI bis Jahresende auf 800 Millionen Geräten laufen soll. Gezählt werden sowohl neue Modelle als auch bestehende Smartphones, die entsprechende Software-Updates erhalten. Roh beschrieb den Wandel so, dass KI von einer sichtbaren Funktion zu einer unsichtbaren Infrastrukturschicht werde.
One UI 9 auf Basis von Android 17 erlaubt es Googles Gemini, den Bildschirminhalt auszulesen und ganze Aktionsketten über mehrere Apps hinweg auszuführen, während der Nutzer parallel etwas anderes macht.
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Apple Intelligence: Chip-Power und Datenschutz statt KI-Show
Apple schlug auf seiner Entwicklerkonferenz am 8. Juni bewusst einen anderen Weg ein und präsentierte einen grundlegend überarbeiteten Assistenten namens Siri AI. Beide Konzerne hatten bereits im Januar eine mehrjährige Gemini-Kooperation angekündigt.
Hinter den Kulissen ist das Modell komplexer als die Schlagzeilen vermuten lassen: Analysten, die die Keynote ausgewertet haben, stellten fest, dass Siri AI auf Apples eigenen Foundation-Modellen statt auf Geminis Chat-Infrastruktur läuft. Apple hat vier seiner fünf Modelle mit Hilfe von Ausgaben aus Googles Frontier-Systemen verfeinert – Trainingsdaten und Privacy-Architektur aber komplett im eigenen Haus gehalten.
Rechenintensive Anfragen laufen über Private Cloud Compute, nicht über die Server eines Partners. Die Führungsspitze mied den Begriff „agentic“ nahezu vollständig, und der neue Assistent startet zunächst als Vorabversion hinter einer Warteliste.
Analysten uneins über den Führenden im KI-Smartphone-Rennen
Unter Marktforschern gibt es keinen klaren Favoriten. Counterpoint Research prognostiziert, dass Smartphones mit generativer KI 2026 auf 45 Prozent der weltweiten Auslieferungen kommen und 2027 auf 52 Prozent steigen werden.
Forschungsdirektor Tarun Pathak sieht generative KI inzwischen als Standardausstattung oberhalb eines Großhandelspreises von 400 US‑Dollar – ohne dass Nutzer bisher einen zwingenden Grund sehen, deswegen ein neues Gerät zu kaufen.
Pathak bezeichnete das neue Siri zugleich als vielversprechend: Frühzeitige Beta-Rezensionen seien positiv, und die enge Verzahnung in Apples Ökosystem verschaffe dem Assistenten Rückenwind.
Die Bewährungsprobe auf der Hardware-Seite wird im September erwartet, wenn Apple nach allgemeiner Einschätzung sein erstes faltbares iPhone vorstellt. Analyst Gerrit Schneemann vom selben Haus sagte gegenüber Medien, die Gerätekategorie könnte erst dann wirklich durchstarten, wenn Apple sie überzeugend bespiele – und ihr damit so etwas wie ein Gütesiegel verleihe.
Samsung fährt diese Foldable-Strategie bereits seit zwei Jahren hoch. Der Konzern hatte Galaxy AI Ende 2024 zunächst für 200 Millionen Geräte veranschlagt – und das Ziel inzwischen vervierfacht. Apple musste sich im gleichen Zeitraum viel Kritik dafür anhören, dass es eine personalisierte Siri-Version für 2024 versprach, aber erst im Juni dieses Jahres als funktionsfähige Umsetzung zeigen konnte.
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