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Warum tritt Bitcoin unter 70.000 $ auf der Stelle, während Gold steigt? Wintermute verweist auf einen strukturellen makroökonomischen Bruch

Warum tritt Bitcoin unter 70.000 $ auf der Stelle, während Gold steigt? Wintermute verweist auf einen strukturellen makroökonomischen Bruch

Wintermute, der Kryptomarket-Maker, veröffentlichte am Montag ein Marktupdate und argumentierte, dass die anhaltende Seitwärtsbewegung von Bitcoin (BTC) unter 70.000 $ eine strukturelle makroökonomische Rotation weg von software-hebelfinanzierten Wachstumswerten widerspiegelt – und keine vorübergehende Korrektur ist.

Der OTC-Desk des Unternehmens beschrieb das aktuelle Umfeld als einen „Regimewechsel“, der von zwei sich gegenseitig verstärkenden strukturellen Kräften getrieben wird: KI-Disruption, die Software-Bewertungen neu bewertet, und Deglobalisierung, die Lieferketten und Inputkosten dauerhaft fragmentierter macht.

Bitcoin ist seit einem Liquidations-Cascade vor zwei Wochen in der Spanne von 64.000–67.000 $ gefangen.

Das Ausbleiben eines nennenswerten Erholungsinteresses, merkt Wintermute an, ist aussagekräftiger als die Handelsspanne selbst.

Die beiden makroökonomischen Treiber

Wintermute identifiziert zwei gleichzeitige strukturelle Trades, die die Bewertungen von Wachstums-Assets komprimieren.

Der erste ist das, was das Unternehmen als „AI Rerate“ bezeichnet – die US-Gewinne für das GJ 25 in Kombination mit jüngsten Modellveröffentlichungen haben den Markt gezwungen, das Risiko der KI-Disruption sektorweise neu zu bepreisen, Software-Wachstumsmultiples zu komprimieren und die Investitionsintensität von Hardware-Plays infrage zu stellen.

Der zweite Treiber ist die Deglobalisierung: Trumps Schwenk von IEEPA zu den Section-122-Zollbefugnissen nach dem Urteil des Supreme Court, so Wintermute argumentiert, sei die deutlichste Bestätigung gewesen, dass Zölle strukturell und nicht vorübergehend sind.

Beide Kräfte greifen laut der Firma dieselbe Bewertungspraemie an, die in global integrierten, software-hebelfinanzierten Wachstumsunternehmen eingebettet ist. Gold, harte Rohstoffe, Industrie, Rüstung und Energie entwickeln sich besser. Value-Strategien funktionieren. Bitcoin nicht.

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Bedingungen im Digital-Asset-Markt

On-Chain- und Derivatedaten bestätigen Wintermutes Einschätzung. US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten über fünf aufeinanderfolgende Wochen Abflüsse von 3,8 Mrd. $ – die längste Abflussserie seit Februar 2025.

BlackRocks IBIT allein verzeichnete in diesem Zeitraum Abflüsse von 2,13 Mrd. $. Das offene Interesse an Bitcoin-Futures fiel im Zuge eines raschen Deleveragings um mehr als 20 % von rund 61 Mrd. $ auf 49 Mrd. $.

Die Basis liegt auf Mehrmonatstiefs. ETH fiel unter 1.900 $, wobei Wintermute 1.600 $ als das bedeutendere technische Niveau hervorhebt, das man im Auge behalten sollte.

Der Desk von Wintermute bemerkte zur Wochenmitte ein kurzes Interesse vermögender Privatkunden, selektive Altcoins zu kaufen – ein kleines Überzeugungssignal in einem ansonsten defensiven Umfeld, das „sehr schnell verblasste“.

Die zentrale offene Frage

Wintermute verzichtet darauf, dies als Paradigmenwechsel zu bezeichnen, und weist darauf hin, dass Wachstumsschocks im vergangenen Jahrzehnt wiederholt umgekehrt wurden, sobald die Risikobereitschaft zurückkehrte.

Der strukturelle Unterschied diesmal ist laut der Firma, dass sowohl die KI-Neubewertung als auch die Deglobalisierung nicht zyklisch sind.

Wie dauerhaft sich das aktuelle makroökonomische Narrativ erweist, ist aus ihrer Sicht die zentrale Frage für Kryptowährungen im Jahr 2026 – und eine, die weiterhin unbeantwortet bleibt.

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