Tether (USDT) hat laut einer neuen Recherche mehr als 6 Millionen Dollar an eine Beratungsfirma gezahlt, an der Bo Hines beteiligt ist – just in der Zeit, in der er als Krypto-Berater von Donald Trump an einem Stablecoin-Gesetz mitarbeitete.
Wichtigste Punkte:
- Nxum schloss den Tether-Deal im Mai 2025, als Hines das Weiße Haus noch in Kryptofragen beriet.
- Hines informierte seine Partner laut Bericht per Signal-Gruppenchat über den Stand der Gesetzesverhandlungen.
- Ein Nxum-Sprecher erklärte, Hines habe während seiner Regierungszeit nichts mit dem Tether-Geschäft zu tun gehabt.
Zahlungen von Tether an Nxum
Hines gründete Nxum gemeinsam mit seinem Vater Todd Hines und dem Marketingmanager Gary Dennis. Die Vereinbarung mit Tether kam nach Angaben einer Zeitungsrecherche im Mai 2025 zustande und wurde am Mittwoch bekannt.
Die erste Zahlung floss, während Hines noch am GENIUS Act feilte. Insgesamt soll Nxum aus dem Deal rund 6,3 Millionen Dollar erhalten haben. Das Geld wurde aufgeteilt zwischen den drei Partnern der Firma.
Hines hielt ein Drittel der Anteile, zog sich zwar aus dem operativen Tagesgeschäft zurück, blieb aber Mitglied im Signal-Chat seiner Partner, während er in Washington tätig war – und leitete laut Bericht Gesetzes-Updates weiter, während diese mit Tether-CEO Paolo Ardoino verhandelten.
Zudem drängte Hines Abgeordnete demnach, das Übergangsfenster für die Einhaltung der neuen Regeln auf drei Jahre zu verlängern. Von dieser Änderung profitierte vor allem Tether. „Bo hat das durchgesetzt“, soll Dennis einem Vertrauten gesagt haben, nachdem Trump mit republikanischen Hardlinern im Repräsentantenhaus einen Kompromiss erzielt hatte.
Ethikfragen rund um Hines
Ein Sprecher von Nxum erklärte, Hines habe während seiner Zeit in der Regierung weder Kenntnis vom Tether-Geschäft gehabt noch daran gearbeitet, keine Tether-bezogenen Zahlungen erhalten und lediglich eine passive Beteiligung gehalten. Tether reagierte nicht auf Anfragen zur Stellungnahme.
Cynthia Brown, leitende Ethik-Juristin bei der Watchdog-Organisation Citizens for Responsibility and Ethics in Washington, verweist darauf, dass Bundesrecht Regierungsmitarbeitern im Grundsatz untersagt, an Vorgängen mitzuwirken, an denen sie ein finanzielles Eigeninteresse haben. Der Bericht kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Tether – der weltweit größte Stablecoin-Emittent – sein US-Geschäft ausbaut. Dieses leitet inzwischen Hines, und zwar auf Basis des Gesetzes, das er selbst vorangetrieben hatte. Ein führender Demokrat im US-Senat prüft bereits Tethers Verbindungen zur Investmentbank Cantor Fitzgerald.
Verflechtungen zwischen Hines und Nxum
Hines kündigte seinen Abschied aus dem Weißen Haus am 9. August 2025 an. Nur zehn Tage später heuerte ihn Tether als strategischen Berater an, bevor er im September zum CEO der neuen US-Einheit des Stablecoin-Anbieters aufstieg.
Im April gab ein mit Tether verbundenes Super-PAC namens Fellowship bekannt, dass seine erste Ausgabe – Wahlwerbung im Volumen von 300.000 Dollar für den Republikaner Clay Fuller aus Georgia – an Nxum ging. Jesse Spiro, ein Manager von Tether U.S., übernahm am 1. April den Vorsitz des PAC, wobei Tether International erklärte, keine formelle Verbindung zu der Gruppe zu haben. Nach den US-Wahlrechtsregeln sind solche Zahlungen zulässig, sofern es sich um echte Dienstleistungen handelt.
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