XRP (XRP) steht zwar unter geringerem Verkaufsdruck, doch die anhaltend schwache Nachfrage, rückläufige Marktteilnahme und verhaltene On-Chain-Aktivität verhindern weiterhin eine überzeugende Markterholung.
Kernaussagen:
- Das offene Interesse in XRP-Derivaten ist börsenübergreifend auf rund 773,5 Mio. US-Dollar gefallen – nach über 1 Mrd. US-Dollar im Mai.
- Die XRP-Reserven auf Binance sind auf etwa 2,62 Mrd. Token gesunken, während die jüngste Wal-zu-Börse-Transferrate auf 82 gefallen ist.
- Das geringere Verkaufsrisiko hat bislang weder stärkere Nachfrage noch frisches Spot-Kapital oder eine klare bullische Trendwende ausgelöst.
Nachfrageseite bleibt schwach
Das offene Interesse über alle Börsen hinweg ist auf rund 773,5 Mio. US-Dollar zurückgegangen und damit deutlich von den Niveaus über 1 Mrd. US-Dollar im Mai abgeprallt – ein Hinweis darauf, dass gehebelte Trader ihr Risiko deutlich reduziert haben.
Auf Binance sank das offene Interesse auf nahezu 350,6 Mio. US-Dollar.
Weniger Hebelwirkung kann zwangsliquidationsbedingte Ausschläge zwar dämpfen, signalisiert aber zugleich eine nachlassende Marktteilnahme – zumal die ausgewiesene Marktkapitalisierung von XRP auf etwa 10,89 Mrd. US-Dollar zurückging, weil frisches Kapital weitgehend ausblieb.
Das erhöhte Verhältnis von Netzwerkwert zu Transaktionsvolumen (NVT) sendet ein weiteres Warnsignal: Die Netzwerkaktivität hat bislang nicht ausreichend angezogen, um eine nachhaltige Erholung fundamental zu untermauern.
Parallel dazu schrumpften die XRP-Bestände auf Binance auf rund 2,62 Mrd. Token. Damit stehen kurzfristig weniger Coins für den unmittelbaren Verkauf zur Verfügung, was den kurzfristigen Verkaufsdruck prinzipiell entschärfen kann.
Allein aus diesem Rückgang lässt sich jedoch nicht ableiten, dass Investoren aktiv akkumulieren.
Signale für eine XRP-Erholung
Die Zuflüsse großer Adressen (Wale) zu Börsen bleiben trotz gelegentlicher Ausschläge gedämpft und sind von fast 27.000 Anfang Juli auf zuletzt nur noch 82 Transaktionen eingebrochen.
Dieser Rückgang reduziert das unmittelbare Risiko, dass Großinvestoren umfangreiche XRP-Bestände zum Verkauf an Börsen verschieben. Das grundlegende Nachfrageproblem des Marktes löst er jedoch nicht.
Für eine robustere Erholung müsste sich das offene Interesse zusammen mit dem Kurs stabilisieren, während frisches Kapital in die Spot-Märkte zurückkehrt und die On-Chain-Aktivität so weit anzieht, dass sich Bewertung und tatsächliche Nutzung wieder stärker annähern. Solange diese Bedingungen nicht erfüllt sind, dürften sinkende Börsenbestände und geringere Wal-Transfers zwar den Verkaufsdruck begrenzen, aber noch kein klares Signal liefern, dass die Käufer wieder die Kontrolle übernommen haben.
Die aktuellen Kennzahlen verlängern damit eine Phase, in der sich die Marktstruktur von XRP weiter aufgeweicht hat: weniger Hebel, weniger Kapitalbeteiligung, geringere Netzwerknutzung – und das, obwohl die Menge der kurzfristig abverkaufsbereiten Token tatsächlich zurückgegangen ist.
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