Ein prominenter Krypto-Datenanalyst äußert Bedenken, dass eines der meistgenutzten Tokenomics‑Werkzeuge der Branche – zeitbasierte Vesting‑ und Unlock‑Pläne – im Zeitalter der liquid derivatives markets. nach hinten losgehen könnte.
In einer Reihe von Beiträgen argumentierte DeFiLlama‑Mitwirkender 0xngmi, dass Token‑Cliffs und Lockups, die ursprünglich dazu gedacht waren, Teams und Frühinvestoren mit langfristiger Kurssteigerung zu synchronisieren, das Gegenteil bewirken können, sobald Perpetual‑Futures‑ und Kreditmärkte für den Token verfügbar sind.
Hedging verändert die Anreizstruktur
Die Logik beruht auf der Marktentwicklung. Wenn ein Token aktive Perpetual‑Futures‑Märkte hat oder geliehen werden kann, können Inhaber gesperrter Zuteilungen zukünftige Unlocks absichern, indem sie die entsprechende Position shorten.
Laut 0xngmi haben Hedgefonds seit Jahren Strukturen aufgebaut, bei denen sie sich verpflichten, gesperrte Token mit einem deutlichen Abschlag zum Spotpreis zu kaufen – manchmal 20 % oder mehr unter dem aktuellen Marktpreis – und gleichzeitig den Token an den Derivatemärkten zu shorten.
Erfolgt der Unlock Monate später, kann diese Struktur attraktive annualisierte Renditen erzeugen.
Aus Sicht der Verkäufer ermöglicht diese Vereinbarung, Gewinne frühzeitig zu sichern und die eigene Exponierung gegenüber Marktvolatilität zu verringern.
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Doch das Vorhandensein einer Short‑Absicherung bringt eine neue Dynamik ins Spiel: Steigt der Tokenpreis vor dem Unlock stark an, kann die Short‑Position erhebliche Verluste verursachen.
Das, so schlägt 0xngmi vor, führt zu einer subtilen, aber wirkungsvollen Verzerrung. Abgesicherte Teilnehmer könnten Preisstabilität oder sogar Abwärtsbewegungen einer starken Aufwärtsbewegung vorziehen.
Anreizmechanismen unter Druck
Token‑Vesting‑Pläne wurden ursprünglich eingeführt, um zu verhindern, dass Insider ihre Zuteilungen sofort verkaufen, und um sicherzustellen, dass Teams motiviert bleiben, langfristigen Wert aufzubauen.
Je höher der Tokenpreis stieg, desto größer war der Auszahlungsbetrag beim Unlock.
Sobald jedoch Derivate‑Liquidität existiert, wird diese lineare Beziehung schwächer. Gesperrte Inhaber können Gewinne frühzeitig über Hedging sichern, reduzieren damit ihre Aufwärts‑Exponierung und schützen sich gleichzeitig gegen Abwärtsrisiken.
0xngmi bezeichnete dies als eine „totale Perversion der Anreize“ und argumentierte, dass ein System, das eigentlich die Interessen von Insidern und Token‑Inhabern in Einklang bringen sollte, inzwischen ein Verhalten fördern könnte, das den Aufwärts‑Preismomentum dämpft.



