Rekordverdächtige 45 % der Zentralbanken planen, ihre Goldreserven in den nächsten 12 Monaten auszubauen – der höchste Anteil seit Beginn der jährlichen Umfrage vor neun Jahren.
Zentrale Punkte
- Rekord: 45 % der Zentralbanken erwarten, ihre eigenen Goldbestände innerhalb eines Jahres zu erhöhen
- 89 % rechnen mit steigenden globalen Reserven der Zentralbanken, nur 1 % prognostiziert einen Rückgang
- Rund 74 % erwarten, dass der Dollar-Anteil an den Reserven in den nächsten fünf Jahren schrumpft
Zentralbanken horten Gold
Die Zahlen stammen vom World Gold Council, das zwischen dem 5. Februar und dem 19. Mai Reserveverwalter befragte und die Ergebnisse am Dienstag veröffentlichte. Die Umfrage erzielte die höchste Beteiligung seit neun Jahren: 89 % der Befragten erwarten weiter steigende offizielle Goldbestände, 84 % rechnen damit, dass der Goldanteil an den Reserven wächst. Barren haben außerdem die US-Staatsanleihen überholt und sind nun der weltweit größte Reservewert – ein Meilenstein, den der Rat im Bericht hervorhob.
Die meisten Banken ohne konkrete Kaufpläne gehen von unveränderten Beständen aus, und nur 1 % rechnet damit, ihre Reserven im kommenden Jahr irgendwann zu kürzen. Die generelle Tendenz bleibt damit klar auf Aufbau gerichtet.
Die Nachfrage ist seit der Pandemie-Ära hoch. Zentralbanken haben seit 2022 im Schnitt 1.000 Tonnen Gold pro Jahr hinzugefügt – doppelt so viel wie das 500-Tonnen-Tempo des vorherigen Jahrzehnts. Nach einer kurzen Pause kehrten die Käufer im April zu Nettokäufen zurück, angeführt von Polen mit 14 Tonnen; China verlängerte seine Serie auf 18 Monate in Folge, während Russland seine eigene Verkaufsserie fortsetzte.
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Dollarflaute stützt Gold
Das Vertrauen in den Dollar erodiert weiter, da Regierungen ihre Bestände breiter über mehrere Leitwährungen streuen. Rund 74 % der Befragten erwarten, dass sein Anteil an den Reserven in den nächsten fünf Jahren sinkt – eine Verschiebung, die der Bericht auf belastete Beziehungen zwischen bestimmten Staaten und Washington zurückführt.
Shaokai Fan, der beim Rat die Zentralbankarbeit leitet, sagte, dass das offizielle Vertrauen in das Metall stabil bleibe. Reserveverwalter nannten die Wertentwicklung von Gold in Krisenzeiten als Hauptgrund für dessen Haltung; ein Rekordwert von 90 % stuft diesen Faktor als relevant ein. Zinsen standen mit 92 % ganz oben auf der Agenda, während geopolitische Instabilität inzwischen die Inflation als Treiber leicht überholt hat.
Volatiles Goldjahr 2026
Trotz dieser Überzeugung der Reserveverwalter fällt die Umfrage in eine Phase einer scharfen und jüngsten Trendumkehr beim Goldpreis. Der Rückgang hat die Debatte darüber neu entfacht, wie weit die Rallye noch tragen kann.
Gold ist seit seinem Rekordstand im Januar um mehr als 26 % gefallen – belastet durch gestiegene Zinserwartungen und eine schwächere Nachfrage nach sicheren Häfen.
Citigroup hat ihr Dreimonatsziel kürzlich von 4.300 auf 4.000 Dollar je Unze gesenkt und verweist auf begrenzten Spielraum nach oben. Einige Optionshändler setzen nun auf einen Preisrückgang um 40 % bis 2028 – eine Wette darauf, ob stetige offizielle Käufe eine abkühlende private Nachfrage ausgleichen können.
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