Bitcoin (BTC) hat nach schwächer als erwarteten US-Inflationsdaten kurzzeitig die Marke von 65.000 Dollar zurückerobert. Doch anhaltende Verkäufe von Bestandsinvestoren und eine verhaltene Spot-Nachfrage lassen die Erholung vor einem entscheidenden Test bei 69.000 Dollar innehalten.
Zentrale Punkte:
- Bitcoin stieg über 65.000 Dollar, fiel dann aber zurück, da zwei Investorengruppen den Anstieg zum Ausstieg nutzten.
- Die realisierten Verluste von Langfrist-Haltern sind deutlich vom jüngsten Hoch zurückgekommen – ein Hinweis, dass der stärkste Verkaufsdruck nachlassen könnte.
- Erst anhaltende Spot-Käufe und ETF-Zuflüsse würden einen nachhaltigen Ausbruch über 69.000 Dollar signalisieren und eine breitere Erholung bestätigen.
Wer derzeit verkauft
BeInCrypto berichtete am 16. Juli, dass Bitcoin binnen 24 Stunden um 0,13 % auf 64.720 Dollar nachgab, nachdem der Kurs zuvor kurz über 65.000 Dollar gestiegen war – obwohl die Verbraucherpreise im Juni um 0,4 % sanken und die Jahresinflation auf 3,5 % zurückging. Auch der Produzentenpreisindex fiel gegenüber Mai um 0,3 %, lag im Jahresvergleich aber 5,5 % höher. Das veranlasste Händler, ihre Wetten auf eine weitere Zinserhöhung der Federal Reserve im Juli zurückzufahren. Der makroökonomische Rückenwind reichte jedoch nicht, um das Überangebot auf der Verkäuferseite vollständig abzubauen.
Nach Daten von Glassnode nutzten Anleger, die nahe früherer Zyklus-Hochs eingestiegen waren, die Kurserholung, um Verluste zu begrenzen. Zugleich realisierten Investoren, die zu lokalen Tiefstständen gekauft hatten, Gewinne in die Stärke hinein. „Zwei Kräfte verankern die Rallye gleichzeitig: Zyklus-Top-Käufer reduzieren Verluste in Stärke, und Käufer an lokalen Tiefs sichern Gewinne. Beide verkaufen in dieselbe Kurs-Erholung hinein“, so Glassnode.
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Blick nach vorn: Glassnode-Einschätzung
Die relative Kennzahl von Glassnode zu Gewinnen und Verlusten bei Langfrist- und Kurzfrist-Haltern zeigt, dass der Verkaufsanteil der Langfrist-Investoren nicht weiter zunimmt, während Gewinnmitnahmen älterer Wallets nahezu zum Erliegen gekommen sind. Die „entity-adjusted“ Kennzahl der realisierten Verluste dieser Langfrist-Halter erreichte vor zwei Wochen ihren Peak und ist seither rückläufig – eine Bedingung, die Glassnode zuvor als notwendig für eine belastbare Erholung definiert hatte.
Der Trend ist ermutigend, aber noch kein Beweis für eine Trendwende.
US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten laut SoSoValue am 14. Juli Zuflüsse von 181 Millionen Dollar und am 15. Juli weitere 108 Millionen Dollar. Gleichzeitig hat das Eindecken von Short-Positionen im Derivatemarkt bislang jedoch keine vergleichbare Nachfrage im Spotmarkt erzeugt. Diese Unterstützung bleibt damit fragil.
„Die Kostenbasis der Kurzfrist-Halter bei rund 69.000 Dollar – also der Break-even der jüngsten Käufer – ist der nächste starke Widerstand. Dort ist mit einer deutlichen Marktreaktion zu rechnen“, erklärte Glassnode.
Ein überzeugender und nachhaltiger Durchbruch über dieses Niveau würde die Erholung klar untermauern. Eine erneute Abweisung an dieser Marke hielte Bitcoin dagegen in der jüngsten Handelsspanne gefangen.
Bitcoin war Anfang Juli auf etwa 58.300 Dollar gefallen, nachdem der Kurs fünf Monate lang unter wichtigen Kostenbasen der Anleger notiert hatte. Anschließend erholte sich die Kryptowährung in den mittleren 60.000er-Bereich, als die realisierten Verluste zu sinken begannen. Vor diesem Hintergrund ist die aktuelle Gegenbewegung eher ein Stresstest für die Nachfrage als eine bereits bestätigte Trendumkehr.
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