Bitcoin-Anleger stehen am 1. September vor einem Hard Fork, den Luke Dashjr unterstützt. Die Umstellung auf BLAKE2b-Mining erhöht Replay- und Kettenauswahl-Risiken, nachdem OCEANs Hashrate um 96 % eingebrochen ist.
Zentrale Punkte:
- Am 1. September ist ein Fork geplant, der auf BLAKE2b umstellt – damit ist aktuelle Bitcoin-Mining-Hardware nicht mehr einsetzbar.
- Luke Dashjr ist nach einem Hashrate-Rückgang von 96 % im August bei OCEAN ausgestiegen.
- Die neue Chain muss rasch Miner gewinnen, um ein Scheitern wie beim BIP‑110‑Fork im August zu vermeiden.
Plan für den Bitcoin-Fork
Luke Dashjr ist als Chairman und Chief Technology Officer des Bitcoin‑Miningpools OCEAN für Bitcoin (BTC) zurückgetreten; der Pool hat zugleich sämtliche seiner Anteile zurückgekauft. Der Abgang folgte auf einen turbulenten August: OCEAN leitete für rund 18 Stunden die Rechenleistung seiner Kunden auf eine Minderheits-Chain um, woraufhin Miner einen Wechsel an der Spitze forderten.
Die unmittelbare Abspaltung ist für den 1. September angesetzt. Dashjrs neue Chain stellt Bitcoins Proof-of-Work-Algorithmus auf BLAKE2b um. Damit können bestehende Bitcoin‑ASICs nicht einfach auf das neue Netzwerk umschwenken.
Nach Ansicht Dashjrs beseitigt BLAKE2b ASICBoost, eine Effizienztechnik, die seiner Meinung nach Großminer bevorteilt, und eröffnet mit CONVOY einen neuen Anlauf für dezentralen Blockbau durch Miner.
Zudem bezeichnet er die bestehende Chain als „Spamcoin“ und behauptet, sie werde „unter zentralisierter Steuerung betrieben, genau wie der US‑Dollar – nur schlimmer“.
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Adam Back warnt
Für Bitcoin-Anleger ergeben sich im Kern zwei praktische Risiken, sollte der Fork greifen: das Replay‑Risiko und die Unsicherheit, welcher Chain ihre Wallet‑Software folgt. Da die Änderung des Proof-of-Work eine eigenständige Coin schafft, werden Märkte und Miner entscheiden, ob das neue Netzwerk substanziellen Wert und Sicherheitsniveau erreicht.
Dashjr rät Inhabern, statt eines Full Nodes eine Light‑Wallet zu verwenden. Bitcoin notierte zuletzt bei rund 77.655 US‑Dollar, ein Minus von 0,59 % auf Tagessicht, aber ein Plus von 23,3 % im August. Die Netzwerk-Hashrate tendiert derweil nach unten, da einige Miner in Verträge im Bereich Künstliche Intelligenz umschichten.
Blockstream‑Mitgründer Adam Back hatte BIP‑110 bereits im Juli als „Idiocracy“ abqualifiziert, während der ehemalige Ripple‑CTO David Schwartz Warnungen vor einem Angriff auf Bitcoin als „Unsinn“ zurückwies. Ihre Kritik spiegelt einen breiten Skeptizismus, ob Dashjrs Anti‑Spam‑Kurs genügend Miner hinter sich bringen kann, um eine alternative Chain dauerhaft zu stützen.
Der frühere BIP‑110‑Vorstoß verlangte 55 % Miner‑Unterstützung, erreichte in der Spitze jedoch nur 2,53 % Signalisierung und kam nach lediglich zwei Blöcken zum Erliegen. Befürworter bündelten ihre Kräfte anschließend auf den Breakaway‑Fork zum 1. September. Damit steht der neuen Abspaltung ein einfacher Härtetest bevor: Entweder sie zieht rasch nennenswerte Hashrate an – oder sie wiederholt den kurzen, gescheiterten Split vom August.
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