Der gescheiterte BIP-110-Fork verdeutlicht, wie schwer es heute wäre, Bitcoin (BTC) neu zu erschaffen, sagte Giacomo Zucco vom Plan B Network.
Zentrale Punkte:
- Knoten mit BIP-110 trennten sich von Bitcoin und schafften nur wenige Blöcke, weil der Fork kaum überlebensfähig war.
- Laut Zucco wäre ein fairer Bitcoin-ähnlicher Start heute deutlich schwieriger, während die Absetzung von Luke Dashjr als BIP-Editor Vorwürfe der Zentralisierung verstärken könnte.
Gescheiterter Bitcoin-Fork
Zucco bezeichnete BIP-110 als ein „lehrreiches“ Beispiel für die Hürden, vor denen heute ein neues Netzwerk steht. Der Vorschlag des langjährigen Bitcoin-Entwicklers Dashjr zielte auf Konsensänderungen, um Aktivitäten einzudämmen, die Befürworter als Spam einstuften.
Knoten mit BIP-110 hatten sich am Wochenende mit nur einem kleinen Bruchteil der gesamten Hashrate vom Bitcoin-Hauptnetzwerk abgespalten.
Die Abspaltung kam nach zwei Blöcken praktisch zum Erliegen und hatte zum Zeitpunkt von Zuccos Interview lediglich vier Blöcke erreicht.
Dashjr versuchte zudem, den Fork mit einem Wechsel des Proof-of-Work-Algorithmus am Leben zu halten. Zucco zufolge wollte Dashjr den Hash eines künftigen Testnet4-Blocks nutzen, um aus mehreren Algorithmen auszuwählen. Teilnehmer erzeugten jedoch zusätzliche Testnet-Blöcke, um diese Auswahl zu stören, was zum Neustart des Prozesses führte.
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Warnung von Giacomo Zucco
Nach Ansicht Zuccos zeigt der Vorgang, wie schnell ein vermeintlich fairer Start von wenigen Entscheidungsträgern abhängig wird. „Am Ende war alles extrem auf ihn zentriert“, sagte er mit Blick auf Dashjr und argumentierte, heutige Anreizstrukturen und gezielte Störversuche machten die Frühphase von Bitcoin kaum reproduzierbar.
Zudem habe BIP-110 legitime Konflikte über Spam-Fragen, die Governance von Bitcoin Core und das Zusammenspiel von Nodes und Minern mit einer „moralischen Panik“ vermengt – nämlich der Befürchtung, illegale On-Chain-Inhalte könnten rechtliche Risiken für Node-Betreiber schaffen. Diese Dringlichkeit habe eine technische und ökonomische Debatte in Richtung Fork gedrängt.
Der Konflikt setzte sich fort, nachdem Dashjr nach einer Abstimmung anderer Bitcoin-Entwickler als BIP-Editor abgesetzt wurde.
Zucco lehnte BIP-110 zwar ab, nannte die Entfernung Dashjrs aber „eine falsche Entscheidung zum falschen Zeitpunkt“ und warnte, sie könnte in den Augen der Fork-Unterstützer den Eindruck verstärken, die Bitcoin-Entwicklung sei zentralisiert.
Zucco stellte den gescheiterten Fork den frühen Bitcoin-Jahren gegenüber, in denen das Netzwerk noch weitgehend unbeachtet von Märkten, Regierungen, Spekulanten und gezielten Störern wachsen konnte.
Er sprach von Bitcoins „unbefleckter Empfängnis“ und betonte, die damaligen Startbedingungen heute erneut zu schaffen, sei „so gut wie unmöglich“.
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