Bitcoin (btc) ist am Sonntag bis auf 75.500 US‑Dollar gefallen, nachdem On‑Chain-Daten zeigten, dass der Market Maker Wintermute auf der dezentralen Derivatebörse Hyperliquid Short-Positionen im Volumen von rund 146 Millionen Dollar aufgebaut hat.
Wichtigste Punkte:
- Bitcoin fiel am Sonntag auf 75.500 Dollar, nachdem die Marke von 77.000 Dollar am Wochenende nicht gehalten werden konnte.
- On‑Chain-Daten zeigen bei Wintermute auf Hyperliquid 13,85 Millionen Dollar Longs gegenüber 146,19 Millionen Dollar an Shorts.
- Ether verlor 5 % auf unter 2.400 Dollar, XRP gab 6,5 % nach und rutschte nach Abweisungen nahe 1,70 Dollar unter 1,50 Dollar.
Wintermute baut Shorts aus, während Bitcoin nachgibt
Die Analyseplattform Onchain Lens meldete die auffälligen Ströme am Wochenende: Demnach transferierte Wintermute am Samstag Bitcoin und Solana (sol) im Gegenwert von fast 60 Millionen Dollar zu Binance und Coinbase. Einzahlungen dieser Größenordnung auf zentralen Börsen gelten häufig als Vorbote größerer Verkäufe. Parallel dazu zeigt das gleiche Datenset ein Hyperliquid-Portfolio mit 13,85 Millionen Dollar auf der Long-Seite und 146,19 Millionen Dollar in Short-Positionen – ein deutlich bärisch ausgerichtetes Buch.
Eine weitere On‑Chain-Auswertung verfolgte den Abfluss von 3.834,3 Bitcoin im Wert von rund 256,8 Millionen Dollar aus Wintermute-Wallets hin zu Binance innerhalb der vergangenen Woche – ein Tempo, das die Bewegungen vom Wochenende noch deutlich übertrifft. Wintermute hat sich zu den Einzahlungen wie auch zu den Futures-Positionen bislang nicht öffentlich geäußert.
Ether (eth) fiel um 5 % auf unter 2.400 Dollar, während XRP (xrp) 6,5 % verlor und nach zwei Zurückweisungen im Bereich von 1,70 Dollar am Freitagabend und Samstagmorgen unter 1,50 Dollar rutschte. Zuvor war XRP in dieser Verkaufswelle innerhalb von Minuten um 37 % eingebrochen, als rund 500 Millionen Dollar an gehebelten Long-Positionen börsenübergreifend zwangsliquidiert wurden. Bitcoin hat sich seither wieder über 76.000 Dollar erholt.
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Warum die Positionierung von Market Makern zählt
Analysten, die den Rückgang am Samstag untersucht haben, argumentierten, dass vor allem überfüllte Retail-Leverage-Strukturen den Ausschlag gaben. Auffällig: Das Short-Interesse ging sogar zurück, während Long-Positionen reihenweise aus dem Markt gedrängt wurden. Das offene Interesse am breiteren Derivatemarkt schrumpfte in dieser Phase um 3,34 Milliarden Dollar.
Wintermute zählt zu den größten Liquiditätsanbietern im Kryptomarkt, auch wenn das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen des Hauses von etwa 15 Milliarden Dollar im Jahr 2025 auf aktuell rund 10 Milliarden Dollar zurückgegangen ist.
Firmenchef Evgeny Gaevoy hat diese Zahlen in diesem Monat offengelegt. Das Unternehmen plant nun Investitionen von 1 Milliarde Dollar in Hochfrequenzhandel und Rechenzentren für Künstliche Intelligenz – ein strategischer Vorstoß weit über das Krypto-Geschäft hinaus, mit dem Wintermute groß geworden ist.
Starke Bitcoin-Rally vor der Wende am Wochenende
Die Kehrtwende am Wochenende folgte auf die stärkste Aufwärtsbewegung von Bitcoin seit Jahren: Von rund 64.000 Dollar am Mittwoch kletterte die größte Kryptowährung bis Freitagabend auf knapp unter 80.000 Dollar – ein Wochenplus von rund 24 %. Auslöser waren zwei politische Signale aus Washington.
Zum einen verdoppelte das US‑Finanzministerium das Volumen seiner Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen. Kurz darauf forderte Präsident Donald Trump den Kongress bei einem Termin im Weißen Haus auf, die Gesetzgebung zum regulatorischen Rahmen für Kryptomärkte voranzutreiben. Allein am Donnerstag wurden rund 3 Milliarden Dollar an Short-Positionen ausgelöscht – der höchste Tageswert in den bis 2021 zurückreichenden Börsendaten. Der Crash am Samstag machte einen Teil dieser Rally wieder zunichte, löschte binnen sechs Minuten 108 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung aus und erwischte 281.846 Trader auf Long- wie Short-Seite.
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