Bitcoin (BTC) befindet sich seit rund acht Monaten in einem Drawdown von den Oktober-Höchstständen, und historische Muster legen nahe, dass eine vollständige Erholung etwa zehn Monate ab Beginn dauern könnte.
Zentrale Punkte:
- Eine Research-Notiz stellt fest, dass der aktuelle Bitcoin-Drawdown, der fast acht Monate alt ist, dem historischen Normalfall für Korrekturen dieser Tiefe entspricht.
- Tiefere Rückgänge neigen zu einer langsameren Erholung, sodass die führende Kryptowährung eher in einer Konsolidierungsphase als in einem neuen Aufwärtstrend steckt.
- Analysten, die den Orderflow beobachten, sagen, dass anhaltende Käufe – nicht einzelne grüne Tage – eine nachhaltige Trendwende bestätigen würden.
Zeitachse des Bitcoin-Drawdowns
Das Research-Unternehmen Ecoinometrics hat frühere Bitcoin-Korrekturen nach Tiefe und Dauer der Erholung abgebildet, und der Zusammenhang ist eindeutig.
Tiefere Rückgänge dauern länger. Ein Drawdown in der aktuellen Größenordnung benötigte historisch betrachtet fast zehn Monate, um sich aufzulösen, plus/minus einige Monate, und der Markt hat davon etwa acht Monate bereits hinter sich.
Zur Einordnung: Ein Rückgang von 10 % kann innerhalb von Wochen ausgestanden sein.
Ein Einbruch von 30 % bis 40 % zieht sich tendenziell über Monate hin, während Korrekturen von 70 % oder mehr Jahre brauchen können, um abgebaut zu werden, da sich Leverage zurückbildet und das Vertrauen wiederaufgebaut wird.
Bitcoin wechselte am Dienstag bei rund 75.400 US‑Dollar den Besitzer, deutlich unter dem Rekord von über 126.000 US‑Dollar aus Oktober 2025. Die Erholung verläuft selten geradlinig – starke anfängliche Gegenbewegungen weichen häufig erneuten Zweifeln, bevor sich ein neuer Trend etabliert.
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Einschätzung von CryptoQuant und Van de Poppe
Die Daten legen nahe, dass Bitcoin seinen Boden möglicherweise noch nicht gefunden hat, was auf eine Konsolidierung statt auf einen klaren Aufwärtstrend hindeutet.
CryptoQuant beobachtete, dass sich Bitcoin 2025 von den Aktienmärkten zu entkoppeln begann und deutlich stärker schwankte als der vergleichsweise flache S&P 500. Das Unternehmen führte diese Entwicklung auf Spot-Kaufdruck und stetige ETF-Zuflüsse zurück – Nachfrage, die spezifisch auf den Vermögenswert zielt und nicht nur auf breite makroökonomische Ströme.
Analyst Michaël van de Poppe schlug beim Kurs selbst einen vorsichtigen Ton an. Er verwies auf nachlassende Spannungen im Nahen Osten als möglichen Katalysator für Risikoanlagen und argumentierte, ein Friedensabkommen könne Bitcoin wieder über 80.000 US‑Dollar heben und damit Spielraum für Altcoins über den Sommer eröffnen.
Vorerst handelt der Token jedoch weiterhin unter dieser Marke, und die Tiefe des Drawdowns bleibt der zentrale Bremsfaktor für das Momentum.
Warum das Erholungsmuster wichtig ist
Bitcoin hat bereits früher starke Einbrüche überstanden. Der Bärenmarkt 2022 reduzierte seinen Wert um rund 78 % und dauerte mehr als ein Jahr, während der Einbruch von 2014 bis 2015 etwa 86 % vernichtete und sich über mehr als zwei Jahre hinzog.
Diese Episoden zeigten ein konsistentes Muster. Geduldige Holder wurden schließlich belohnt, doch drei der vier größten Korrekturen seit 2014 benötigten fast drei Jahre, um sich vollständig umzukehren – eine Erinnerung daran, dass die aktuelle achtmonatige Wartezeit noch nicht das Ende des Zyklus bedeuten muss.
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