Bitcoins (BTC) Bärenmarkt‑Tief dürfte nahe 55.000 US‑Dollar liegen – ein Niveau, das die Kryptowährung bislang noch nicht getestet hat – und sich über Monate hinweg ausbilden, so die On‑Chain‑Analysefirma CryptoQuant. Mit einem Bitcoin‑Kurs von rund 67.000 US‑Dollar am Freitag notiert der Vermögenswert weiterhin mehr als 20 % über dieser Schwelle.
Die Marke von 55.000 US‑Dollar basiert auf dem Realized Price von Bitcoin, einer Kennzahl, die den durchschnittlichen Einstandskurs aller Coins in der Blockchain berechnet. In früheren Bärenmärkten fiel Bitcoin deutlich unter diese Linie, bevor es zu einer Erholung kam.
Nach dem FTX‑Kollaps im November 2022 rutschten die Kurse 24 % unter den Realized Price. Während des Zyklus 2018 lagen sie sogar 30 % darunter.
In beiden Fällen verbrachte Bitcoin vier bis sechs Monate damit, eine Bodenformation auszubilden, bevor eine nachhaltige Erholung einsetzte.
Warum die Kapitulation noch nicht eingesetzt hat
Mehrere von CryptoQuant beobachtete Kennzahlen deuten darauf hin, dass der aktuelle Rückgang nicht die Tiefe früherer Zyklustiefs erreicht hat.
Am 5. Februar realisierten Bitcoin‑Holder tägliche Verluste von 5,4 Milliarden US‑Dollar, als der Kurs um etwa 15 % auf rund 62.000 US‑Dollar fiel. Das war das größte Tagesverlust‑Ereignis seit März 2023 und übertraf die 4,3 Milliarden US‑Dollar, die wenige Tage nach dem Kollaps der FTX‑Börse verzeichnet wurden.
Die kumulierten Monatsverluste bleiben jedoch moderat. CryptoQuant beziffert sie auf 0,3 Millionen BTC, verglichen mit 1,1 Millionen BTC am Ende des Bärenmarkts 2022.
Das MVRV‑Verhältnis – das den Marktwert mit dem Realized Value vergleicht – ist noch nicht in die extreme Unterbewertungszone eingetreten, die frühere Böden markierte. Ebenso hat die Kennzahl Net Unrealized Profit and Loss das Niveau von rund 20 % nicht realisierter Verluste, das frühere Zyklustiefs kennzeichnete, bislang nicht erreicht.
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Langfrist‑Holder geraten nicht in Panik
Das Verhalten der Holder stützt zusätzlich die Einschätzung, dass es noch nicht zu einem vollständigen Ausverkauf gekommen ist. Langfristige Holder verkaufen derzeit in der Nähe ihres Einstandskurses. In früheren Bärenmärkten musste diese Gruppe Verluste von 30 % bis 40 % hinnehmen, bevor die Kurse einen Boden fanden.
Gleichzeitig befinden sich rund 55 % des Bitcoin‑Angebots weiterhin im Profit. An früheren Zyklustiefs fiel dieser Wert typischerweise in den Bereich von 45 % bis 50 %.
CryptoQuants eigener Bull‑Bear Market Cycle Indicator befindet sich in der Bärenphase und hat die Extreme‑Bear‑Phase, die historisch längeren Bodenbildungsphasen vorausging, noch nicht erreicht.
Breiter bärischer Konsens
Die Einschätzung des Unternehmens deckt sich mit anderen aktuellen Prognosen, die weiteres Abwärtspotenzial sehen. Standard Chartered senkte am Mittwoch seinen kurzfristigen Ausblick und prognostiziert, dass Bitcoin in den kommenden Monaten auf 50.000 US‑Dollar fallen könnte, bevor eine Erholung einsetzt, und hat sein Jahresendziel von 150.000 auf 100.000 US‑Dollar reduziert.
Bitcoin liegt derzeit rund 47 % unter seinem Allzeithoch von über 126.000 US‑Dollar, das im Oktober 2025 erreicht wurde.
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