Die Bitcoin-(BTC)-Netzwerkleistung (Hashrate) liegt nach einem sechsmonatigen Rückgang rund 50 % unter ihrem langjährigen Wachstumspfad. Gleichzeitig verlagern Miner Stromkapazitäten und Investitionen zunehmend in deutlich profitablere KI-Infrastruktur.
Wichtigste Punkte:
- Die Bitcoin-Hashrate liegt rund 50 % unter dem Trend – der erste sechsmonatige Rückgang seit dem chinesischen Mining-Verbot 2021.
- CoinShares schätzt, dass KI-Rechenleistung jährlich etwa 1,5 Mio. US-Dollar Gewinn pro Megawatt generieren kann, gegenüber rund 500.000 US-Dollar im Bitcoin-Mining.
- Ein deutlich höherer Bitcoin-Preis könnte die Mining-Margen wieder verbessern, auch wenn ein Teil der Infrastruktur bereits fest in Richtung KI umgewidmet wurde.
Bitcoin-Hashrate
Der Vermögensverwalter für digitale Assets CoinShares erklärte in seinem Mining-Bericht zum zweiten Quartal, die Bitcoin-Hashrate liege derzeit rund 50 % unter dem erwarteten Wachstumstrend. Der Rückgang markiert die erste sechsmonatige Schrumpfungsphase des Netzwerks seit dem Mining-Verbot in China 2021. Zugleich verweist der Bericht darauf, dass ähnliche Rücksetzer nach Halvings auch in früheren Zyklen beobachtet wurden.
Die Mining-Kosten blieben trotz der geringeren Konkurrenz auf hohem Niveau: Die gewogene durchschnittliche, steuerbereinigte Cash-Kostenbasis börsennotierter Miner lag im zweiten Quartal bei etwa 75.500 US-Dollar je Bitcoin. Der Bitcoin-Preis beendete das Quartal bei 58.400 US-Dollar – mehrere Betreiber lagen damit nahe an der operativen Gewinnschwelle oder bereits darunter.
Wie stark die Verschiebung Richtung KI ausfällt, zeigt Core Scientific: Das Unternehmen zahlte 41,9 Mio. US-Dollar, um Bestellungen für rund 15 EH/s an Next-Generation-Mining-Hardware von Block’s Proto-Sparte zu stornieren. Stattdessen priorisiert Core Scientific den Umbau seiner Standorte zu Rechenzentren für Hochleistungsanwendungen, während auch andere Miner ihre Bitcoin-Exponierung reduzieren oder Strom in High-Performance-Computing umleiten.
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Ausblick von CoinShares
Luke Nolan, Autor des Berichts, betont, dass börsennotierte Miner weniger aus Misstrauen gegenüber Bitcoin agieren, sondern vor allem einem „lukrativen und offenbar strukturellen Rückenwind“ im Bereich Künstliche Intelligenz folgen. Verschärfte Auflagen für neue Rechenzentren in den USA erhöhten zudem den Wert bestehender Standorte mit bereits gesicherter Stromversorgung und Infrastruktur.
CoinShares schätzt, dass sich mit KI-Rechenleistung pro Megawatt jährlich rund 1,5 Mio. US-Dollar Gewinn erzielen lassen – etwa das Dreifache der geschätzten 500.000 US-Dollar, die derzeit im Bitcoin-Mining möglich sind.
Ein nachhaltig steigender Bitcoin-Preis könnte diese Kalkulation jedoch „grundlegend verändern“ und einen Teil der Betreiber dazu bewegen, Kapazitäten wieder in das Mining zurückzuführen, heißt es in dem Bericht.
Die aktuelle Phase ist der erste sechsmonatige Rückgang der Hashrate seit dem chinesischen Verbot 2021. CoinShares verweist jedoch darauf, dass ähnlich große Abweichungen vom Trend auch in früheren Post-Halving-Phasen aufgetreten sind. Die Hashrate hat sich bereits von ihren bisherigen Tiefständen im Jahr 2026 erholt; das nächste Bitcoin-Halving wird derzeit für 2028 erwartet.
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