Bitcoin (BTC) Options-Open-Interest hat seit Juli 2025 das Futures-Open-Interest übertroffen – ein struktureller Wendepunkt, der eine Verschiebung von gehebelter Spekulation hin zu institutionellem Risikomanagement markiert.
Die CME Group verzeichnete 2025 ein Kryptowährungs-Derivatevolumen von 3 Billionen US-Dollar (notional), und Coinbase erwarb die weltweit führende Optionsbörse Deribit für 2,9 Milliarden US-Dollar.
Die Umgestaltung der Krypto-Derivate-Infrastruktur beschleunigt sich – und dezentrale Protokolle halten bislang nicht Schritt.
Was passiert ist
Die Expansion des Optionsmarkts im Jahr 2025 wurde von zwei entscheidenden Ereignissen geprägt. Coinbase schloss seine Übernahme von Deribit am 14. August 2025 ab und integrierte damit die Plattform, die historisch den Großteil des globalen Optionsvolumens kontrollierte.
Deribit verarbeitete 2024 mehr als 1 Billion US-Dollar an Notional-Volumen und hielt zum Zeitpunkt des Closings rund 60 Milliarden US-Dollar an Open Interest.
Die zweite Verschiebung kam aus der traditionellen Finanzwelt.
Die Optionen des iShares Bitcoin Trust ETF von BlackRock (IBIT), die im November 2024 aufgelegt wurden, machen laut Daten von Checkonchain inzwischen rund 52 % des gesamten Open Interest an Bitcoin-Optionen aus. Das Wachstum von IBIT hat den Marktanteil von Deribit von über 90 % vor fünf Jahren auf unter 39 % gedrückt.
Warum das wichtig ist
Märkte mit starkem Optionsanteil neigen zu geringerer Volatilität. Dealer hedgen ihr Exposure kontinuierlich, anstatt über gehebelte Futures, die Kaskaden-Liquidationen auslösen können. Für Institutionen, die große Bitcoin-Positionen managen, bieten Optionen ein Exposure mit definiertem Risiko – die Begrenzung des Abwärtsrisikos zum Preis einer Prämie – das Futures nicht replizieren können.
Die CME kündigte an, ab dem 29. Mai – vorbehaltlich der aufsichtsrechtlichen Überprüfung – einen 24/7-Handel mit Kryptowährungs-Futures und -Optionen zu starten. Das durchschnittliche tägliche Volumen der Börse im laufenden Jahr 2026 liegt 46 % über dem von 2025.
Der Schritt adressiert direkt eine anhaltende strukturelle Lücke: Bitcoin wird rund um die Uhr gehandelt, während CME-Derivate das bislang nicht werden, was zu Preisverwerfungen an Wochenenden führt, die institutionelle Hedging-Desks frustriert haben.
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Die On-Chain-Lücke
Dezentrale Derivatemärkte haben ihren Volumenanteil ausgebaut, vor allem getrieben durch Perpetual-Futures-Plattformen. On-Chain-Optionen sind jedoch weiterhin im Anfangsstadium.
Derive – ehemals Lyra, 2023 neu aufgebaut auf einem OP-Stack-Layer-2-Netzwerk – hat sich nach Notional-Volumen als führendes dezentrales Optionsprotokoll herauskristallisiert.
Anders als die in früheren On-Chain-Optionsprotokollen üblichen Automated-Market-Maker-Modelle, betreibt Derive ein zentrales Orderbuch mit Market-Maker-Quoting und einem Portfolio-Marginsystem, das das Risiko über kombinierte Positionen hinweg bewertet, anstatt auf jedes Bein separat Margin zu erheben.
Ob dezentrale Optionen auf eine für Institutionen relevante Größenordnung skalieren können, bleibt eine offene Frage. Regulatorische Unsicherheit hatte frühere Bemühungen eingeschränkt: Die CFTC verklagte Opyn wegen des Betriebs einer nicht lizenzierten Derivatebörse.
Die regulatorische Richtung hat sich seither verbessert, doch On-Chain-Optionen haben bislang noch kein Protokoll hervorgebracht, das über die nötige Liquiditätstiefe verfügt, um ernsthafte institutionelle Ströme anzuziehen.
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