Bitcoin spaltet sich in zwei Chains – BIP-110-Knoten hängen 18 Blöcke zurück

Murtuza Merchant
Murtuza MerchantAug, 09 2026 6:23
Fresh buying lifts Bitcoin demand toward a $67K-$72K resistance test (Image: Shutterstock)
Fresh buying lifts Bitcoin demand toward a $67K-$72K resistance test (Image: Shutterstock)

Bitcoin (BTC) ist am Samstag in zwei konkurrierende Chains zerfallen. Knoten, die die umstrittenen BIP‑110-Regeln durchsetzen, lagen bis zum Abend 18 Blöcke hinter dem Hauptnetz zurück.

Wichtigste Punkte:

  • BIP‑110-Knoten lehnten bei Blockhöhe 961.632 einen Block ohne Signalisierung ab und trennten sich von der Haupt-Blockchain.
  • Die Minderheits-Chain schaffte zwei Blöcke, bevor sie praktisch zum Stillstand kam, während die dominante Chain im Normalbetrieb weiterlief.
  • Die Miner-Unterstützung für den Vorschlag überschritt nie 3 % und blieb damit weit unter der anvisierten Schwelle von 55 %.

Bitcoin-Chain-Spaltung startet bei Block 961.632

Entwickler Jameson Lopp bestätigte die Abzweigung in einem Beitrag am Samstag und verwies auf ein Live-Dashboard, das beide Chain-Spitzen verfolgt. Knoten, die BIP‑110 ausführen, begannen ab Blockhöhe 961.632 damit, jeden Block abzulehnen, der kein Versionsbit‑4-Signal trug. AntPool, der Mining-Pool, der diesen Block für sich entschied, baute ihn ohne entsprechende Signalisierung.

Der Großteil des Netzwerks akzeptierte den Block ohne jede Irritation. Das BIP‑110-Lager hingegen nicht – dessen Knoten folgten stattdessen einem konkurrierenden Block derselben Höhe, den der Ocean-Pool für ein kleines Mining-Unternehmen namens Roughnecks produzierte.

Die Minderheits-Chain brachte noch einen zweiten Block bei 961.633 durch, fiel danach aber quasi ins Stocken. Die Haupt-Chain erreichte bis Samstagabend bereits Block 961.651.

Simple Mining, ein Hosting-Anbieter aus Iowa, der Hashrate über sein DATUM-System an Ocean weiterleitet, fand Block 961.634 allerdings auf der dominanten Chain. Selbst Hashrate, die Pools mit Nähe zum Vorschlag zugerechnet wird, lief also nicht geschlossen in eine Richtung.

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Saylor und Dashjr geraten über Bitcoin-Fork aneinander

Michael Saylor argumentierte bereits Stunden vor Ablauf der Frist, der Plan habe keine breite Unterstützung der Miner gewonnen und werde in die Bedeutungslosigkeit forken – eine Einschätzung, die Blockstream-Chef Adam Back teilte. Luke Dashjr, Entwickler des Bitcoin-Knots-Clients und Chief Technology Officer bei Ocean, drängte Node-Betreiber hingegen zu einem raschen Upgrade und warnte, ältere Software mache sie anfällig für Double-Spends.

Parallel dazu stieg die Mining-Schwierigkeit auf 127,48 Billionen genau auf dieser Höhe – ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt für eine Chain mit kaum Hashrate im Rücken. Auf einer derart dünn abgesicherten Chain können sich Blockzeiten von den üblichen zehn Minuten auf Stunden oder noch länger ausdehnen. Roughnecks und Verbündete minen jetzt gegen denselben Schwierigkeitsgrad – mit nur einem Bruchteil der Rechenleistung, die die Haupt-Chain absichert.

Ordinals-Konflikt als Triebfeder für BIP‑110

BIP‑110, offiziell „Reduced Data Temporary Softfork“, zielte auf eine einjährige Obergrenze für jene Transaktionsdatenfelder ab, über die Ordinals-Inschriften und Runes-Token übertragen werden. Die Autoren setzten eine Zielmarke von 55 % Miner-Unterstützung beziehungsweise 1.109 von 2.016 Blöcken an – deutlich unter den rund 95 %, die frühere Bitcoin-Upgrades meist anstreben.

Die Signalisierung kam dieser Marke nie nahe und pendelte in den jüngsten Perioden zwischen 0,3 % und 2,6 %, selbst nachdem Ocean im Juli eine standardmäßige Aktivierung eingeführt hatte.

Foundry, ViaBTC und F2Pool, die gemeinsam mit AntPool den Großteil der globalen Hashrate kontrollieren, signalisierten hingegen überhaupt nicht. Das Signalisierungsfenster bleibt noch bis Block 965.664 geöffnet, den das Netzwerk voraussichtlich in etwa vier Wochen erreichen dürfte.

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Murtuza ist ein erfahrener Finanzjournalist mit umfassender Erfahrung in der Berichterstattung über Kryptowährungen und Blockchain-Technologie. Er hat unter anderem für Benzinga und Cointelegraph beigetragen und über neue Trends, das regulatorische Umfeld und mehr berichtet. Du findest ihn unter @murtuza_merc auf Twitter und mmerchant001 auf Telegram. Offenlegung: Murtuza hält ATOM, AKT, TIA, INJ und OSMO.

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