Circle übernimmt das in Singapur ansässige Fintech Tazapay für rund 400 Millionen US‑Dollar in Aktien. Mit der Akquisition will der USDC‑Emittent Abwicklungen in USD Coin (USDC) in mehr als 100 Auszahlungsmärkten ermöglichen.
Wichtigste Punkte:
- Circle zahlt rund 400 Millionen US‑Dollar in Class‑A‑Stammaktien, der Abschluss wird für 2027 erwartet.
- Tazapay verarbeitet über 25 Milliarden US‑Dollar an annualisiertem Zahlungsvolumen und kooperiert mit mehr als 60 Banken- und Fintech‑Partnern.
- Stablecoins stehen bereits für rund 60 % des Transaktionsvolumens von Tazapay.
Details zum Circle‑Tazapay‑Deal
Der Stablecoin‑Emittent hat den Aktienkaufvertrag am 4. September unterzeichnet und die Konditionen in einer Veröffentlichung bei der US‑Börsenaufsicht SEC offengelegt. Das Dokument umfasst auch 25 Millionen US‑Dollar in Mitarbeiteraktien. Die endgültige Aktienzahl richtet sich nach dem volumengewichteten Durchschnittskurs der 20 Handelstage vor Vollzug und wird um Schulden, Kassenbestand und Transaktionskosten von Tazapay bereinigt.
Tazapay vernetzt Zahlungsdienstleister und Finanzinstitute mit mehr als 60 Banken- und Fintech‑Partnern, die lokalen Auszahlungsinfrastrukturen decken über 100 Märkte ab. Das annualisierte Zahlungsvolumen lag zum 31. Juli bei über 25 Milliarden US‑Dollar. Tazapay adressiert primär Zahlungsdienstleister und Banken, nicht Endkunden. Der Abschluss der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Monetary Authority of Singapore.
Lesen Sie auch: Banken verkaufen Krypto, meiden aber Bilanzrisiken in Brasilien
Ganchi will USDC zum Standard machen
Circle hat die Vereinbarung am Dienstag bekanntgegeben. Irfan Ganchi, Senior Vice President Payments bei Circle, bezeichnete den Kauf als strategischen Schritt, um rund um die Uhr globale Zahlungen zu ermöglichen. Die Übernahme solle USDC zum bevorzugten Abwicklungsrail für grenzüberschreitenden Handel machen.
Konzernchef Jeremy Allaire erklärte, Stablecoin‑Abwicklung entwickle sich zur Kerninfrastruktur der Weltwirtschaft. Er erwartet, dass der Deal die Verbreitung von USDC in Märkten beschleunigt, die Circle bislang kaum oder gar nicht erreicht.
Das Geschäftsmodell zielt auf Regionen, die bereits stark auf digitale Dollar setzen: Rund 60 % des Transaktionsvolumens von Tazapay entfallen auf Stablecoins – in Märkten, in denen Circle eine steigende USDC‑Nachfrage beobachtet. Tazapay‑CEO Rahul Shinghal betonte, sein Unternehmen benötige Circles Dollar‑Infrastruktur und regulatorische Position, um sich von traditionellen Bankrails zu lösen, die mit der globalen Geschäftsentwicklung nicht Schritt halten. Circle versicherte seinen Kunden, dass sich an Services, Preisen und Support vorerst nichts ändere.
Ripple‑Beteiligung und CRCL‑Aktie
Beide Unternehmen kooperieren seit Jahren: Tazapay fungiert seit 2025 als Design‑Partner für das Circle Payments Network und zählt Circle Ventures zu seinen Investoren. Auch Ripple hat das Start‑up unterstützt, das nun an einen direkten Rivalen im Stablecoin‑Zahlungsverkehr geht.
An der Börse fiel die Reaktion verhalten aus: Die CRCL‑Aktie gab am Dienstag um rund 2,7 % auf etwa 99 US‑Dollar nach.
Die Übernahme krönt eine Serie von Deals seit Circles Börsengang im Juni 2025. Dazu zählen die rund 100‑Millionen‑Dollar‑Akquisition der Geldmarktfonds‑Plattform Hashnote sowie der Kauf von knapp 1.000 Blockchain‑Patenten von IBM im Juli. Tazapay ist damit Circles teuerster Zukauf seit der Übernahme der Kryptobörse Poloniex im Jahr 2018.
Als Nächstes lesen: Robinhood Chain überholt Solana erstmals mit 1,45 Mrd. Dollar Tagesvolumen auf DEXs





