Clarity Act vor Senatsabstimmung umfassend überarbeitet – 635 Seiten Neufassung

Senate Republicans unveil the final 635-page Clarity Act before a crucial procedural vote (Image: Shutterstock)
Senate Republicans unveil the final 635-page Clarity Act before a crucial procedural vote (Image: Shutterstock)

Die Republikaner im US-Senat haben kurz vor der für Dienstag angesetzten Cloture-Abstimmung den finalen 635-seitigen Entwurf des Clarity Act vorgelegt. Der Text enthält 126 von den Demokraten durchgesetzte Änderungen sowie deutlich verschärfte Ethikvorgaben.

Wichtigste Punkte:

  • Der finale Entwurf enthält deutlich schärfere Ethikregeln, darunter Anforderungen zur Veräußerung bestimmter Beteiligungen oder deren Überführung in Blind Trusts.
  • Generalstaatsanwälte der Bundesstaaten erhalten eine ausdrückliche Klagebefugnis, die bisherige Befristung („Sunset“) bis 2029 entfällt.
  • Für das Voranschreiten des Gesetzes in der Cloture-Abstimmung am Dienstag benötigen die Republikaner weiterhin sieben demokratische Stimmen.

Änderungen am Clarity Act

Der endgültige Text, der am Sonntag von den Senatoren Cynthia Lummis, John Boozman und Tim Scott veröffentlicht wurde, ist fünf Seiten länger als der Entwurf vom 10. September. Laut den Senatoren spiegelt der Text mehr als ein Jahr überparteilicher Verhandlungen wider und integriert 126 inhaltliche Änderungswünsche der Demokraten. Die Abstimmung ist für Dienstagnachmittag angesetzt.

Der Ethikteil untersagt es künftig bestimmten Amtsträgern, Aktien im Wert von mindestens 15.000 US‑Dollar an Unternehmen zu halten, deren wesentliche Umsätze in den vergangenen drei Jahren aus der Emission oder dem Sponsoring von Token stammten. Betroffene Funktionsträger müssen diese Positionen verkaufen oder in einen Blind Trust einbringen. Die Regeln gelten auch für gewählte, aber noch nicht vereidigte Präsidenten, Vizepräsidenten sowie künftige Kongressmitglieder. Kinder und andere Unterhaltsberechtigte sind von der Regelung ausgenommen.

Die Neufassung streicht die bisherige Befristung bis 2029, ersetzt eine Strafobergrenze von 10 % durch eine inflationsindexierte Mindeststrafe von 20 %, die sowohl auf das zugrunde liegende Interesse als auch auf die Transaktion angewendet wird, und räumt den Generalstaatsanwälten der Bundesstaaten das Recht ein, Klagen einzureichen. Jenseits der Ethikbestimmungen werden Ausnahmen für Eigenhandel enger gefasst, der Begriff „Network Token“ wird als digitale Vermögensanlage und nicht mehr als digitale Ware definiert, und das Finanzministerium erhält mehr Spielraum, um auf einlagenbedingte Abflüsse aus Community-Banken durch Stablecoins zu reagieren. Entwickler erhalten Schutzschilde vor bestimmten BSA-Registrierungspflichten, verlieren aber einen ausdrücklichen strafrechtlichen Schutz vor Einstufung als nicht lizenzierte Geldübermittler.

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Bedeutung der Lummis-Abstimmung

Donald Trump hat den überarbeiteten Ethikbestimmungen zugestimmt, nachdem die Regeln zu Interessenkonflikten zu einem zentralen Streitpunkt in den Verhandlungen geworden waren. „Präsident Trump hat sich freiwillig auf beispiellos strenge Ethikauflagen eingelassen. Sie zählen zu den härtesten Ethikregeln für gewählte Bundesvertreter, Richter und ihre Ehepartner in der Geschichte der USA“, erklärte Lummis. Die Konzession garantiert jedoch noch keine Mehrheit.

Die Republikaner bezeichnen den Entwurf als ihr finales Angebot. Das Zustandekommen der Cloture hängt jedoch weiterhin davon ab, ob sieben demokratische Senatoren mitziehen und damit die erforderliche 60‑Stimmen-Hürde erreicht wird.

„Ein Nein am Dienstag bedeutet, echte Ethikreformen bei den persönlichen Anlagen von Politikern abzulehnen … Die Demokraten haben bekommen, was sie wollten; jetzt müssen sie ein Ja akzeptieren“, sagte Lummis. Insbesondere die neue Durchsetzungskompetenz für Bundesstaaten adressiert eine Kernforderung der Demokraten.

In der Cloture-Abstimmung geht es darum, ob der Senat überhaupt in die formelle Beratung des umfassenderen Marktstruktur-Gesetzespakets eintritt – nicht darum, ob das Gesetz sofort in Kraft tritt. Der Entwurf vom 10. September enthielt noch kein Halteverbot für bestimmte Beteiligungen und schloss Generalstaatsanwälte der Bundesstaaten explizit von Klagen aus. Diese Streitpunkte zogen sich bis in die nun vorliegende Endfassung.

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Murtuza Merchant

Murtuza ist ein erfahrener Finanzjournalist mit umfassender Erfahrung in der Berichterstattung über Kryptowährungen und Blockchain-Technologie. Er hat unter anderem für Benzinga und Cointelegraph beigetragen und über neue Trends, das regulatorische Umfeld und mehr berichtet. Du findest ihn unter @murtuza_merc auf Twitter und mmerchant001 auf Telegram. Offenlegung: Murtuza hält ATOM, AKT, TIA, INJ und OSMO.

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