Neue „Big Short“? Michael Burry warnt vor 182 Börsentagen ungewöhnlicher Ruhe an der Wall Street

Record calm on Wall Street has Michael Burry flagging leverage risk and bearish bets against AI mega-caps like Nvidia. (Image: Shutterstock)
Record calm on Wall Street has Michael Burry flagging leverage risk and bearish bets against AI mega-caps like Nvidia. (Image: Shutterstock)

Michael Burry warnt, dass US-Aktien inzwischen 182 Handelstage in Folge ohne breit angelegten Ausverkauf erlebt haben – eine Ruhephase, die er inzwischen eher als Alarmzeichen denn als Entwarnung interpretiert.

Wichtigste Punkte:

  • Am Mittwoch wurde der 182. Handelstag in Folge ohne einen „80%-Down-Volume“-Tag an der New York Stock Exchange verzeichnet.
  • In den vergangenen drei Jahrzehnten kam es laut BTIG Research in jedem Jahr zu mindestens fünf solcher Handelstage.
  • Burry ist mit Short-Positionen unter anderem gegen Nvidia, Micron Technology, Palantir Technologies, Caterpillar und Tesla engagiert.

Michael Burry schlägt Alarm wegen 182 Tagen Börsenruhe

Marktstratege Jonathan Krinsky erfasst Handelssitzungen, in denen mindestens 80 % des gehandelten Volumens an der New York Stock Exchange auf fallende Aktien entfallen. Auf Basis dieser Methodik legte Burry in einem Substack-Beitrag am Mittwoch seine Bedenken dar und verwies dabei auf Daten des technischen Strategen Jonathan Krinsky von BTIG. Der Mittwoch markierte demnach den 182. Handelstag in Folge ohne einen solchen Abverkauf.

Diese Serie ist die längste seit mindestens drei Jahrzehnten und übertrifft den bisherigen Rekord um fast 50 Handelstage. Michael Burry, der durch „The Big Short“ und seine Wette auf den Immobiliencrash 2008 weltbekannt wurde, argumentiert seit Monaten, dass diese Ruhephase nicht von Dauer sein kann.

Lesen Sie auch: Bank of England testet digitalen Pfund und Stablecoins im KMU-Handelsfinanzierungslabor

Jonathan-Krinsky-Daten zeigen Rekord über drei Jahrzehnte

Krinsky zufolge wäre ein komplettes Kalenderjahr ohne einen einzigen „80%-Down-Volume“-Tag ein Novum in den drei Jahrzehnten, für die Daten vorliegen. In jedem einzelnen Jahr dieses Zeitraums gab es mindestens fünf derartige Sitzungen.

Burry erklärte, er schreibe seit November 2025 über die fundamentalen Gründe für eine mögliche Trendwende und deute die aktuelle Ruhe eher als Zeichen einer sehr schmalen Marktführung denn als Ausdruck breiter Stärke.

Ein kleiner Kreis KI-bezogener Mega-Caps treibt derzeit den Großteil der Indexgewinne. Gegen mehrere dieser Titel hält Burry bärische Positionen – darunter Nvidia, Micron Technology, Palantir Technologies, Caterpillar und Tesla. Am Dienstag wischte er Nvidias Vorstoß, mehr als 500 Milliarden US-Dollar für KI-Infrastruktur zu mobilisieren, als Wall-Street-Manöver vom Tisch.

Burry warnt: Hebel ist gefährlicher als falsches Timing

Seine zentrale Botschaft richtet sich weniger auf das exakte Timing der Wende, sondern auf das Durchhalten in der Korrekturphase. Große Zyklen könnten sich über Monate oder Jahre entladen, sagte Burry – und genau das mache Fremdfinanzierung zum eigentlichen Risiko für Anleger, die „aussitzen“ wollen. „Wer Hebel meidet, meidet eher auch den Leichtsinn“, schrieb er.

Ein jüngster Kollaps zeigte laut Kritikern, wie das in der Praxis aussieht. Investor Ross Gerber verwies auf diesen Fall als Beleg dafür, dass Hebel einen Fonds begraben kann. Die auf KI spezialisierte Gesellschaft Situational Awareness des Investors Leopold Aschenbrenner löste ihr öffentliches Aktienportfolio im vergangenen Monat nach hohen Verlusten bei KI-Werten auf; Citadel übernahm demnach den Großteil der Positionen.

Die Warnung reiht sich in eine Serie ähnlicher Mahnungen ein. Burry verglich den KI-Boom am 6. August mit einem Goldrausch und erklärte, die heutigen Gewinner könnten die Geisterstädte von morgen werden. Zudem brachte er wiederholt ein Crash-Szenario nach Vorbild von 1987 ins Spiel.

Seine bärische Wette auf KI-Aktien reicht bis in den November 2025 zurück, als Scion Asset Management Put-Positionen auf Nvidia und Palantir offenlegte.

Weiterlesen: Claude versieht KI-Texte unter EU-Transparenzregeln mit unsichtbaren Wasserzeichen – Nutzer reagieren mit Kritik

Alexey Bondarev profile photo

Alexey Bondarev

Alexey Bondarev ist Head of Content bei Yellow.com und berichtet seit 10 Jahren über Krypto. Er ist auf tiefgehende Research- und Learn-Artikel spezialisiert, mit Schwerpunkt auf analytischer Berichterstattung, Branchenkontext und den größeren Kräften, die den Kryptomarkt prägen – von der KI-Ära und Sicherheitstechnologien bis hin zu Innovationen im Fintech-Bereich. Er ist überzeugt, dass alles Digitale in naher Zukunft alles Analoge überholen wird, und arbeitet intensiv daran, dies Wirklichkeit werden zu lassen.

Haftungsausschluss und Risikowarnung: Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen nur Bildungs- und Informationszwecken und basieren auf der Meinung des Autors. Sie stellen keine Finanz-, Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Kryptowährungsassets sind hochvolatil und unterliegen hohen Risiken, einschließlich des Risikos, Ihre gesamte oder einen erheblichen Teil Ihrer Investition zu verlieren. Der Handel oder das Halten von Krypto-Assets ist möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten sind ausschließlich die des Autors/der Autoren und repräsentieren nicht die offizielle Politik oder Position von Yellow, seinen Gründern oder seinen Führungskräften. Führen Sie immer Ihre eigenen gründlichen Recherchen (D.Y.O.R.) durch und konsultieren Sie einen lizenzierten Finanzprofi, bevor Sie eine Anlageentscheidung treffen.
Neue „Big Short“? Michael Burry warnt vor 182 Börsentagen ungewöhnlicher Ruhe an der Wall Street | Yellow