Digitaler Euro peilt 2029 an – EZB verspricht bisher stärksten Datenschutz

Digitaler Euro peilt 2029 an – EZB verspricht bisher stärksten Datenschutz

Die Europäische Zentralbank (EZB) verspricht für den digitalen Euro das höchste Datenschutzniveau, das mit heutiger Technologie erreichbar ist. Parallel bereitet Europa einen groß angelegten Pilotversuch für 2027 vor, eine erste Ausgabe der Digitalwährung wird für 2029 ins Auge gefasst.

Kernpunkte:

  • Offline-Zahlungen in digitalem Euro sollen laut EZB ausschließlich für Zahler und Empfänger einsehbar sein.
  • Das Eurosystem soll an Online-Zahlungen keine Identitätsdaten erhalten; Geschäftsbanken könnten diese jedoch für Geldwäscheprävention erheben.
  • Ein zwölfmonatiger Pilot mit 36 Zahlungsdienstleistern ist für die zweite Jahreshälfte 2027 geplant, eine erste Emission ab 2029 gilt als möglich.

Datenschutz beim digitalen Euro

Piero Cipollone, Mitglied des EZB-Direktoriums, stellte diese Datenschutz-Zusage in einem Interview mit dem italienischen Portal ilsussidiario.net heraus. Das Gespräch wurde am 10. August geführt und von der EZB am 24. August veröffentlicht.

Demnach sollen Offline-Zahlungen direkt von Nutzer zu Nutzer abgewickelt werden, sodass Transaktionsdetails ausschließlich bei Zahler und Empfänger verbleiben. Online-Zahlungen würden technisch anders funktionieren, doch auch hier solle das Eurosystem die Identitäten der Zahlenden und Empfangenden nicht erkennen können.

„Der digitale Euro garantiert das höchste Maß an Privatsphäre, das die derzeitige Technologie bieten kann“, sagte Cipollone. Die Identitätsprüfung und Einhaltung der Vorschriften zur Geldwäschebekämpfung bliebe weiterhin Aufgabe der Geschäftsbanken, die den digitalen Euro an Endkunden ausgeben. Unterdessen hat das Europäische Parlament im Juli den Weg für Verhandlungen freigemacht, und die EZB hat 36 Zahlungsdienstleister für einen zwölfmonatigen Pilotversuch ab der zweiten Jahreshälfte 2027 ausgewählt.

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Cipollones Datenschutz-Argument

Cipollones Aussagen zielen auf eine der größten Sorgen rund um digitale Zentralbankwährungen (CBDC): die Angst, Regierungen könnten direkten Einblick in das Ausgabeverhalten einzelner Bürger erhalten.

Die USA verfolgen einen anderen Kurs: Der „21st Century ROAD to Housing Act“ untersagt dem Federal Reserve System bis zum 31. Dezember 2030 die Ausgabe einer CBDC. Selbst nach diesem Datum wäre eine explizite Zustimmung des Kongresses erforderlich.

Cipollone positioniert den digitalen Euro zudem als Instrument, um Europas Bankensystem gegenüber privatem Digitalgeld zu schützen. Bereits im Juli warnte er, eine verstärkte Nutzung von Stablecoins könne Kundeneinlagen aus europäischen Banken abziehen – zusätzlich zu dem Druck, den mobile Bezahlplattformen heute schon ausüben, indem sie Gebühren und Transaktionsdaten an sich ziehen.

Das Projekt ist mittlerweile von der rein technischen Konzeptionsphase in Richtung Gesetzgebung und praktischer Erprobung übergegangen. Das Europäische Parlament hat im Juli seine Verhandlungsposition festgelegt, Gespräche mit den Mitgliedstaaten zielen auf eine Einigung bis Ende 2026, und 36 Anbieter stehen für den Pilotversuch 2027 bereit – mit einem möglichen Start der Emission im Jahr 2029.

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Mehjabeen Arsiwala

Mehjabeen Arsiwala ist Journalistin und berichtet über Krypto-Nachrichten, DeFi, Börsen, Trading und Marktanalysen. In den vergangenen drei Jahren hat sie sich auf die Trends und Narrative konzentriert, die die Märkte für digitale Vermögenswerte prägen – von Kursbewegungen und Prognosen bis hin zu Entwicklungen an Börsen und On-Chain-Signalen. Sie ist auf klare Berichterstattung spezialisiert, die den Leserinnen und Lesern hilft zu verstehen, was am Markt geschieht und warum es wichtig ist.

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