Kann Europas digitaler Euro dort Erfolg haben, wo Amerika sich weigerte, es überhaupt zu versuchen?

Kann Europas digitaler Euro dort Erfolg haben, wo Amerika sich weigerte, es überhaupt zu versuchen?

Der federführende Wirtschaftsausschuss des Europäischen Parlaments hat einen Rechtsrahmen für einen digitalen Euro verabschiedet und damit eine digitale Zentralbankwährung vorangebracht, die der Block bis 2029 einführen will.

Zentrale Punkte:

  • Der ECON-Ausschuss des EU-Parlaments hat den Rahmen für den digitalen Euro gebilligt und damit den Weg für endgültige Gespräche mit den Mitgliedstaaten freigemacht.
  • Offizielle Stellen peilen eine Einführung im Jahr 2029 an, mit Online- und Offline-Versionen und einer noch festzulegenden Obergrenze für Guthaben.
  • Die Abstimmung steht im Gegensatz zu den USA, wo der Senat ein Gesetz verabschiedet hat, das einen digitalen Dollar der Fed bis 2030 verbietet.

Abstimmung zum digitalen Euro

Abgeordnete im Ausschuss für Wirtschaft und Währung haben den Rahmen am Dienstag, 23. Juni, unterstützt und damit drei Jahre voller Auseinandersetzungen zwischen Zentral- und Geschäftsbanken beendet. Sie ordneten außerdem einen sofortigen Beginn der Schlussverhandlungen mit den 27 Mitgliedstaaten des Blocks an. Die Europäische Zentralbank begrüßte das Ergebnis und bezeichnete es als Schritt, der Euro-Bargeld als gesetzliches Zahlungsmittel schützt und zugleich eine digitale Version gestaltet.

Der digitale Euro wäre eine digitale Form von Zentralbankgeld, die neben dem Bargeld existieren soll, anstatt es zu ersetzen. Verbraucher könnten die neue Währung in speziellen Wallets halten, und das System ist so konzipiert, dass es einen starken Schutz der Privatsphäre bietet, der routinemäßige Käufe dem Blick der Zentralbank entzieht.

Geschäftsbanken und Zahlungsdienstleister würden den Zugang abwickeln, während Händler Gebühren zahlen, die unter den heutigen Kartengebühren liegen sollen. Eine Obergrenze für individuelle Guthaben ist noch nicht festgelegt, und die Währung soll sowohl online als auch offline funktionieren, wobei der Offline-Modus Privatsphäre ähnlich wie bei Bargeld verspricht. Nach Angaben der Zentralbank wickeln Visa und Mastercard 61 % der Kartenzahlungen im Euroraum und nahezu alle grenzüberschreitenden Transaktionen ab.

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US-CBDC-Verbot

Der Zeitpunkt bildet einen scharfen Kontrast zu Washington. Der Senat hat am Montag, 22. Juni, den „21st Century ROAD to Housing Act“ mit 85 zu 5 verabschiedet und eine Klausel aufgenommen, die der Federal Reserve bis 2030 die Ausgabe eines digitalen Dollars untersagt.

Das Wohnungspaket geht nun innerhalb weniger Tage zur Abstimmung ins Repräsentantenhaus und anschließend zur Unterschrift auf den Schreibtisch des Präsidenten. Die Maßnahme schließt private Stablecoins aus, und Präsident Donald Trump hat Pläne für eine von der Fed ausgegebene CBDC zugunsten privat betriebener Token wie denen von Tether und Circle verworfen. China und Russland treiben unterdessen ihre eigenen staatlich gestützten Digitalwährungen voran; Moskau will noch in diesem Jahr einen digitalen Rubel einführen.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat wiederholt argumentiert, dass öffentliches Digitalgeld nötig sei, um die Verbreitung von an den Dollar gekoppelten Stablecoins im europäischen Zahlungsverkehr einzudämmen. Der italienische Abgeordnete Pasquale Tridico, der die Vorlage steuerte, bezeichnete die Zustimmung als großen Erfolg für Bürger und kleine Unternehmen.

Das Euro-Projekt kam seit seinem Start 2021 nur stockend voran, wobei eine formelle Vorbereitungsphase erst Ende 2023 begann. Die Vorlage lag dann monatelang auf Eis. Eine Resolution Anfang dieses Jahres beendete schließlich die Blockade und brachte die lang verzögerte Gesetzgebung wieder auf die Agenda der Abgeordneten zurück.

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