Die Federal Reserve hat am Mittwoch den Leitzins um 25 Basispunkte angehoben – die erste Zinserhöhung seit Juli 2023. Hintergrund ist der anhaltende Inflationsdruck in den USA.
Wichtigste Fakten:
- Die Fed setzte ihre Zielspanne für die Federal Funds Rate einstimmig auf 3,75 % bis 4 % herauf – die erste Anhebung seit mehr als drei Jahren.
- Die Notenbank erhöhte ihre Inflationsprognose für 2026 und erwartet nun einen mittleren Federal-Funds-Satz von 4,1 % zum Jahresende.
- Der Beschluss markiert eine Kehrtwende nach den Zinssenkungen der Jahre 2024 und 2025.
Details zur Zinserhöhung der Fed
Die Fed stimmte mit 12:0 Stimmen für eine Anhebung der Zielspanne für die Federal Funds Rate auf 3,75 % bis 4 %, von zuvor 3,5 % bis 3,75 %. In ihrer Erklärung vom 16. September betonte die US-Notenbank, die wirtschaftliche Aktivität bleibe robust, die Binnennachfrage widerstandsfähig und der Preisdruck weiterhin erhöht.
„Die heutige Entscheidung unterstützt eine schnellere Rückkehr zum 2‑Prozent‑Ziel des Ausschusses“, hieß es weiter. „Der Ausschuss wird Preisstabilität gewährleisten.“ Der Schritt stellt zugleich eine Abkehr von den Juni-Projektionen dar, als unter den Notenbankern noch größere Uneinigkeit darüber herrschte, ob in diesem Jahr weitere Straffung nötig sein würde.
Laut den aktualisierten Zinsprojektionen rechnen zwölf Entscheidungsträger zum Jahresende mit einem mittleren Leitzins von 4,125 %, vier mit 4,375 % und zwei mit 3,875 %.
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Warshs Zinsausblick
Die Fed-Vertreter erhöhten ihre mittlere Inflationsprognose für 2026 von 3,6 % auf 3,7 %. Die Kerninflation (ohne Energie und Lebensmittel) sehen sie nun bei 3,4 % statt zuvor 3,3 %. Zugleich hoben sie ihre BIP-Prognose von 2,2 % auf 2,3 % an und senkten die erwartete Arbeitslosenquote von 4,3 % auf 4,1 %.
Fed-Chef Kevin Warsh verzichtete erneut darauf, seinen eigenen Zinsausblick offenzulegen; auf dem Dot-Plot erscheinen damit nur 18 statt der üblichen 19 Punkte. Die Projektionen sehen den mittleren Federal-Funds-Satz Ende 2026 bei 4,1 %, unverändert im Jahr 2027, bevor er 2028 leicht auf 3,9 % sinken soll. Die Gesamtrate der Inflation dürfte nach Einschätzung der Notenbanker erst 2029 wieder das 2‑Prozent‑Ziel erreichen.
Der neue Pfad impliziert – sofern sich die Medianprognose materialisiert – bis Jahresende eine weitere Anhebung um 25 Basispunkte. Die Projektionen sind jedoch ausdrücklich keine bindenden Zusagen für die künftige Geldpolitik.
Der Zinsschritt erfolgte trotz anhaltenden politischen Drucks von Präsident Donald Trump, der wiederholt niedrigere Zinsen gefordert hat. Trump hatte am 4. September sogar angedeutet, den Handel mit Ländern einzuschränken, mit denen die USA Defizite aufweisen, falls die Fed die Kreditkosten nicht senkt.
Zuvor hatte die Notenbank die Zinsen zuletzt im Juli 2023 erhöht, gegen Ende ihres Straffungszyklus nach der Pandemie. In den Jahren 2024 und 2025 folgten dann mehrere Zinssenkungen, die die Zielspanne auf 3,5 % bis 3,75 % reduzierten – bevor die nun beschlossene Anhebung diesen Trend wieder umkehrte.
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