Die US-Aktienfutures zeigten sich am frühen Dienstag uneinheitlich, nachdem Brent-Öl nach der erneuten US‑Blockade iranischer Frachtschiffe um 9,6 % nach oben geschossen war und die Stimmung an der Wall Street vor den anstehenden Bankbilanzen und neuen Inflationsdaten belastete.
Das Wichtigste im Überblick:
- Brent legte am Montag um 9,6 % zu – der stärkste Tagesanstieg seit Mai 2020 – nachdem Washington die Blockade iranischer Schifffahrt wieder in Kraft setzte.
- JPMorgan Chase, Goldman Sachs und Bank of America legen am Dienstag zusammen mit den Juni-Inflationsdaten Zahlen vor.
- Nasdaq‑100‑Futures tendierten früh leicht fester, während Dow‑Futures nachgaben.
Blockade der Straße von Hormus verunsichert die Märkte
Präsident Donald Trump kündigte am Montag an, dass die USA ihre Seeblockade gegen iranische Schiffe in der Straße von Hormus wieder einsetzen und auf sämtliche Fracht, die die Meerenge passiert, eine Gebühr von 20 % erheben wollen. Die Maßnahme tritt am Dienstag um 16.00 Uhr US‑Ostküstenzeit in Kraft.
Brent-Öl stieg um 9,6 % auf 83,30 US‑Dollar je Barrel und verzeichnete damit den stärksten Tagesgewinn seit Mai 2020. West Texas Intermediate zog um 9,4 % auf 78,14 US‑Dollar an. Der S&P 500 verlor am Montag 0,8 %, der Nasdaq Composite brach um 1,6 % ein, und der Dow gab rund 0,3 % nach. Am frühen Dienstag signalisierten Dow‑Futures weitere Abschläge, während Nasdaq‑100‑Futures leicht im Plus lagen.
Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation der Vereinten Nationen (IMO) wies den US‑Gebührenplan zurück und erklärte, es gebe keine rechtliche Grundlage für verpflichtende Abgaben auf Meerengen, die dem internationalen Schiffsverkehr dienen. Der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus war bereits zuvor massiv eingebrochen: Laut Datenanbieter Kpler sank das Aufkommen binnen einer Woche um 52 %, da Reeder die stark gestiegenen Versicherungskosten einpreisten.
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Belastungsprobe durch Bankbilanzen und Inflation
JPMorgan Chase, Goldman Sachs, Bank of America, Wells Fargo und Citigroup legen am Dienstag vor Börsenstart ihre Zahlen für das zweite Quartal vor. Analysten rechnen im S&P 500 im Schnitt mit einem Gewinnplus von 23,6 % gegenüber dem Vorjahr. Um 8.30 Uhr US‑Ostküstenzeit folgen die Verbraucherpreisdaten für Juni; Ökonomen erwarten eine Jahresteuerung von 3,8 % sowie einen leichten Rückgang gegenüber dem Vormonat.
Fed‑Governor Christopher Waller warnte am Montag, ein weiterer kräftiger Anstieg der Kerninflation könne erneute Zinserhöhungen wieder auf die Tagesordnung setzen. Der neue Fed‑Vorsitzende Kevin Warsh tritt am selben Tag vor den Kongress und präsentiert erstmals seit Amtsantritt seinen halbjährlichen geldpolitischen Bericht.
Michael Graham, Forschungs- und Anlagestratege bei Canaccord Genuity, bezeichnete die Kursbewegungen vom Montag als Ausreißer. Die Korrektur ändere nichts an seiner grundsätzlich positiven Einschätzung der großen Technologiewerte, zumal in den Ergebnissen noch Überraschungspotenzial nach oben stecke.
Der Konflikt eskalierte ursprünglich am 28. Februar, als US‑ und israelische Luftschläge gegen Iran eine zuvor zentrale Schifffahrtsroute für rund 20 % der weltweiten Ölexporte lahmlegten.
Ein Interimsabkommen vom 17. Juni hatte die Lieferungen vorübergehend wiederbelebt; in den darauffolgenden Wochen sollen rund 120 Millionen Barrel Rohöl durch die Meerenge transportiert worden sein. Wiederaufgenommene Angriffe auf Handelsschiffe ließen die fragile Vereinbarung jedoch scheitern, woraufhin Trump in der vergangenen Woche das Ende des Waffenstillstands erklärte.
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