Intel-Aktien haben am Donnerstag rund 8 % zugelegt, nachdem Anleger auf Berichte setzten, wonach SK Hynix Speicherchips auf dem verzögerten Ohio-Campus des US-Chipkonzerns produzieren könnte.
Wichtigste Punkte:
- Intel stieg am Donnerstag um rund 8 %, nachdem die Aktie bereits am Vortag nach den ersten Berichten über die Gespräche 4 % gewonnen hatte.
- SK Hynix könnte Teile des Intel-Geländes in Ohio anmieten oder sich mit Cloud-Anbietern in einem Gemeinschaftsunternehmen zusammenschließen.
- Keines der beiden Unternehmen hat eine Vereinbarung bestätigt; Intel lehnte eine Stellungnahme zu den Gesprächen ab.
Gespräche über Intel-SK-Hynix-Speicherfertigung
Die Gespräche wurden am Mittwoch in einem Bericht bekannt, der sich auf drei mit der Sache vertraute Personen berief – die Aktie reagierte prompt. Intel schloss den Handelstag mit einem Plus von 4,03 % bei 101,05 US-Dollar.
Am Donnerstag setzte die Aktie ihre Rally fort und handelte bei knapp 111 US-Dollar, unterstützt von einem insgesamt festen Chipsektor.
Ein mögliches Modell sieht vor, dass SK Hynix einen Teil des geplanten Intel-Campus in Ohio anmiertet. Alternativ wird über ein Joint Venture mit Intel und großen Cloud-Anbietern gesprochen, die sich eine verlässliche Versorgung mit Speicherchips sichern wollen.
Konkrete Zusagen gibt es jedoch nicht. SK Hynix erklärte, man prüfe Optionen zur Stärkung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit, habe aber noch keine konkreten Pläne beschlossen. Intel bekräftigte zwar sein Bekenntnis zum Standort Ohio, kommentierte die Gespräche selbst jedoch nicht.
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Analystenblick auf Intel Foundry
Eine Vereinbarung würde Intel den externen Großkunden bringen, den Konzernchef Lip-Bu Tan für das Auftragsfertigungsgeschäft anvisiert. SK Hynix ist Marktführer bei High-Bandwidth-Memory, also jenen Speichermodulen, auf die KI-Beschleuniger angewiesen sind. Das erste US-Werk des Konzerns, ein 4-Milliarden-Dollar-Standort in Indiana, dessen Bau im vergangenen Monat startete, wird allerdings nur Chips verpacken und testen – nicht fertigen.
Der Analyst Ben Reitzes von Melius Research bekräftigte seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 165 US-Dollar und hält einen Kurs von 200 US-Dollar innerhalb von zwei Jahren für möglich. Vivek Arya von Bank of America setzt sein Kursziel bei 145 US-Dollar an.
Das Foundry-Geschäft ist weiter auf Unterstützung angewiesen. Intel Foundry erzielte im zweiten Quartal einen Umsatz von 5,8 Milliarden US-Dollar, davon kamen jedoch lediglich 293 Millionen US-Dollar von externen Kunden; zugleich verringerte sich der operative Verlust von 3,2 Milliarden auf 2,1 Milliarden US-Dollar im Jahresvergleich.
Volatile Intel-Aktie
Der Standort Ohio steht im Zentrum sowohl der Euphorie als auch der Zurückhaltung. Intel hatte ursprünglich geplant, dort ab 2025 zu produzieren; im Februar 2025 kündigte der Konzern jedoch an, dass die erste Fabrik voraussichtlich erst 2030 fertiggestellt wird. Das südkoreanische Handelsministerium warnte zudem, dass ein Deal geprüft werden könnte, falls sogenannte nationale Kerntechnologien betroffen sind.
Intel und SK Hynix kennen sich bereits: SK Hynix übernahm das NAND-Speichergeschäft von Intel in einem 9-Milliarden-Dollar-Deal. Ein Mietvertrag in Ohio würde den einstigen Käufer damit zurück auf einen Intel-Campus bringen.
Die Aktie erlebte 2026 starke Ausschläge. In den vergangenen 52 Wochen fiel Intel zeitweise bis auf 24,45 US-Dollar und markierte am 22. Juni ein Rekordschlusshoch von 140,94 US-Dollar.
Danach rutschte der Kurs am 14. September im Zuge eines breiten Chip-Abverkaufs auf 97,19 US-Dollar ab – nachdem die Aktie zuvor bis zum 11. September bereits um 183 % im Jahresverlauf gestiegen war.
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