Kalshi und Polymarket riskieren, im Krieg um den Prediction-Market-Stack geschluckt zu werden

Kalshi und Polymarket riskieren, im Krieg um den Prediction-Market-Stack geschluckt zu werden

Prediction-Market-Marktführer Kalshi und Polymarket könnten zu Übernahmezielen werden, nachdem Rivalen acht Monate lang darum gerungen haben, sowohl den Vertrieb als auch die Handelsinfrastruktur zu kontrollieren.

Wichtige Punkte:

  • Ein Wall-Street-Broker sagt, die beiden Prediction-Market-Marktführer besäßen starke Technologie, hätten aber nicht die Konsumentenreichweite größerer Rivalen.
  • DraftKings, Robinhood und Coinbase haben jeweils Schritte unternommen, ihre eigenen Börsen zu kontrollieren und damit Gebühren einzustreichen, die früher woanders anfielen.
  • Regulierer sind weiter uneins, ob Sportereignis-Kontrakte als Wetten oder als bundesstaatlich beaufsichtigter Handel gelten.

Kalshi und Polymarket unter Übernahmedruck

Die Warnung kam von dem Wall-Street-Broker Bernstein in einer Montags-Notiz unter Leitung des Analysten Ian Moore, die das Duo als plausible Ziele und zugleich plausible Käufer einordnete. In den vergangenen acht Monaten hat jede große Endkundenplattform Schritte unternommen, sowohl Kundenzugang als auch Börsentechnologie unter einem Dach zu vereinen.

Die beiden Marktführer besitzen die Börsenkomponente, liegen bei der Konsumentenreichweite jedoch deutlich zurück.

DraftKings verlagerte sein Prediction-Trading Ende Juni auf eine eigene Börse, DKeX, nachdem Railbird übernommen und Kontrakte von den Schienen von CME und Crypto.com abgezogen worden waren. Robinhood startete Ende Mai Rothera mit Hilfe von Susquehanna, während Coinbase sich The Clearing Company schnappte, kurz nachdem Event-Kontrakte eingeführt worden waren. Flutter wiederum baute eine Doppelstruktur auf, die den Zugang zu mehr als einem externen Handelsplatz erhält.

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Robinhood und Coinbase mit den stärksten Karten

Bernstein liest dieses Gerangel als Konvergenz: Prediction Markets, Sportwettenanbieter und Konsumentenfinanzierung wachsen zu einem einzigen Wettbewerbsfeld zusammen. Die Verschiebung macht Deals glaubwürdig, die vor einem Jahr noch weit hergeholt wirkten – von Sportwettenanbietern, die Börsen kaufen, bis hin zu vollständigen Fusionen zwischen den größten Wettbetreibern.

Unternehmen, die große Zielgruppen mit eigenen, regulierten Handelsstrecken verbinden, liegen nun vorn, sagen die Analysten – und Robinhood sowie Coinbase passen am klarsten in dieses Bild.

Beide behalten inzwischen die Gebühren, die früher an Drittbörsen abflossen; die Notiz beschreibt das als strukturellen Vorteil. Robinhood leitete seine geschäftigsten Weltmeisterschafts-Kontrakte über Rothera statt über Kalshi.

Die nackten Zahlen zeigen, wie schnell sich der Boden unter den beiden Marktführern verschoben hat. Robinhood hat in diesem Jahr bereits mehr als 16 Milliarden Event-Kontrakte gecleart, Coinbase kommt auf rund 100 Millionen Dollar annualisierte Prediction-Erlöse, und DraftKings meldete ein Konsumenten-Volumen von fast 3,4 Milliarden Dollar.

Regulierung überschattet weiterhin die Perspektiven aller Akteure im Feld. Staatliche Glücksspielbehörden bezeichnen die Sportkontrakte als nicht lizenzierte Wetten, während die Commodity Futures Trading Commission exklusiven bundesstaatlichen Anspruch auf die Produkte erhebt.

Dieser Streit könnte vor Gericht enden – ein Risiko, das über jeder Bewertung in diesem Bereich schwebt.

Das Deal-Geraune folgt auf eine hektische Fundraising-Phase: Kalshi strebt eine Bewertung von 40 Milliarden Dollar an, fast das Dreifache der 15 Milliarden Dollar, auf die Polymarket angeblich zielt. Der Handel zur Weltmeisterschaft hat den Aufschwung befeuert und die monatlichen Volumina weit über das Frühjahrsniveau gehoben.

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