Schneider Electric hat zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Gewinn- und Umsatzziele für 2026 angehoben. Ein kräftiger Nachfrageboom aus KI-Rechenzentren trieb den Konzern im dritten Quartal auf einen Rekordumsatz von 11,46 Milliarden Euro (12,9 Milliarden US‑Dollar).
Wichtigste Punkte:
- Der organische Umsatz stieg im dritten Quartal um 16,9 % und übertraf die Analystenschätzungen deutlich.
- Die Nachfrage nach Rechenzentrums-Technik legte im Quartal dreistellig zu.
- Die Aktie gab nach, da Anleger die geplante 22,6‑Milliarden‑Dollar‑Übernahme des Softwareanbieters PTC einpreisen.
Q3-Umsatz von Schneider Electric
Der französische Elektrotechnik-Spezialist meldete am Freitag ein organisches Umsatzplus von 16,9 % im dritten Quartal – der höchste Quartalsumsatz der Unternehmensgeschichte. Analysten hatten im Schnitt rund 13,8 % erwartet. Die Sparte Energiemanagement, die Stromversorgungs- und Kühllösungen für Rechenzentren liefert, wuchs organisch um 18,8 % auf 9,62 Milliarden Euro.
Vorstandschef Olivier Blum erklärte, die Rechenzentrumsnachfrage sei im dreistelligen Prozentbereich gewachsen und verschaffe dem Konzern „zunehmende Visibilität für 2027 und 2028“. China und Ostasien lagen mit 26,1 % Wachstum an der Spitze, Nordamerika – mit einem Umsatzanteil von 40 % wichtigster Markt – kam auf 19,9 % Plus.
Das Unternehmen rechnet nun damit, dass das bereinigte EBITA, eine zentrale Ergebniskennzahl, im laufenden Jahr organisch um 18 % bis 21 % steigt, nach bislang 14 % bis 19 %. Das organische Umsatzwachstum soll 12 % bis 14 % erreichen statt zuvor 10 % bis 13 %.
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JPMorgan stellt PTC-Deal infrage
Die Zahlen unterstreichen, dass die Investitionen in Künstliche Intelligenz längst nicht mehr nur den Chip-Herstellern zugutekommen. Schneider, traditionell bekannt für Leistungsschalter, liefert inzwischen einen großen Teil der elektrischen Infrastruktur von KI-Rechenzentren – von Kühlsystemen und Serverschränken bis hin zu Stromverteilungstechnik. An der Börse hielt sich die Begeisterung jedoch in Grenzen.
Die Aktie gab nach anfänglichen Gewinnen um rund 1,6 % nach. Hintergrund ist vor allem die geplante Übernahme des Softwarehauses PTC, die als Belastungsfaktor gesehen wird. Schneider hatte sich am 5. Oktober bereit erklärt, 205 US‑Dollar je Aktie in bar zu zahlen und bewertet PTC damit mit rund 22,6 Milliarden US‑Dollar – die Schneider-Aktie brach am Tag der Ankündigung um fast 10 % ein.
JPMorgan‑Analyst Phil Buller stufte den Titel tags darauf von „Overweight“ auf „Neutral“ ab und senkte sein Kursziel von 345 auf 310 Euro. Er zeigte sich skeptisch, dass insgesamt rund 27 Milliarden US‑Dollar an Transaktionsvolumen in Richtung der weniger attraktiven Sparte Industrieautomation gelenkt werden, auch wenn die Bank den Kursrutsch in einer weiteren Analyse als überzogen einstufte.
Schneiders Anhebung im Juli
Die erneute Zielanhebung folgt auf einen ersten Schritt vom 30. Juli. Damals hatte ein Rekordumsatz von 21,2 Milliarden Euro im ersten Halbjahr Schneider bereits veranlasst, seine Prognose für das organische Umsatzwachstum auf 10 % bis 13 % und die Zielspanne für das Wachstum des bereinigten Kernergebnisses auf 14 % bis 19 % anzuheben.
Buller, der zu diesem Zeitpunkt noch positiv für die Aktie gestimmt war, verwies auf breit abgestütztes Wachstum in allen Geschäftsbereichen und dreistellige Wachstumsraten im Rechenzentrumssegment.
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