BitGo-CEO Mike Belshe hat eine virale Behauptung zurückgewiesen, dass Anthropics Mythos AI fast alle klassifizierten NSA‑Systeme kompromittiert habe – nur wenige Tage bevor Washington das Modell für mehr als 100 Partner freigab.
Zentrale Punkte
- Ein viraler Beitrag behauptete, Mythos habe fast alle klassifizierten NSA‑Systeme innerhalb von Stunden geknackt, obwohl es sich um einen autorisierten Red‑Team‑Test handelte.
- Belshe und mehrere Analysten nannten diese Hack‑Darstellung falsch und verwiesen darauf, dass keine offizielle NSA‑Stellungnahme dies je bestätigte.
- Washington entzog Mythos am 12. Juni per Exportanordnung die Freigabe und ließ das Modell am 26. Juni für mehr als 100 vertrauenswürdige Partner wieder zu.
Mythos-NSA-Behauptung führt zurück zu Senator
Die Einbruchs-Story verbreitete sich am Wochenende rasant auf X, wurde als laufender Hack der am strengsten geschützten Staatsgeheimnisse neu erzählt, und der Name Mythos trendete schnell. Der vollständige Hergang ist enger gefasst. Senator Mark Warner, stellvertretender Vorsitzender des Geheimdienstausschusses des Senats, gab den Bericht zunächst aus einer vertraulichen Unterrichtung wieder, die kaum Beachtung fand, bis ein KI‑Kommentator ihn am Wochenende verstärkte.
Er sagte, NSA‑Direktor Gen. Joshua Rudd habe das Modell so beschrieben, dass es fast alle klassifizierten Systeme innerhalb von Stunden statt Wochen geknackt habe – während einer autorisierten Übung am 11. Juni in den Netzen der Behörde selbst. Warner führte den Fall an, um Anthropic zu loben und für verpflichtende Vorabtests von Frontier‑Modellen zu werben, und der Autor, der die Passage zuerst veröffentlichte, stellte später klar, dass sie nicht wörtlich zu verstehen sei.
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Belshe und Analysten weisen Hack-Narrativ zurück
Belshe, Mitgründer des digitalen Verwahrers BitGo, wies die virale Version rundweg zurück.
Er nannte die Darstellung in einer weithin geteilten Antwort falsch. Mehrere Analysten stimmten zu, da keine offizielle NSA‑Erklärung die zentrale Behauptung je stützte und eine beiläufige Bemerkung eines Senators sie überhaupt erst ins Netz getragen hatte.
Analyst Kyle Chase merkte an, dass es sich bei dem „Einbruch“ um eine kontrollierte Übung handelte, wie sie Sicherheitsteams durchführen, um Schwachstellen aufzudecken, bevor Gegner dies tun. Auslöser sei vielmehr ein separater Jailbreak gewesen, den Amazon Wochen zuvor der Regierung gemeldet habe, nicht die NSA‑Übung.
Bei dieser Technik wurde das Modell schlicht gebeten, einen Code‑Bestand zu lesen und Fehler zu beheben. Es entdeckte ein paar kleinere, bereits bekannte Bugs, die Konkurrenten wie OpenAIs GPT‑5.5 ebenfalls finden können. Ein routinemäßiger staatlicher Test war auf seinem Weg von einer geschlossenen Anhörung zu viralen Posts innerhalb eines einzigen Wochenendes verzerrt worden.
Mythos-Sperre lockert sich nach zweiwöchigem Stillstand
Anthropic deaktivierte Mythos und dessen schwächeren Ableger Fable 5 am 12. Juni, um eine US‑Exportkontrollanordnung zu erfüllen – nicht wegen eines Vorfalls auf dem „Schlachtfeld“, wie das Unternehmen erklärte. Das Modell hatte seit April im Rahmen von Project Glasswing, einem geschlossenen Programm mit rund 200 geprüften Firmen, stillschweigend Bundes‑Cyberverteidiger unterstützt.
Dutzende Cybersicherheits‑Experten hatten das Weiße Haus aufgefordert, die Auflagen zu lockern, und die Modelle als leistungsfähig, aber nicht einzigartig bezeichnet. Am 26. Juni erlaubte die Regierung, dass Mythos für einen ausgewählten Kreis von Cyberverteidigern und Betreibern kritischer Infrastrukturen zurückkehrt – insgesamt mehr als 100 Institutionen. Fable 5 bleibt offline, und das Unternehmen erarbeitet nun gemeinsam mit Behörden einen gemeinsamen Risikorahmen für künftige Veröffentlichungen.
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