Netflix hat für das dritte Quartal einen Umsatz unter den Erwartungen der Wall Street in Aussicht gestellt und damit die Aktie im nachbörslichen Handel trotz besserer Quartalsgewinne um fast 9 % nach unten geschickt.
Wichtigste Punkte:
- Netflix stellt für das dritte Quartal 12,86 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht – weniger als die erwarteten 13 Milliarden Dollar.
- Die Aktie fiel im nachbörslichen Handel auf 67,78 Dollar, nachdem sie am 16. Juli bei 74,35 Dollar aus dem Handel gegangen war.
- Werbegeschäft und Live-Formate werden wichtiger, da das Wachstum bei den Abonnenten deutlich an Fahrt verliert.
Ausblick von Netflix
Netflix rechnet im dritten Quartal mit einem Umsatz von 12,86 Milliarden Dollar und bleibt damit unter der 13-Milliarden-Prognose der Analysten. Auch die erwarteten Gewinne je Aktie liegen unter den Markterwartungen. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Die Aktie brach nach Handelsschluss am Donnerstag um 8,98 % ein – und überlagerte damit einen zweiten Quartalsbericht, bei dem der Gewinn über den Schätzungen lag und der Umsatz von 12,56 Milliarden Dollar die Prognosen nur knapp verfehlte.
Im regulären Handel am 16. Juli hatte die Aktie noch mit einem Plus von 0,91 % bei 74,35 Dollar geschlossen, bevor sie nach Veröffentlichung der Prognose auf 67,78 Dollar absackte. Seit Jahresbeginn 2026 hat das Papier damit mehr als 21 % verloren, auf Zwölfmonatssicht sogar rund 41 %. Der Kurs liegt deutlich unter dem Rekordstand von etwa 133 Dollar aus dem Juni 2025.
Die Abwärtsbewegung fällt in eine ohnehin nervöse Börsenwoche, geprägt von Bankbilanzen, der Zinsanhörung des Fed-Chefs und kräftigen, zahlengetriebenen Kursausschlägen im Nasdaq und im S&P 500.
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Streaming-Wachstum
Paolo Pescatore, Analyst bei PP Foresight, wertet den Ausblick als „natürlich reifendes Wachstumsprofil“ – und nicht als Beleg für ein strukturelles Abrutschen des Streaminggeschäfts. Gleichzeitig betont er, dass die hohen Erwartungen der Investoren Netflix weniger Raum für Fehltritte lassen, da sich Umsatz- und Abonnentenwachstum auf ein moderateres Tempo einpendeln.
Netflix kündigte zudem an, seinen Bericht zu Sehstunden künftig nur noch einmal jährlich zu veröffentlichen – ein Schritt, der die Transparenz bei einer Kennzahl verringert, auf die viele Anleger zur Beurteilung der Nutzerbindung achten.
Die Umstellung beginnt im Januar 2027. Das Management will den Fokus der Investoren stärker auf Umsatz und operatives Ergebnis lenken. Der Konzern hält an seinem Ziel fest, die jährlichen Werbeerlöse auf rund 3 Milliarden Dollar etwa zu verdoppeln, nachdem die Nutzeraktivität im ersten Halbjahr um 2 % gestiegen ist.
Der nächste Quartalsbericht ist für den 20. Oktober angekündigt. Investoren werden die Zahlen an der zurückhaltenden Prognose messen und prüfen, ob Werbung, Live-Programme und andere Formate schwächeres Abo-Wachstum kompensieren können, ohne die Margen merklich zu belasten.
Der jüngste Kursrutsch markiert eine deutliche Kehrtwende gegenüber Juni 2025, als die Netflix-Aktie nahe ihrem Allzeithoch von rund 133 Dollar gehandelt wurde. Mit den nun gedämpften Wachstumserwartungen wird der Konzern an der Börse zunehmend wie ein gereiftes Medienunternehmen bewertet – und weniger wie ein rasant wachsender Streaming-Disruptor.
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