OpenAI-Börsengang rutscht wohl auf 2027 – Apple-Klage erhöht Rechtsrisiken

OpenAI-Börsengang rutscht wohl auf 2027 – Apple-Klage erhöht Rechtsrisiken

OpenAIs geplanter Börsengang dürfte sich nach Einschätzung von Marktbeobachtern auf das Jahr 2027 verschieben. Grund ist eine neue Klage von Apple wegen angeblich gestohlener Geschäftsgeheimnisse, die die Rechtsrisiken für das ohnehin wackelige IPO weiter verschärft.

Wichtigste Punkte:

  • Apple wirft OpenAI in einer Klage vom 10. Juli vor, über Ex-Mitarbeiter Hardware-Geschäftsgeheimnisse entwendet zu haben.
  • Analysten halten einen Börsengang 2026 damit für unwahrscheinlich und rechnen eher mit einem Start im Jahr 2027.
  • OpenAI pocht auf eine Bewertung von 1 Billion US-Dollar und blockt einen schnelleren Börsengang zu niedrigerem Preis ab.

Apple-Klage zielt auf OpenAIs Hardware-Offensive

Apple reichte die Klage am 10. Juli vor einem Bundesgericht in Nordkalifornien ein und wirft dem KI-Unternehmen ein systematisches Vorgehen beim Abzug von Know-how für noch unveröffentlichte Consumer-Hardware vor. In der Klageschrift genannt werden Tang Tan, Hardware-Chef von OpenAI und früherer Design-Verantwortlicher bei Apple, der ehemalige Apple-Ingenieur Chang Liu sowie die Hardware-Sparte io Products.

Laut Gerichtsdokumenten sollen die beiden Vertrauliches mitgenommen und neue Mitarbeiter mit einem internen Offboarding-Leitfaden angeleitet haben, Apples Sicherheitskontrollen beim Ausscheiden zu umgehen. OpenAI hatte im vergangenen Jahr das Design-Studio von Jony Ive für rund 6,5 Milliarden US-Dollar übernommen und beschäftigt inzwischen mehr als 400 frühere Apple-Leute. Das Unternehmen betont, man habe keinerlei Interesse an Geschäftsgeheimnissen von Wettbewerbern – ein deutlicher Kontrast zum 2024 vereinbarten Deal, ChatGPT tief in iPhone und Siri zu integrieren.

Auch interessant: Anthropic jagte ein Robotik-Startup für 11 Mrd. US-Dollar – bevor das Dementi kam

Zweifel am OpenAI-Zeitplan für den Börsengang

In einer Marktsendung befragte Moderator Kenny Polcari den Investmentchef von Hennion & Walsh, Kevin Mahn, sowie Willy Lee, Principal bei Neostellar Capital, zu den Folgen der Klage. Mahn argumentierte, der Rechtsstreit mindere deutlich die Chancen auf ein Börsendebüt 2026 – nicht nur für OpenAI, sondern möglicherweise auch für den Rivalen Anthropic, der im Juni vertrauliche IPO-Unterlagen eingereicht hat.

Lee sieht eher Apple in der Defensive, nachdem der Konzern die erste Welle des KI-Booms verpasst habe.

Der iPhone-Hersteller verfüge weiterhin über kein eigenes großes Sprachmodell, merkte er an. OpenAI dagegen komme inzwischen auf fast eine Milliarde wöchentliche Nutzer und halte direkten Zugang zum Endkunden – ein Hebel, den Apple traditionell eifersüchtig hütet.

OpenAI-IPO steckt seit Längerem im Bewertungsstreit

Schon vor der Apple-Klage war der Börsengang ins Stocken geraten. OpenAI hatte am 8. Juni vertraulich einen Entwurf bei den Aufsehern eingereicht. Berater drängten Sam Altman dem Vernehmen nach darauf, sich zwischen einem langsameren Listing mit Zielbewertung um 1 Billion US-Dollar und einem schnelleren Börsenstart im Herbst zu geringerer Bewertung zu entscheiden.

Altman soll laut Berichten jede Absenkung unter diese Marke abgelehnt haben.

Schon die Diskussion um einen Aufschub hatte die Märkte verunsichert, bevor die Klage publik wurde. Der Großinvestor SoftBank gab in Tokio nach, nachdem erstmals von einem möglichen Rutsch des IPO auf 2027 die Rede war, während der holprige Börsengang von SpaceX im Juni die Risikobereitschaft der Anleger für die ganz großen Tech-Listings des Jahres ohnehin abgekühlt hatte.

Der Streit um die Bewertung hatte OpenAI bereits über seiner privaten Marktbewertung von 852 Milliarden US-Dollar verankert, die im März bei Abschluss einer Finanzierungsrunde über 122 Milliarden US-Dollar zustande gekommen war. Mit der Apple-Klage hat das Unternehmen nun einen weiteren Grund, auf Zeit zu spielen – aus einem Preispoker wird zunehmend ein Rechtsstreit mit Signalwirkung.

Weiterlesen: Hulus Charles-Manson-Dokumentation deckt unbekannte Enkelin auf – Prognosemärkte schauen genau hin

Haftungsausschluss und Risikowarnung: Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen nur Bildungs- und Informationszwecken und basieren auf der Meinung des Autors. Sie stellen keine Finanz-, Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Kryptowährungsassets sind hochvolatil und unterliegen hohen Risiken, einschließlich des Risikos, Ihre gesamte oder einen erheblichen Teil Ihrer Investition zu verlieren. Der Handel oder das Halten von Krypto-Assets ist möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten sind ausschließlich die des Autors/der Autoren und repräsentieren nicht die offizielle Politik oder Position von Yellow, seinen Gründern oder seinen Führungskräften. Führen Sie immer Ihre eigenen gründlichen Recherchen (D.Y.O.R.) durch und konsultieren Sie einen lizenzierten Finanzprofi, bevor Sie eine Anlageentscheidung treffen.
OpenAI-Börsengang rutscht wohl auf 2027 – Apple-Klage erhöht Rechtsrisiken | Yellow